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Donnerstag, 15. September 2016

Türkei: "Verzerrt", "voreingenommen" und ...

Ja nun, es gibt eben ein ganz unterschiedliches Urteil über das, was die Presse darf und was der Presse durch die garantierte Pressefreiheit zusteht.

"Verzerrt", "voreingenommen" und "hochgradig provokativ" – die Wortwahl im türkischen Außenministerium belegt eine neue Erregungsstufe. Deren Auslöser ist ein Sonderheft des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" mit dem Titel "Brennpunkt Türkei" und dem Untertitel "Ein Land verliert die Freiheit". | Vor allem die Titelseite kommt in Ankara nicht gut an. Es zeigt das Konterfei des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan. Darunter ist eine Moschee abgebildet, zwei der Minarette verwandeln sich in Raketen. | Das Sonderheft sei "ein klares Beispiel für eine anti-türkische Herangehensweise", beschwert sich das Außenministerium in Ankara, das zugleich Versuche verurteilte, Erdogan zu "beschmutzen". Die "bösartigen" Versuche, das Image der Türkei zu beschädigen, müssten aufhören. Zudem hinterlasse das Cover nicht nur ein negatives Bild der Türkei, sondern des gesamten Islam. (dw.com)

Passend dazu habe ich heute morgen ein ZeitZeichen / WDR von Claudia Belemann gehört. Über Oriana Fallaci. Und dann die Amazon-Kritiken zu deren Buch Die Wut und der Stolz gelesen. Auszüge:

Fünf *
"Warum sollen wir tolerant gegenüber jemandem sein, der uns gegenüber keine Toleranz an den Tag legt?" | Von Dr. R. Manthey |...| am 24. Juni 2016 | Warum sollte man ein solches in Wut geschriebenes Buch nach 15 Jahren noch einmal lesen? Ganz einfach: Weil es zeigt, dass kluge und welterfahrene Menschen schon vor recht langer Zeit zu auf der Hand liegenden Erkenntnissen kamen, die heute immer noch von den selbsternannten Eliten aus welchen Gründen auch immer einfach geleugnet und mit einem Bannstrahl bedacht werden. Man kann es aber auch unter einem anderen Aspekt sehen: Dieses Buch wurde in einer Millionenauflage verkauft. Hat es irgendetwas geändert? Fallaci schreibt am Ende ihres Textes von 2001, dass es egal ist, ob Italien mit Kanonen oder Schlauchbooten erobert wird. Man kann über diese Weitsicht nur staunen

Ein *
Xenophobe Polemik | Von Philter am 24. Juni 2010 | Fallaci, deren Biographie eher eine weltoffene Sicht erwarten lässt, legte hier ein verbittertes Alterswerk vor. Der große Titel, der an Formate wie 'Überwachen und Strafen' oder 'Zorn und Zeit' erinnert, kann jedoch weder auf analytischer, noch auf argumentativer Ebene mithalten. Der Islam wird sachkenntnisfrei verurteilt, auf einem Niveau, das sich inhaltlich nicht von Stammtischen abhebt. Mit pauschalen Aussagen oder Theorien wie etwa der, daß es eine Art Masterplan zur Übernahme der Westlichen Welt durch Migration gäbe, grenzt Fallacis Argumentation an psychiatrisch relevante Ideen. | Wer gerne fremdenfeindliche Pamphlete liest, ist hier richtig beraten. Wer auf eine differenzierte Debatte aus ist, sollte die Finger von diesem Buch lassen.

Kommentare zu Letzerem:
  • hjm Vor 27 Tagen | wer ist Philter ? was wollen Philter? links-rot-grün-verchipt ! Armer Mensch!!
  • Liz Vor 5 Monaten | wie sehen Sie das heute?
Ja, die Meinungen gehen auseinander. Hier und dort.