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Sonntag, 27. April 2014

Soreth - Ströker. Again and again.

[ Zu diesem Thema in diesem Blog ]

Mal wieder ein wenig herumgesucht in Sachen Soreth - Ströker. Dabei die Einlassung der Bonner Kommission vom 25.03.1991 gelesen. Extrem schwer verständliches Kommissionsdeutsch, an einigen Stellen mit stilistischen Highlights.* 

Ich extrahiere als wesentlich, in meinen Worten formuliert:
  • Die vorliegende Druckfassung von Strökers Dissertation weicht von der zur Beurteilung eingereichten Fassung ab. Die eingereichte Fassung ist nicht auffindbar. Es gibt Hinweise, dass auf Veranlassung des Diss.-Betreuers Prof. Litt Fußnoten gestrichen worden sind, die Belege auf Zitiertes / Übernommenes enthielten.
  • Die Zeiten waren damals so, dass man nicht alles so genau nahm. Wenn etwas im Literaturverzeichnis stand, dann reichte das. [Es bleibt die Frage: Durfte man dann wirklich Passagen aus Büchern und Aufsätzen ohne Anführungszeichen / Zitieren wörtlich übernehmen?]
Fazit des Berichts: "Bei dieser Sachlage kann die Kommission der Fakultät nur empfehlen, mit dem Ziel der Titelentziehung gegen Frau Dr. Ströker nicht einzuschreiten."**

Eine Darstellung der Kontroverse, bei der man gewisse Passagen vielleicht besser hätte formulieren können:***

"Bonner Diss-Kontinuitäten || Die gibt es offenbar in Bonn. Dass es vielleicht drei Jahre dauert, bis man dort zu einer verantwortlichen Entscheidung gelangt, spricht aber dafür, dass es auch die anderen gibt, die Unverantwortlichen. Vor 2011 war die Universität Bonn eher für eine Abbügelung prominenter Plagiatsfälle bekannt, die Hermann Horstkotte “Bonner Nachsicht bei Plagiaten” nannte: 1991 sprachen Kommissionen der Uni Bonn fast zeitgleich Margarita Mathiopoulos und Elisabeth Ströker von einer Täuschungsabsicht frei und sahen – trotz offensichtlich sich durchziehender Mängel – von einer Doktorentziehung ab. Strökers Dissertation provozierte damals einen Dauerkonflikt mit der Nachbaruniversität in Köln, die darauf bestand, dass ein solches Machwerk in Köln weder zum Entstehungszeitpunkt 1955 noch bei der Überprüfung 1991 als Dissertation gelten dürfte."

Eine sehr schöne, knappe Darstellung in dem neuen Buch von
Das Thema im Kontext der Verjährung-Diskussion:

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* Textprobe: "Die Kommission bejaht auch die Zuständigkeit der Fakultät, obgleich die Verordnung zur Durchführung des Gesetzes über die Führung akademischer Grade vom 21. Juli 1939 (RGBl. I S. 983) das Dekane-Konzil für zuständig erklärt hat. Sie hält die Vorschrift nicht für fortgeltendes Recht, weil das damalige Dekane-Konzil entsprechend dem Führerprinzip aus ernannten Dekanen bestand, deren Zuständigkeit begründet worden war, um so gesicherten Außeneinfluß auf die Entziehungsentscheidungen nehmen zu können. Eine solche Zuständigkeitsordnung gilt unter dem Grundgesetz nicht fort (Art. 123 Abs. 1 GG). Im übrigen ist das ius promovendi, dazu gehört naturgemäß auch das Recht in einem Prüfungsverfahren die Täuschungsqualität einer Arbeit festzustellen, – verfassungsgeschützt (Art. 5 Abs. 3 GG) – Fakultätsangelegenheit, so daß eine abweichende Zuständigkeit auch daran scheitern müßte. Jedenfalls ist die Zuständigkeitsnorm dadurch untergegangen, daß das Nordrhein-Westfälische Hochschulrecht bezüglich der Organe der Hochschule durch Erlaß des Hochschulgesetzes eine abschließende Regelung getroffen hat, neben der keine dort nicht vorgesehenen Organe für hochschulrechtliche Entscheidungen bestehen können. Spätestens durch Erlaß des WissHG ist also die Zuständigkeitsnorm der Durchführungsverordnung untergegangen. Die Zuständigkeit der Fakultät folgt also aus § 4 Abs. 1 S. 2 GFAG i.V.m. § 25 Abs. 2 WissHG."

** Schöner Satzteil! ... mit dem Ziel der Titelentziehung gegen Frau Dr. Ströker nicht einzuschreiten. Was das wohl heißen mag? Hätte es nicht dieser Satz getan: ... Frau Ströker den damals erworbenen Doktortitel nicht zu entziehen. ?

*** "Machwerk"? Haben die Kölner wirklich dieses Wort verwendet? Wohl eher nicht. Muss man auch nicht verwenden, denke ich.

Donnerstag, 24. April 2014

"Immer weniger Menschen profitieren vom Wohlstand"

Der Paritätische Wohlfahrtsverband beklagt die wachsende soziale Spaltung in Deutschland. Der Regierung wirft der Verband Tatenlosigkeit und Ignoranz vor. | Aktualisiert 24. April 2014 | 28 Kommentare || Ein Mann sitzt auf einem Gehweg und bittet um Almosen. | Am wachsenden Wohlstand haben immer weniger Menschen teil, kritisiert der Paritätische Wohlfahrtsverband. In seinem Jahresgutachten 2014 wirft der Verband der Politik Passivität vor, die "bisweilen schon an sozialpolitische Ignoranz grenzt". Weder die politischen Maßnahmen von Schwarz-Gelb noch die von Schwarz-Rot hätten den Trend der wachsenden sozialen Spaltung bisher aufhalten können.

Wäre es da nicht an der Zeit, eine neue Partei zu gründen? Die Wähler von allen anderen Parteien abzieht? Die mehr sozialen Ausgleich durchsetzt. -- Nein, nicht eine Partei für "mehr Gerechtigkeit". Es gibt viele, die sagen, dass sie ja zurecht mehr haben als andere. Weil sie tüchtiger und schlauer sind und härter arbeiten. Nur nützt das alles nichts, nicht wahr, Louis XVI? Der Adel und die Kirche, die waren auch mal tüchtiger als die anderen. Dachten sie jedenfalls. Und wir wollen doch Blutbäder wie in der Vergangenheit vermeiden, oder?

Die Israelis und die Palästinenser

Ach ja, und da waren doch noch mal wieder ein paar Meldungen über die Israelis und die Palästinenser. Für den eiligen Leser kommen sie rüber als: Die Israelis sagen, die Palästinenser im Gazastreifen und auf den Westbanks, die sollen gefällgst Feinde bleiben. Dass Hamas und PLO sich einig sind, das ist ja eine Bedrohung Israels!

Nun gut, das kann ja so nicht gemeint sein. Aber wie ist es dann gemeint?

Und die Ukraine dann? Je nun, die treibt auf einen Krieg zu. Oder?

Begegnung mit einem Psychopathen

Das ist doch mal eine Meldung! Die lässt einen nachdenken. Sind wir wirklich so sehr genetisch determiniert? Und haben wir dann dennoch diese Auswege, die aber auf Glück, auf Zufall beruhen?

US-Wissenschaftler James Fallon | ~ || 24. April 2014 || James Fallon ist einer der bekanntesten Neurowissenschaftler Amerikas. Als er seinen Gehirnscan untersuchte, machte er eine gruselige Entdeckung. Von Martin Knobbe und Alexandra Kraft || Ein einfacher Bungalow auf dem Campus der Universität in Irvine, Kalifornien. Hier wohnt James Fallon, einer der angesehensten Neurowissenschaftler der USA. Er trägt ein buntes Hemd und klagt ausführlich über Hüftschmerzen. Ist es der erste Versuch, uns um den Finger zu wickeln? | Wir besuchen einen Mann, der vor ein paar Jahren eine grausige Entdeckung machte. Er hatte den Auftrag, Gehirnscans von verurteilten Serienmördern zu begutachten. Er sollte herausfinden, ob sie Gemeinsamkeiten haben. Tatsächlich, so ergab seine Studie, mangelte es allen Mördern an Aktivität in Bereichen des Frontal- und Temporallappens, Bereiche im Gehirn, die für Empathie und Selbstkontrolle zuständig sind. Einer dieser Scans zeigte besonders deutlich diese Kennzeichen eines psychopathischen Mörders. Als James Fallon den Scan decodierte, entdeckte er: Es war sein eigener. Er hatte ihn für eine andere Studie auf seinem Schreibtisch liegen gehabt.

Harald Martenstein heute morgen* in der ZEIT: Dass alles doch im Grunde Glück sei. Auch, dass er diese Kolumne schreibe und andere, die das ebenso gut könnten, eben nicht.

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* 15.12.2015 Habe ein wenig nachgeschlagen. Es muss wohl diese Kolumne sein, auch wenn die ZEIT da ZEITMAGAZIN NR. 18/2014 6. MAI 2014, 14:32 Uhr hinschreibt. Woanders steht aber ganz in meinem Sinne Zeit Magazin, Nr. 18, 24.04.2014, S. 6 . Dann ist die ZEIT-Angabe halt die, in der diese Kolumne online gestellt wurde.

Montag, 14. April 2014

bloggeramt.de

Es war so eine Idee am Morgen: Dass ich mich kurz in der "Bloggosphäre" umschaue. Ich werde da auf einer Seite ins bloggeramt.de verwiesen und melde mich kurzerhand da an. Und schon beginnt das -- ja durchaus nützliche -- Nachdenken. Welche Art von Blog schreibe ich eigentlich? Ich schreibe ja über alles Mögliche? Ist das hier also ein Privatblog?

Was soll das überhaupt sein, ein Privatblog? Klingt nach: "Ich und meine Hobbys...". Aber darum geht es hier ja nicht. Was also? Ich bekomme, nachdem ich drei Stichworte eingegeben habe, den Vorschlag: Politik-Blogs. Nun gut. Gemäß der Alt-68er-Devise, dass alles, auch das Private, die Kunst und die Wissenschaft politisch sind, stimme ich da erst mal zu. In einer ersten Näherung schon ok.

