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Mittwoch, 4. Juli 2012

Argumentieren: Kostenbilanz

Mittoch, 4. Juli 2012. -- Lektüre des Wirtschaftsteils der SZ. Bankenkrise. Iglo und die Heuschrecke. Usw. 

Überlegung: In den Zeiten, als die Atomkraftwerke groß wurden, haben Kritiker gefordert, dass die Betreiber für die Gesamtkosten aufkommen und diese -- auch Zukünftiges betreffende -- Gesamtkostenbilanz mit in die Kosten der Kilowattstunde einpreisen müssten. Polizeieinsätze. Abriss. Endlagerung des Atommülls. Damals erschienen Menschen, die so etwas forderten, vielen 'Realisten' als Spinner. Heute sehen wir, was wir von soviel Realismus hatten.

Diese Überlegung ergäbe, konsequent weitergedacht, ein großes Heilmittel für viele heutige Probleme.

Startbahn 3 in München, beispielsweise. Die Erbauer müssen die Hausbesitzer in der Einflugzone entschädigen, aufgeteilt in einen Sofortbetrag und eine jährlich zu zahlende Pacht. Der Verein deutscher Makler hilft bei der Berechnung der Beträge. Da wäre dann wahrscheinlich gar kein Volksentscheid notwendig gewesen.

Die Banken: Sie müssen sich einfach selbst versichern! Wie hätte die HRE gewirtschaftet -- wirtschaften können, wenn sie ihre Risiken wirklich hätte versichern müssen? Und sage keiner (nicht wahr, Herr Funke, der ich Sie gestern in Mallorca via Fernsehen mit großen Schuldzurückweisungen gesehen habe!), die HRE-Risiken seien nicht vorhersehbar gewesen. Wer ein Fachmann sein will, der studiert die letzten 30 Jahre Pleiten, Pech und Pannen in der globalen Wirtschaft. Er entwirft dann ein Worst-Case-Szenario. Und versichert das.

Nur wenn der Entschädigungs- und Versicherungsgedanke konsequent in das Wirtschaftsdenken aufgenommen wird, entsteht ein wirklich nachhaltiges, auf die Zukunft schauendes Wirtschaften!