Mittwoch, 21. November 2018

Shaun Greenhalgh

Wenn wir schon mal dabei sind: Das mit 25 Euro relativ teure Fälscher-Buch von Henry Keazor (Täuschend echt! Eine Geschichte der Kunstfälschung) bringt, wenn man dem Inhaltsverzeichnis vertraut, relativ wenig. Bei der Wikipedia kann man sich da das eigene, viel umfangreichere Fälscher-Fälschungen-Buch zusammenstellen. Anyway. Nehmen wir mal den großen ...

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Shaun Greenhalgh (* 21. Juni 1960 in Bolton) ist ein britischer Maler, Bildhauer und Kunstfälscher. Über eine Zeitraum von 17 Jahren, zwischen 1989 und 2006, produzierte er eine große Zahl gefälschter Skulpturen, Gemälde und Zeichnungen, darunter angeblich eine Zeichnung von Leonardo da Vinci. Er verkaufte seine Fälschungen an Kunstmuseen, über Auktionshäuser und an Privatleute. Die „lupenreine“ Provenienz lieferten seine Eltern George und Olive Greenhalgh, die in den Schwindel mit einbezogen waren. 2007 wurde Shaun Greenhalgh zu 4 Jahren und 8 Monaten Haft verurteilt, seine Eltern wurden auf Grund ihres hohen Alters auf Bewährung freigesprochen. Im Gefängnis schrieb er das Buch „A Forger's Tale“, in dem er u. a. behauptet, der Autor der Zeichnung „La Bella Principessa“ zu sein, die von einzelnen internationalen Leonardo-Spezialisten, darunter Martin Kemp von der Universität Oxford, als Leonardos eigenhändiges Werke begutachtet wurde. „La Bella Principessa“ wurde 1998 bei Christie’s in New York für 19.000 US-Dollar versteigert. (Wikipedia)

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Die Amazon-Rezension eines Enttäuschten dazu:

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artlove
1,0 von 5 Sternen EntTäuschend
7. August 2015

Das Buch teilt uns letztlich nur mit wie marode und überholt das System des Kunstexpertentums tatsächlich ist. Für einen wissenschaftlichen Beitrag ist es auffällig subjektive verfasst. Der Autor scheint sich obsessiv an der Person des Kunstfälschers Wolfgang Beltracchi abzuarbeiten. Zurück bleibt der Eindruck eines weiteren Wutbürger-Bashing-Versuchs. Deutlich wird der tiefsitzende Schock, den die Welt der Kunstsachverständigen und Journalisten bis heute nicht verarbeitet hat. Die Negation der künstlerischen Arbeit eines Fälschers entpuppt sich als Versuch, die verlorenen gegangene Herrschaft über die Deutung der Kunst zurückzuerlangen. Der Autor hat sich viel Mühe gegeben den Maler, der sich in eine erstaunliche Vielzahl von Künstler hinein versetzen kann und aus seinem erlangten Wissen und seinen besonderen Fähigkeiten unzählige neue Werke kreieren kann, zur durchschnittlichen Alltagserscheinung zu degradieren. Wer den Doku-Film Beltracchi - Die Kunst der Fälschung gesehen hat, kennt den Grund der Wut. Mit seinem dortigen Auftritt hat der Verfasser verdeutlicht, welchem Kunstverständnis aus dem 19.Jahrhundert er hinterher trauert. Statt mit sinnvollen Beiträgen argumentiert er mit „Herzblut“ als Nachweis echter Künstlerschaft, um dann als Vermarktungsberater zu fungieren.

Alles was in dieser „Fälscher-Analyse“ zusammengefasst wurde ist die Repetition von unzähligen Zeitungsartikeln der vergangenen Jahre. Die inflationäre Anzahl solcher Veröffentlichungen hat an sich schon ein „Geschmäckle“. 

[Ein wenig korrigiert.]

-- Weitere Bücher --

Noah Charney: Original Meisterfälscher - Ego, Geld & Größenwahn


Stefan Koldehoff: Falsche Bilder - Echtes Geld. Der Fälschungscoup des Jahrhunderts ...


Susanna Partsch: Tatort Kunst: Über Fälscher, Betrüger und Betrogene


Wolfgang Beltracchi: Die Kunst der Fälschung


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