Und nun? Nun sehen wir mal weiter, indem wir abwarten, was sich da im Bloggeramt so tut.

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Nicht so schön ist gleich mal, dass der Besuch im Forum scheitert, weil da ein Link nicht stimmt.

[ Wie immer: Draufklicken zum Vergrößeren ... ]



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Nun, der Name BLOGGERAMT ist schon richtig gewählt! Jetzt wird es nämlich schwer amtlich und, nun ja: die Wasser des Nützlichen werden nun auch ein wenig auf die Seite bloggeramt.de umgeleitet! Ok, verständlich! Von irgendwas muss der Mensch und die Website schließlich leben.

"Deine Anmeldung ist erfolgreich bei uns eingegangen! | Wichtig: Bevor wir deinen Blog freischalten können, müssen wir jedoch überprüfen, ob es sich auch tatsächlich um deinen Blog handelt. Dazu möchten wir dich bitten entweder einen der folgenden Buttons in deinen Blog zu integrieren oder einen kleinen Code (HTML-Kommentar, vgl. weiter unten). || Für einen Eintrag in das BloggerAmt Verzeichnis besteht keine Backlinkpflicht! || Dennoch würden wir uns natürlich freuen, wenn du einen kleinen Platz für unseren Button in deinem Blog finden würdest. Damit kannst du dein Blog nicht nur grafisch etwas aufwerten, sondern kommst ebenfalls in den Genuss einiger Vorteile. Unter anderem werden deine neuen Einträge automatisch auf dem Schwarzen Brett direkt auf der Startseite veröffentlicht!"

Aber nun gut, vorläufig hier! Wenn es sich bewährt, dann auch etwas prominenter plaziert [sic].

Blogverzeichnis

Sonntag, 13. April 2014

Ein altes Notebook 5: Chromium? Nein, Linux.

Die Versuche mit dem Computerbild-Chromium haben nur viel Zeit gekostet und nichts gebracht. Wer ein altes Notebook weiterverwenden will, der ist, denke ich, besser beraten, wenn er gleich eine schmale Linux-Variante installiert. Vorher die Daten runter, Festplatte formatieren, neu anfangen. So werde ich es jetzt jedenfalls machen. Oder eben  doch: das alte Win XP behalten, nach einer Neuinstallation. Es soll ja jetzt Hilfen für das offiziell abgeschaltete XP geben...

Palina Rojinski, Parship u. a.

Der Name Palina Rojinski war mir bis eben nicht bekannt. Zufällig lese ich das:

"Guys in Disguise": Palina Rojinski verkuppelt Singlefrauen auf ProSieben || Palina Rojinski: Kuppelauftrag von ProSieben | Neuer Job für Palina Rojinski: Die Moderatorin wird nach SPIEGEL-Informationen ab Juni auf ProSieben in "Guys in Disguise" versuchen, Frauen mit Männern zu verkuppeln. Die Verehrer werden den Damen in Tierkostümen gegenübertreten. | Die Entertainerin Palina Rojinski, 28, wird künftig bei ProSieben arbeiten. Das bestätigte Geschäftsführer Wolfgang Link dem SPIEGEL. Bislang war sie unter anderem für Viva und ZDFneo tätig. Von Juni an soll Rojinski die Kuppel-Doku "Guys in Disguise" präsentieren. (SPIEGEL Online)

Die Überlegung sofort wieder: Bei solchen Bekanntschaftsanzeigen-Shows, wie auch bei Dating-Seiten und Partnerschaftsvermittlungen denkt der Außenstehende vielleicht zuerst, da würden allenthalben schöne Frauen und attraktive Männer nach Partnern suchen. Die Werbung für diese Angebote tut ja auch so. Schaut man dann mal genauer hin, dann sind da nur Durchschnittsmenschen und manchmal auch -- Blitzgedanke: 'Kein Wunder, dass die suchen!' -- seltsame Gestalten. Äußerlich und vom Verhalten her.

Am schlimmsten ist es, wenn das sexuell Explizite ins Spiel kommt. Das Paar aus der Niederlausitz, das stolz darauf ist, im Fernsehen vorführen zu dürfen, wie sie gemeinsam und ganz locker sich schön machen und dann ihren Swinger-Club gehen. Beide 45, dicklich. Aber das hatten wir hier schon ...

Nun also Palina Rojinski.

Freitag, 11. April 2014

Zuckererbsen und Homer

Von Zeit zu Zeit muss man sich mit einfachen Mitteln klar machen, wie unterschiedlich Zeiten und Menschen sein können. Den Unterschied zwischen Vergangenheit und Gegenwart auch. Etwa mit kleinen Textstellen wie der folgenden:

"So sehnt sich der unruhigste Vagabund zuletzt wieder nach seinem Vaterlande und findet in seiner Hütte, an der Brust seiner Gattin, in dem Kreise seiner Kinder, in den Geschäften zu ihrer Erhaltung die Wonne, die er in der weiten Welt vergebens suchte.

