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Dienstag, 3. November 2015

Sprache und Gewalt

Gewalt in der Sprache, also in sprachlichen Ausdrücken. Aufruf zur Gewalt, selbstverständlich: durch und mit Sprache. Und daneben das Gut der freien Rede. In den USA nahezu absolut gesetzt. Das gegenwärtige Deutschland befindet sich da eher an der anderen Seite einer Skala. Thomas Fischer in einem ZEIT-Kommentar:

Bevor Sie sich jetzt wieder aufregen, liebe Endkampf-Teilnehmer an den Pforten der Unterwelt: Lesen Sie doch einmal Saul Friedländer: Kitsch und Tod, und Josef Stalin: Marxismus und Fragen der Sprachwissenschaft. Die beiden Autoren haben wahrlich nichts miteinander zu tun.
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Ein schweres, ein belastendes Werk, wie wir Nachgeborenen von unseren Eltern und Großeltern erfahren haben, die es unternahmen und dennoch Mensch geblieben sind. Ein Werk voll großem Ernst – deutsch eben. Es kann – aus der Sicht seiner damaligen Ersinner – unmöglich in Einklang gebracht werden mit Ansammlungen mehr oder minder bemitleidenswerter Individuen der Jahrgänge 1980 fortfolgende, die sich selbst "Sturm 18" nennen oder "Ernte 23" und aufgrund tragischer Dispositionen eine urwüchsige Freude daran haben, behinderte Menschen oder ängstliche Kinder oder situativ Schwächere zu quälen, ihnen Besenstiele in den Anus zu stecken, auf sie zu urinieren, sie im Kreis herumkriechen zu lassen, sie totzutreten, und so weiter. Also einer Personengruppe, die man als bedauernswert psychisch Gestörte oder meinetwegen auch als multipel sadistische Problempersönlichkeiten bezeichnen kann, was freilich keine Entschuldigung ist. Es gibt sie überall auf der Welt.

Nein! Was ein ernsthafter Juden-Verfolger ist, hat mit solchem Menschenmaterial so wenig zu tun wie der Deutsche-Bank-Broker mit dem American Psycho. Ein Mann muss tun, was ein Mann tun muss, sprachen Heinrich Himmler und Reinhard Heydrich. Sie sollen oft auch geweint haben.