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Samstag, 14. November 2015

Der Terrorismus wird ...

... eine neue Gesellschaft im Westen erzwingen. 

Warum?

Ich habe versucht, mich durch die Spiegel-Online-Kommentare zu einem Kommentar von Roland Nelles ("Terroristen: Sie werden diesen Kampf verlieren") zu lesen. Dieser Kommentar wurde eingestelle: Samstag, 14.11.2015 – 11:31 Uhr.

Darunter das Forum: Im Moment (16:09) "insgesamt 625 Beiträge, Seite 1 von 125, beginnend mit

1. Der Elefant im Raum | bestrosi heute, 11:45 Uhr | Herr Nelles, Sie haben etwas vergessen: den Islam. Man kann sich natürlich weiterhin wegducken, wie es jetzt der Zentralrat macht. Herr Masyek und Co. werden wieder beteuern, dass der Terror "gar nichts mit dem Islam zu tun habe". Aber irgendwann muss man einmal aufwachen und die totalitären Züge dieser Lehre sehen. Die allermeisten Muslime sind friedlich und normale Bürger - dies vor allem, weil sie den Islam durchdenken und offen halten. Und weil sie sich nicht davon ihr ganzes Leben diktieren lassen. Der wichtigste Kampf gegen den Islamismus (der Teil des Islam ist!) findet auf geistiger Ebene statt.

Was ich noch nicht in dem Kommentar und in den Forumsbeiträgen gelesen habe, ist dies: Diese Auseinandersetzung mit dem Terrorismus -- jeglichem Terrorismus, nicht nur dem islamistischen -- ist unter den bestehenden Verhältnissen nicht zu gewinnen. Warum? Schauen wir uns diese kleine Meldung einmal an:

Francois Duchateau | Eine Air-France-Maschine durfte in Amsterdam nicht starten, nachdem ein Drohtweet abgeschickt wurde #ParisAttacks telegraaf.nl/article/247421…

Es gibt kaum etwas Einfacheres, als irgendwo auf der Welt ein Handy zu nehmen und so eine Drohung durchzutelefonieren. Telefonüberwachung? Gut, aber was nützt die, bei der allumfassenden Verbreitung des Smartphones? Und es kann ja auch ein ganz unsmartes, einfaches Ding sein, 10 Jahre alt. Wenn der Terrorismus im Normalfall diese extrem preisgünstige und leicht verfügbare Form der Attacke wählt und nur zwei, drei mal im Jahr tatsächlich blutig zuschlägt, dann ist ein Leben, wie wir es gewohnt sind, nicht mehr möglich. Dann muss entschieden werden: Entweder die Überwachung der Gesellschaft in einer ganz neuen, umfassenden Art oder ein Leben mit der Gewalt. Keine Gesellschaft, auch nicht die moderne, die über die eine Meldung zu der nächsten geht, wird sich für ein Leben mit der Gewalt entscheiden. Also wird, auch wenn die Datenschutz-Empfindsamen noch so laut schreien, die Überwachung immer mehr zunehmen.
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Und es wird wieder behauptet werden, dass man gegen geheimdienstliche Überwachung sein kann oder muss, aber dennoch die herkömmliche Freiheit haben kann. Die kleine Rückfrage wird notwendig sein: Wie soll das gehen? Es verschlüsselt doch nicht nur Herr K. seine Mails, wenn er nicht möchte, dass eine Frau von seiner Geliebten erfährt, sondern auch der Terrorist L., wenn er möchte, dass der Geheimdienst nicht mitlesen kann.
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Erste Bestätigung der These, in eine zusätzliche Richtung: Beginnende gesellschaftliche Hysterie. Unvermeidlich. (15.11.2015 -- 12:49):

+++ 10:58 Nerven liegen blank: Immer wieder falscher Alarm +++ || Die Nerven in Paris liegen nach den Anschlägen blank: Nervöse Bürger alarmieren immer wieder die Polizei, weil sie Explosionen zu hören glauben oder Männer mit Kalaschnikow gesehen zu haben. Letztlich erweisen sich die Warnungen als unbegründet oder als harmlose Böller oder geplatzte Reifen. "Verbreitet nicht und leitet keine falschen Informationen oder falschen Gerüchte weiter", bat die Pariser Polizei im Internetdienst Twitter die Bürger. (n-tv)
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Nächste Bestätigung (16.11.2015 11:13):

Berlin-Charlottenburg | Nach doppeltem Bombenverdacht: Entwarnung am Kudamm | 10:56 Uhr || Von Martin Pfaffenzeller und Martin Niewendick  Wegen eines verdächtigen Elektronikgerätes vor dem Institut Français ist der Kurfürstendamm auf Höhe der Uhlandstraße gesperrt gewesen. Zuvor war der Kudamm auf Höhe der Joachimsthaler Straße wegen eines verdächtigen Koffers weiträumig abgeriegelt gewesen. || Es handelte sich wohl um einen CD- oder DVD-Player. Das Institut befindet sich am Kurfürstendamm Ecke Uhlandstraße. Wenig später kam die Entwarnung und die Sperrung wurde aufgehoben. (Tagesspiegel)

Wie viel an Arbeitszeit und damit Geld wird für solche Fehlalarme in Zukunft aufgewendet werden müssen? Welche andere Einsätze der Polizei und der Verbrechensprävention werden auf diese Weise verhindert?

Ja, alles hängt mit allem zusammen.