Wenn ich des Morgens mit Sonnenaufgange hinausgehe nach meinem Wahlheim und dort im Wirtsgarten mir meine Zuckererbsen selbst pflücke, mich hinsetze, sie abfädne und dazwischen in meinem Homer lese; wenn ich in der kleinen Küche mir einen Topf wähle, mir Butter aussteche, Schoten ans Feuer stelle, zudecke und mich dazusetze, sie manchmal umzuschütteln: da fühl' ich so lebhaft, wie die übermütigen Freier der Penelope Ochsen und Schweine schlachten, zerlegen und braten. Es ist nichts, das mich so mit einer stillen, wahren Empfindung ausfüllte als die Züge patriarchalischen Lebens, die ich, Gott sei Dank, ohne Affektation in meine Lebensart verweben kann."

Ok, wo das steht, wer das geschrieben hat, ist vollkommen unwichtig. Wichtig ist, dass das einmal das Ideal einer jungen Generation war. Erbsenschoten abfädnen und dann Homer lesen.

Donnerstag, 10. April 2014

Hallelujah

Sing along with Father Ray ...



*
*   *

Rabiate Erziehungsmethoden ...

... BILD zeigt sie!


Es scheint immerhin gutes Wetter gewesen zu sein.

Schlagworte: Jugend, Teenager, Putzen, Erziehung, Vater.

Die Ukraine, Teil 2

Eine Meldung bei Google News:

"Konflikt in der Ukraine - Kiew stellt Separatisten Straffreiheit in Aussicht| Süddeutsche.de - ‎vor 22 Minuten‎ | Mögliche Straffreiheit für Separatisten: Die ukrainische Regierung hat den prorussischen Demonstranten in der Ostukraine im Fall ihres Rückzugs Straffreiheit in Aussicht gestellt. "Wenn sie ihre Waffen niederlegen und die Verwaltungsgebäude verlassen, ..."

Welches Bild fällt mir da ein?

Steht ein aggressiver, kampfbereiter 14jähriger vor einem verdatterten 16jährigen. Hinter dem 14jährigen steht dessen 23 Jahre alter Bruder, 190 cm groß und 110 Kilo schwer, mit verschränkten Armen, drohende Miene, belustigt-abwartend.

Sagt der 16jährige zum 14jährigen: "Wenn du jetzt abziehst, dann vergessen wir die Sache. Ok?"

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Mal schauen, ob die Süddeutsche das in den Leserkommentaren bringt ...

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Nachtrag (18:39): Irgendwie stimmen die Pro-Putionen -- Proportionen nicht mit der obigen kleinen Geschichte überein, aber bemerkenswert ist es schon, was sich da in Allianzen zusammentut.


Nach Atomschlag-Drohung: EU setzt Putins TV-Scharfmacher auf Strafliste || Auf einer neuen Sanktionsliste der EU soll einem Medienbericht zufolge so gut wie die gesamte politische Elite Russlands stehen. Wie die russische Tageszeitung „Kommersant“ unter Berufung auf Quellen in Brüssel berichtet, soll auch der umstrittene TV-Moderator Dmitry Kiseljow auf der Liste stehen: Kiseljow hatte den USA live im russischen Staatsfernsehen mit einem Atomschlag gedroht. (Focus)

Der nächste Schritt der russichen 'politischen Elite': "Wenn wir nicht mehr nach Cannes und Baden-Baden reisen und unsere Milliarden nicht auf den Caymans und auf Zypern parken dürfen, dann -- Atombomben!"


Ein ungeschriebener Roman

Das Ende des 3. Kapitels des ungeschriebenen Romans "Das Herz der Firma" lautet:

"Nach dem Meeting sprach Beyersdörfer die junge Kollegin Ziolkowski dann kurz beim Hinausgehen an. Ob sie ihm ihre Unterlagen zu den Zeitskalen im Vertrieb schicken könne. Das interessiere ihn doch sehr. Sie müsse jetzt den Herrn Moosbacher schnell noch was abmachen, antwortete die junge Ziolkowski, ohne Beyersdörfer anzusehen. Und lief weiter. 
Ein paar Sekunden später sah Beyersdörfer Brigitte Ziolkowski auf dem Gang bei Moosbacher stehen. Sie redete auf Moosbacher ein. 
Beyersdörfer beschloss in diesem Moment, sich nicht mehr für die Kollegin zu interessieren. Erleichtert stellte er noch kurz fest, dass die junge Ziolkowski ohnehin zu dünn war. Beinahe magersüchtig war sie. Kein Busen. Nicht mal ein Ansatz dazu. Nichts also an ihr, was ihn wirklich interessierte."

Kommasetzung

Nach der Rechtschreibreform hat Harry Rowohlt einmal geschrieben: Diese Reform müsse er ablehnen. Schließlich sei die alte Rechtschreibung das einzige, was er wirklich gut beherrsche. Also, in diesem Sinne: Ich finde irgendwo diesen Satz. Bewusst keine Quellenangabe.

"Es wird sich bei der Adminwiederwahl, falls diese zustande kommt zeigen ob die Community JD als schuldfreien und guten Administrator, oder als fragwürdige Figur sieht."

Die Kommas mal richtig gesetzt:

"Es wird sich bei der Adminwiederwahl, falls diese zustande kommt, zeigen, ob die Community JD als schuldfreien und guten Administrator oder als fragwürdige Figur sieht."

Was ist das nun? Korinthenkackerei?* Nein, mein unschuldig-amüsierter Blick auf die Sprachpraxis.

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* Unglaublich! Ich sehe erst, nachdem ich das geschrieben habe, den Wikipedia-Artikel zu diesem schönen und recht seltenen Schimpfwort. Und was lese ich da? Das!

"Im Niederländischen hat das Wort eine andere Denotation. Hier ist mit Korinthenkacker als wörtliche Übersetzung von Krentenkakker (nl.) eher ein Geizhals gemeint, wohingegen besonders pedantische Menschen als Muggenzifter (Mückensieber) oder als Mierenneuker (Ameisenficker) bezeichnet werden, ähnlich dem dänischen Flueknepper (Fliegenficker) oder dem finnischen Pilkunnussija (Kommaficker)."

Wenn das man kein Hinweis auf eine bisher unentdeckt gebliebene Metaphysik der Zeichensetzung ist!

Mittwoch, 9. April 2014

Flug MH370: Weiter, und immer weiter ...

Was soll das nur werden?

"Suchteam ortet neues Signal im Meer | 09.04.2014 · Neue Hoffnung bei der Suche nach Flug MH370: Im vermuteten Absturzgebiet haben Suchmannschaften wieder Signale aufgespürt. Sie könnten von der Blackbox des verschollenen malaysischen Flugzeugs stammen. Doch die Zeit wird knapp."

Ein Gedanke geht mir durch den Kopf: Wenn aus dieser Gegend eine U-Boot-Rakete starten würde, dann hätte die aber einen prima Vorsprung. Wenn da nichts und gar nichts von Satelliten überwacht wird.

Anders herum: Ist es wirklich so, dass solche Gebiete außerhalb jeder militärischer Beobachtung sind? Oder sagen sich die Militärs: "Wir werden einen Feuel tun und unsere Möglichkeiten auf den Tisch legen! Lasst die Zivilisten da ruhig mal machen, diese Stümper!"

Dienstag, 8. April 2014

MH370 -- Die vorläufigen Schlussfolgerungen ...

... gehen in zwei Richtungen:

  • Was kann geschehen sein? Da bleibt meine -- lange vorher genauer ausgeführte -- These bestehen. 1 Pilot hat einen spektakulären, geheimnisvollvollen Selbstmord geplant.
  • Was muss man in Zukunft tun? "Auch das Cockpittonband wird über den entscheidenden Moment des Kurswechsels keine Auskunft geben können, da es jeweils nur die letzten zwei Stunden der Gespräche aufzeichnet." Auf jedes popelige Diktiergerät passen heute 8 Stunden, manchmal, wenn die SD-Karte genügend groß ist, auch viel mehr. Es kann nicht sein, dass in Millionen-teuren Flugzeugen solche Kurzaufnahme-Dinger verbaut werden! Und auch die Ortung, nicht abschaltbar, die Blackbox die bei Wasserkontakt aufschwimmt, eventuell sogar einen Ballon aufbläst, um sich erkennbar zu machen -- das muss Standard werden!

Und am Ende ist die Frage, ob wir in einem, zwei, fünf, zehn Jahren kurze Meldungen hören, dass der Jahrestag des Verschwindens der niemals gefundenen Maschine von MH370 gekommen ist.

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Noch eine utopische, fast eine Science-Fiction-Idee: Die Entwicklung voon unbemannten, extrem kleinen, autark operierenden Unterwasser-Suchfahrzeugen muss her. Dinger, die jahrelang am Meeresboden entlangkriechen und kartieren. Und vielleicht so ganz nebenbei dieses Flugzeug entdecken.

Sonntag, 6. April 2014

Wetten dass ... -- Peinlichkeiten?

Nun, zum Ende von "Wetten dass..." muss man eigentlich wirklich nichts sagen. Zu der Frage, wie und warum die Medien und viele vollkommen nicht-mediale Zeitgenossen mit Markus Lanz umgehen, dazu will ich doch was sagen. Hier aber erst einmal die fein abgewogene -- oder doch nicht abgewogene? -- Analyse von Felix Müller von der Berliner Morgenpost. Im Moment kann ich nicht kürzen, weil ich nicht weiß, was ich weglassen soll.

