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Freitag, 1. Juni 2012

Liebe "deutsche Muslime"

Ganz oben bei Google News:

"Islam-Debatte Bundespräsident Gauck verärgert deutsche Muslime || Berliner Morgenpost - ‎vor 22 Minuten‎ || Gauck ist auf Distanz zu Wullfs Islam-Rede gegangen und hat damit eine neue Debatte entfacht. Der Zentralrat der Muslime reagiert schroff. Die Äußerungen von Bundespräsident Joachim Gauck zum Islam verärgern den Zentralrat der Muslime."

Liebe "deutsche Muslime"!

Vorab: ich schreibe das in der Anrede und im Eintrag-Titel nicht etwa ironisch in Anführungzeichen, sondern weil ich es stilistisch nicht passend finde. Das, woran der geschichtsbewusste Mensch bei der Attributform "deutsche Muslime" denken muss, das sind die "deutschen Christen", und in deren Nähe wollt ihr gewiss nicht gerückt werden!

Das eigentliche aber: Ärgern kann man sich über vieles. Das ist jedes Menschen gutes Recht. Nur -- dass dann im Unterton sozusagen was Offizielles und Wichtiges reinkommt, so eine Art politischer Druck, das gilt in diesem Land als ziemlich lächerlich. Und so sollte es auch bleiben.

Vielleicht sollten sich alle Muslime hierzulande ausnahmsweise mal die Katholiken zum Vorbild nehmen: Die ärgern sich in großen Teilen sicherlich auch über so manches. Über die FDP, manche Politiker, ihre eigenen Bischöfe. Von den Haderer-Jesus-Karikaturen mal ganz zu schweigen. Aber sie schlucken's runter. Sie wissen inzwischen, dass sie sich in einem säkularen Staat nicht zu wichtig nehmen und nicht zu wichtig machen dürfen.

Also, liebe Muslime, seid bitte nicht so kindisch-empfindlich, wenn ihr nicht wollt, dass man euch als Kinder ansieht und behandelt.

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Nachtrag: Alles schon sehr seltsam mit den Kulturen (und mit der Zukunft der deutschen Sprache ;-) . . Ich lese mal eben das hier... Oder das. Und wenn man dass erst, muslimische oder nicht, über die Grenzen schaut!