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Donnerstag, 15. September 2016

"Laberwissenschaft"

Ich suche für eine lexikologische Untersuchung in Wörterbüchern, ob der Begriff "Laberwissenschaft" schon aufgenommen ist. Bisher werde ich nicht fündig. Was nicht heißt, dass dieser Begriff nicht existiert. Schön ist's beim Duden, der mir zurückgibt:

Leider haben wir zu Ihrer Suche nach 'Laberwissenschaft' keine Treffer gefunden. || Oder meinten Sie: Naturwissenschaft?

Auf der anderen Seite:

Hadmut Danisch 18.7.2010 15:25 | Es geht an sich schon aus den Antworten des Ombudsmanns und der Kommission hervor: | Sie sind der Meinung, daß man die fachliche Richtigkeit einer Dissertation nachträglich überhaupt nicht prüft. | Solche rein fachlich-technischen Anträge habe ich in anderen Fällen schon gestellt, da passiert einfach gar nichts. Das Grundproblem daran ist, daß die Geistes- und Laberwissenschaften alle so weich sind, daß sie „falsch” und „richtig” gar nicht kennen, sondern nur so eine Meinung und eine andere Meinung. Der Nachweis eines Fehlers kommt in deren Erlebnis- und Wissenschaftswelt überhaupt nicht vor, das ist nur das Äußern einer anderen Meinung. Und da ich nicht vom Fach bin und nicht in deren Wissenschaftshierarchie oben stehe werde ich gar nicht erst als jemand wahrgenommen der eine beachtenswerte Meinung haben könnte. Die sehen Mathematik nicht als was festes, überprüfbares an, sondern bei denen ist 2+2=7 eben eine von vielen Meinungen und von der Wissenschaftsfreiheit geschützt. | Freilich würden einen die Statistikfehler in die Nase beißen, wenn man mal eine Einführungsvorlesung gehört hat. Aber Juristen, Zoologen, Ägyptologen, Historiker tun das alle nicht. Wie sollen die verstehen können, wo das Problem liegt? Diese Kommission ist doch schon von ihrer Zusammenstellung eine Farce. | Vielleicht hätte ich irgendwas mit Ziegen und Pyramiden vortragen müssen …

Ja, der Danisch-Hadmut! Erinnert mich immer an jene Kunstfälscher, die erbost sind, dass sie, die sie malen können wie Raffael und Dürer zusammen, vom Kunstbetrieb, dieser Steuer-Verschwendungsmafia, nicht anerkannt werden. (Meine Lieblinge: Han van Meegeren und Lothar Malskat.) Stattdessen Schmierfinken resp. Feministinnen, die das Geld bekommen! Einfach eine zum Himmel schreinde Ungerechtigkeit.

Ach, und streng Google-statistisch, soeben für Laberwissenschaften: Ungefähr 2.160 Ergebnisse

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Und auf wikimannia.org, der Anti-Genderstudies-Seite der echten Kerle, gibt es natürlich auch ein Zitat von Danisch. Und noch viel mehr:
  • "In meinem Freundeskreis studieren immer mehr Laberwissenschaften, weil sie merken, dass man da im Gegensatz zu MINT nichts leisten, sondern nur regelmäßig möglichst bedeutungs­schwangeren Nonsens in die Tastatur hacken muss. Und die Politik ist vollkommen auf Glauben, Gefühl und Irrationalität eingeschossen, ob nun christlich wie die CDU oder esoterisch wie bei den Grünen."
  • ...
  • "Der Staat schafft für Absolventen der Geschwätz­wissen­schaften bereits jetzt mit Milliarden­summen potemkinsche Arbeitsplätze in irgendwelchen überflüssigen Instituten und Vereinen, aber das reicht natürlich bei weitem nicht aus, um alle, die wertloses Zeug studiert haben, aufzufangen." - Akif Pirinçci