"05.04.14 | WETTEN, DASS..?" Warum Markus Lanz so viel Hass und Häme nicht verdient hat || Parade der Peinlichkeiten || Viele geben Markus Lanz, dem 1969 im norditalienischen Bruneck geborenen Südtiroler, die Schuld an dem Desaster. Sie erinnern an eine Serie von Peinlichkeiten schlimmster Art, inzwischen leider eine Art Leitmotiv der Show. Die beiden berühmtesten Beispiele dafür spielen auf Mallorca. | Wir erinnern uns: Im Sommer 2013 hatte das ZDF die Show vor die imposante Kulisse einer mallorquinischen Stierkampfarena verlegt. Die kam dem Zuschauer bekannt vor, denn schon zwei Jahre zuvor hatte Thomas Gottschalk im Coliseo Balear in Palma in gewohnt schnoddriger Manier den Reigen aus Wetten und Weltstars wegmoderiert. Ein erster sichtbarer Unterschied war die Kleidung: Gottschalk hatte ausgesehen wie ein Beduine, der sich in einen Schmuckladen verlaufen hat. Markus Lanz trug Anzug. | Zwei Momente aus der Sendung sind für immer im Internet aufbewahrt: Wie sich US-Schauspieler Gerard Butler nach verlorener Wette einen Eimer Eiswürfel in die Hose kippen musste, und wie eine Kandidatin der neuen "Lanz-Challenge" die Regeln für das Limbotanzen eigenwillig zurechtlegte und dafür vom kompletten Publikum lautstark ausgepfiffen wurde. | Wer das heute aufs Neue anschaut, erlebt quälend langsam verstreichende Minuten. Die ganze Situation ist so peinlich, dass man vor Fremdscham hinters Sofa springen will: Wie die Kandidatin giftig empfiehlt, man möge sich die "Regeln doch bitte auf Wikipedia" durchlesen, wie dann die Buhrufe laut anheben und Lanz gefühlte Ewigkeiten versucht, die Situation zu retten, vergeblich. Man spürt: Hier ist jemand völlig überfordert und am falschen Ort, und auch wenn er noch so oft "alles gut, alles gut, alles gut" rufen wird: Es wird nicht mehr gut, nicht an diesem Abend und vielleicht auch gar nicht mehr. || Ohne Jackett in den Schlamm | Man kann sagen, dass man Lanz in dieser "Wetten, dass..?"-Rolle deshalb so ungern sieht: Weil er am falschen Ort ist. Weil all die einstudierten Witze, das hemdsärmelige Ausziehen des Jacketts zum Schlammbaden, Limbotanzen oder Kugelstoßen – weil diese ganze joviale Art auch etwas verbissen Antrainiertes hat, weil hier der eiserne Ehrgeiz des Ausdauersportlers und des Bergmenschen durchscheint, der schon als Kind jeden dunklen Morgen zwei Kilometer Höhenweg abmarschieren musste, um überhaupt zur Schule zu kommen.

"Und doch: In der Häme und dem Spott, die seit Wochen auf Lanz einprasseln, klingen auch sehr ungerechte Vorwürfe an. Der eine lautet perfiderweise, dass Markus Lanz nicht Thomas Gottschalk ist. Dass er nicht die Gelassenheit, nicht den lockeren Humor mitbringe, mit dem Gottschalk aus der Sendung eine eigene Kunstform schuf – Kalauer, dadaistisches Nullgespräch und Zote inklusive. Dieser Vorwurf ist deshalb so hart, weil man gar nichts gegen ihn machen kann. Schon ein Moderator namens Wolfgang Lippert aus Berlin-Kaulsdorf ist an ihm gescheitert, 1992 war das. Man hört heute nicht mehr oft von ihm. | Wüste Beschimpfungen | Und es gibt noch so ein Ressentiment, gegen das Lanz wenig ausrichten wird. Als er vor einigen Wochen nach einem absurd missglückten Talkshow-Gespräch mit Sahra Wagenknecht zum Gegenstand einer Online-Petition wurde, bei der Hunderttausende seinen sofortigen Rausschmiss forderten und ihn nebenbei aufs Gehässigste beschimpften: Da mutmaßten einige, dass er auch zum Sündenbock für die Reform des öffentlich-rechtlichen Gebührenwesens geworden war. | Seit Jahresbeginn müssen alle Haushalte ihren Obolus entrichten, gleichviel, ob sie nun Empfangsgeräte ihr eigen nennen oder nicht. Das sorgte für Frust und Misstrauen, und bei Lanz, dem prominentesten Gesicht des ZDF, schaute man am genauesten hin. | Dass er das weiß und darunter leidet, das kann man sehen. Man wird es auch am Sonnabend bei der Show aus Offenburg sehen. Vielleicht können wir dennoch etwas Milde walten lassen. Denn am Ende hat Lanz den Quotenschwund nicht erfunden, den gab es schon zu Gottschalks Zeiten. Und auch der kann nichts dafür: Es sind das Internet und das Smartphone, die Serien, die vielen Serien aus Großbritannien und Amerika, die unsere Sehgewohnheiten so radikal verändert haben. Das große Lagerfeuer "Wetten, dass..?", vor dem sich die Nation einmal versammelte, im hessischen Schlitz und anderswo: Es flackert und kokelt schon lange bedenklich. | Es geht ihm gar nicht gut."

Wollen mir mal was brechen für Markus Lanz? Im Zweifelsfall eine Lanze. Also, Lanz sieht besser aus als Gottschalk und 99,95 % der Deutschen. Er ist eloquenter als 99,3 % der Deutschen und dass er die Gottschalkschen Zotenhöhe nicht erreicht -- nur positiv. Er ist -- wunderbar, kein Deutscher, sondern Italiener. Er kommt sympathisch rüber. (Ok, die, die das nicht so finden, möchte ich gar nicht erst kennenlernen. Sie mich wahrscheinlich auch nicht. Dann ist es ja gut so. Ich möchte ja mal drei von den Besserwissern und Hassern sehen, wie sie vor einer Fernsehkamera agieren! Es wäre mit Sicherheit ein Peinlichkeiten- und Stottererfestival nie dagewesenen Ausmaßes.)

Dass Lanz nicht ganz die deutsche Schlichtheit und Bierseligkeit und, wow! die Intellektualität einiger deutscher Voranpresch-Intellektueller erreicht? Was die Deutschen halt so für intellektuell und philosophisch halten. Was für ein Glück, dass Lanz kein Bayern-TV-3-Langweiltalker ist! Kurzum: Markus Lanz? Find ich gut! Hat er denn gar keine Fehler? Aber natürlich! Einer seiner Fehler: Dass er der Versuchung nicht widerstehen konnte, "Wetten dass..." zu übernehmen. Und natürlich, ganz bitter: dass er keine Frau ist.

Was jetzt nicht klar ist: Ob er es war, der Cindy aus Marzahn geholt hat? Und hat er die Ideen, die die US-Gäste nur noch lachhaft finden, selbst? Werden Markus Lanz diese Dummheiten nicht von seiner Redaktion aufs Auge gedrückt? Ich nehme doch mal an. Und er musse es dann halt machen und ausbaden. Ja, so dürfte das sein. Der Frontmann muss dan den Kopf hinhalten. 

Werbung: Blöd - Doof - Dumm ...

... sind Firmen, die über die neuen Extremnerv-Banner werben. Nie -- NIE werde ich bei diesen Firmen irgend etwas kaufen! Und ich werde dafür werben, dass auch andere nichts bei diesen Firmen kaufen! Fangen wir hier also schon mal an:


Nun denn: Bitte nichts,
rein gar nichts kaufen
bei den Firmen ...

Notebookbilliger.de
Otto Versand
akubo
PTS Trading

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Nachtrag: Ok, nachdem Antivir und der MS Defender neu installiert wurden, scheinen die Banner gebannt zu sein. Hoffentlich!

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Nachtrag zum Nachtrag (07.04.2014, 7:38): Es ist wieder da! Verflucht!


Ich wollte diese Seite abfilmen, schaue mich bei CHIP um. CamStudio ist Open-Source-Software. Da denke ich doch zuerst einmal, dass das in Ordnung sein muss. Aber dann lese ich bei CHIP das ...


Schlussfolgerung? Es muss eine Blacklist-Wiki her! Eine Liste der Programme und Firmen, die solche Dinge produzieren. Mit Diskussion und der Möglichkeiten der Firmen zur Stellungnahme. Und es muss ein erheblicher Nachteil sein, wenn man auf dieser Liste steht. Vielleicht ändert sich dann mal was. Und vielleicht fangen wir mal beim "Otto-Versand -- Hamburg!" mit dem Nachfragen an. Wieso schaltet der Werbung bei diesen Nerv-Bannern?

Samstag, 5. April 2014

Anja Niedringhaus und ihr Mörder

Wer ist der Mann, der die Fotografin Anja Niedringhaus erschossen hat? Und wie nennen Journalisten ihn?


"Während eines kurzen Aufenthalts an einem Kontrollpunkt näherte sich laut der AP ein Polizist dem Fahrzeug und eröffnete das Feuer mit seinem Sturmgewehr." (Tagesschau)

"Die deutsche Kriegsfotografin Anja Niedringhaus ist in Ostafghanistan von einem Polizisten erschossen worden." (Spiegel)

"Die deutsche AP-Fotografin und Pulitzer-Preis-Gewinnerin Anja Niedringhaus ist in Afghanistan bei einem Anschlag ums Leben gekommen." (Süddeutsche)

"Einen Tag vor der Präsidentenwahl in Afghanistan ist die deutsche Kriegsfotografin Anja Niedringhaus im Osten des Landes, in der Nähe von Khost, von einem Terroristen in Polizeiuniform erschossen worden." (Neue Züricher)



