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Dienstag, 28. August 2012

Jimmy Carter und sein Playboy-Interview

Wie es kommt, dass ich an diese alte Story denken muss -- geschenkt. Wenn ein Politiker der Wille zur Macht groß genug ist, dann tut er manchmal Unüberlegtes. Basta, Schröder!

Die Story also: Jimmy Carter wollte US-Präsident werden. Ein paar Stimmen von den vielen Playboy-Lesern waren willkommen. Also ging er zum Playboy und ließ sich interviewen.

Die gängige Überlieferung: Carter wurde mit der Frage nach Ehebruch gelöchert. Verneinte mehrmals. Wollte aber doch als einer von den Playboy-Lesern erscheinen. Etwas musste her. Also kam das mit dem "Ich habe in meiner Vorstellung oft mit anderen Frauen geschlafen."

Original: "I've looked on a lot of women with lust. I've committed adultery in my heart many times." (time.com, Top 10 Presidential Pop Culture Moments)

Alternative Interpretationen des Zustandekommens dieser Aussage:

a) Carter war schlecht vorbereitet und hat unüberlegtes Zeug von sich gegeben. Siehe oben.

b) Carter war sehr gut, er war sogar sogar extrem gut vorbereitet. Er hat mit seinen Beratern und -- aufbepasst! -- auch mit seiner Frau vor dem Interview über diese Frage gesprochen. Rosalyn Carter hat gesagt: "Jimmy, du sagst dann, dass du in deiner Vorstellung oft mit anderen Frauen was hattest. Das ist auch bei den konservativsten und treuesten Ehemännern aus Indiana und Wisconsin nachvollziehbar. Und ich verkrafte das schon! Ach was -- ich will, dass du das sagst! Du sollst ja schließlich Präsident werden." -- Jimmy Carter hat genickt. Die Frage, wie es mit der Vorstellung von Rosalyn in der Vergangenheit so bestellt war, die hat er aber dann doch nicht gestellt.

Was ist nun wahrscheinlicher, a) oder b)?

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Kleiner Nachtrag zur Aktualisierung (29.08.2012):

Ann Romney: "[Nach ihrer Rede] holte ihr Mann [Mitt Romney] sie vom Rednerpult ab und feierte die Rede seiner Gattin mit den Delegierten. Es war eine ungewöhnliche Geste, den Star des Parteitags so früh und so beiläufig auftreten zu lassen. Tiefer hätte die Verbeugung vor der Frau, die ihm seit einem Tanzabend im Gymnasium vertraut, nicht ausfallen können. TV-Kameras zeigten Mitt Romney als Zuhörer der folgenden Rede von Chris Christie zwischen seiner Frau und Condoleezza Rice. Das Bild beschloss nur einen Abend, den Rednerinnen, darunter Nikki Haley, die Gouverneurin von South Carolina, dominiert hatten. Ihre Botschaft war dieselbe: Frauen, denen konservative Werte am Herzen liegen, können und sollen die Republikaner wählen. Gerade weil die Demokraten unter ihnen mit rund zwanzig Prozentpunkten vorn liegen." (WELT Online)

Nun, was sagen wir denn da? Vom Playboy ist das ganz schön weit entfernt. Die Schlüpf(e)rigkeiten mussten draußen bleiben. Da allerdings wurden sie dem Vernehmen nach durchaus gepflegt: