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Samstag, 23. Juli 2011

Killerspiele

Ich stoße, bei der Suche nach ganz anderen Dingen, im Amazon-Forum auf eine neue Ego-shooter-Debatte. Zugegeben etwas reflexhaft merke ich an:

Dieser Punkt -- verschärft: sollen Ego-shooter "Killerspiele" heißen, usw. -- wurde in der Wikipedia rauf und runter diskutiert. Das Problem, aus meiner Sicht:

  • a) die Sache ist komplex
  • b) die Liebhaber dieser Spiele bilden eine Lobby, die Argumente gegen Verbote und gegen die Bezeichnung 'Killerspiele' sammelt; das ist ihr gutes Recht, aber -- halbwegs sachlich-objektiv sind solche interessegeleiteten Stellungnahmen natürlich nicht
  • c) unstrittig scheint mir zu sein: 99,9 % der Spieler sind ok und keine Gefahr für andere
  • d) das Problem sind die 0,1%; oder anders:
  • e) bei vielen school-shootern war Fakt, dass sie auch Ego-shooter-Spieler waren (eine genauere Auflistung wäre hilfreich)
  • f) als Nicht-Spieler wird man den Eindruck nicht los, dass eine gewisse verrohende Wirkung von diesen Spielen ausgeht;
  • Wenn es nur auf Reaktionszeit, Wettkampf ankäme: Warum nicht auf rote und grüne Dreiecke ballern? Da könnte man auch zeigen, wie schnell man ist.

Alles in allem: Argumente sind immer abhängig von Emotionen, und es wäre schon gut und es wäre viel gewonnen, wenn auch die ES-Liebhaber erkennen würden, dass sie für Außenstehende einen gewissen Freak-Charakter haben und dass man Argumenten, die aus dem Interessenvertreter-Kreis kommen, in der Rest-Öffentlichkeit nicht sonderlich traut. Das ist ein wenig so wie bei Beweisen der Zigaretten-Industrie, die "nachweist", dass Rauchen keineswegs schädlich ist. "Thank You for Smoking" anschauen!

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Nachtrag:

"Man funktioniert wie eine Maschine". Anders Behring Breivik schreibt in seinem Manifest, er habe mit einem Ego-Shooter für seine Tat geübt. Geht das überhaupt? Psychiater und Computerspielekritiker Bert te Wildt meint: ja." (taz)