  • Tagesschau und Spiegel bringen die sachliche, doch natürlich verstörende Mitteilung: Es war ein Polizist. 
  • Die Süddeutsche benutzt die Möglichkeit der verbalen Wendung und des Quasi-Natürlichen -- der Anschlag kommt gleich nach dem Erdbeben. Der Täter muss nicht genannt werden. (Irgendwie habe ich das Gefühl, dass die Süddeutsche sich gerne um die Täter herumdrückt. Vielleicht ihre Form der vagen politischen Korrektheit? Es sind die -- immer irgendwie politischen oder gesellschaftlichen -- 'Umstände', die zählen, nicht die Täter. -- Ich habe mit der Suchfunktion nachgesehen: poliz* und täter und erschieß*, erschoss* kommen auf der Seite nicht vor.)
  • Interessant, dass die NZ aus dem Mann einen Terroristen in Polizeiuniform macht. Das legt natürlich die Annahme nahe, das sei kein Polizist gewesen. Ein in solchen Zusammenhängen vielleicht auch naheliegende Tautologie: Wer so etwas macht, ist erst einmal ein Terrorist, dann kommt der Beruf. So wie man manchmal sagen möchte: Wenn jemand auf diese Weise und unter diesen Voraussetzungen tötet, dann kann der doch nur verrückt und also unzurechnungsfähig sein.*
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* Die Nachrichten über Domenico L., ermordet in München, an der Isar, gibt es nicht mehr. Laufen eigentlich die Ermittlungen noch? "Der Mord, der bis heute viele Münchner fassungslos macht, geschah am Abend des 28. Mai [2013] gegenüber dem Europäischen Patentamts an der Erhardtstraße. Domenico Lorusso, Ingenieur bei Airbus, hatte mit seiner Verlobten in einem Café am Gärtnerplatz einen Absacker getrunken. Tags darauf wollten sie in ihre süditalienische Heimat Potenza reisen und ihren Familien die freudige Nachricht überbringen, dass sie heiraten werden. Gegen 22 Uhr radelten sie an der Isar entlang in Richtung ihrer Wohnung am Wiener Platz in Haidhausen. Als ein dunkel gekleideter Passant seine Verlobte grundlos anspuckte, stellte ihn Lorusso zur Rede. Kurz darauf sackte er blutend zusammen, der Unbekannte hatte mehrmals mit einem Messer auf ihn eingestochen, dann flüchtete er." (tz)

Freitag, 4. April 2014

"Wo willst du sie bergen...?"

Ist es nun beängstigend oder doch ein Zeichen der guten neuen Zeit, dass Google so hervorragend mitprotokolliert?

"DIE ERSTE ELEGIE - Projekt Gutenberg-DE - SPIEGEL ... | gutenberg.spiegel.de/buch/829/1‎ || Rainer Maria Rilke: Duineser Elegien - Kapitel 1 ... Es hob sich eine Woge heran im Vergangenen, oder da du vorüberkamst am ... (Wo willst du sie bergen, || Sie haben diese Seite 2 Mal aufgerufen. Letzter Besuch: 15.02.14"

Nicht so wichtig. Es geht um diese Zeilen: 

Ja, die Frühlinge brauchten dich wohl. Es muteten manche
Sterne dir zu, daß du sie spürtest. Es hob
sich eine Woge heran im Vergangenen, oder
da du vorüberkamst am geöffneten Fenster,
gab eine Geige sich hin. Das alles war Auftrag.
Aber bewältigtest du's? Warst du nicht immer
noch von Erwartung zerstreut, als kündigte alles
eine Geliebte dir an? (Wo willst du sie bergen,
da doch die großen fremden Gedanken bei dir
aus und ein gehn und öfters bleiben bei Nacht.)
Sehnt es dich aber, so singe die Liebenden; lange
noch nicht unsterblich genug ist ihr berühmtes Gefühl.

Blog-Theorie: Anzahl Aufrufe pro Tag

Mal aus Neugierde nachgesehen: Anzahl der Aufrufe pro Tag, vor dem 01.04.2014. Einfach weil es technisch möglich ist. OpenOffice sei Dank.


Nicht uninteressant, das Ganze.

Der Wert von Kunst

Die erste Frage ist natürlich, welches Verständnis von Kunst vorliegt, wenn eine Putzfrau das Kunstwerk nicht als solches erkennen kann. Nein, keine erkenntnistheoretische, noch nicht einmal eine kunsttheoretische Frage ist das. Sondern eine schlichte verwaltungstechnische: Wie kann ein Museum oder eine Galerie, wenn Putzfachkräfte beschäftigt werden, nicht dafür sorgen, dass die, bevor sie da anfangen zu arbeiten, mit den ausgestellten Kunstwerken rein fachlich vertraut gemacht werden. Einfach so, dass ein Angestellter die Frau an ihrem ersten Arbeitstag herumführt und sagt: "Das bitte unangetastet lassen! Das ist eines unserer Kunstwerke!"

21.02.2014 | kurz & krass: Putzfrau hält Kunstwerk für Müll || Eine besonders gewissenhafte Reinigungskraft hat in einer italienischen Galerie Kunstwerke entsorgt, die sie für Müll hielt. Die Exponate bestanden aus Zeitungen, Pappkartons und Keksstücken, die über den Boden verteilt waren. Der Schaden ist beträchtlich. [...] Die Ausstellung in der Galerie Sala Murat in Bari soll Besucher dazu bringen, sich mit ihrer Umgebung auseinanderzusetzen. Die entsorgten Exponate des Künstlers Paul Branca waren als Anregung gedacht, sich zum Thema Umwelt Gedanken zu machen, so die BBC. (SPIEGEL Online)

Dann aber kommt -- das ist ja beileibe nicht der erste Fall dieser Art (!), sondern nachgerade ein kunsttheoretischer Topos! -- natürlich doch die Kunsttheorie: Es sind dies ja Beispiele für den Ausschluss der arbeitenden Klasse von der Kunst. Ich werde diese Kunst, die als solche für die Arbeiterklasse nicht erkennbar ist, in Zukunft VEAKDW (sprich: [fea] [ˈkadɛve] --  von Experten als Kunst deklarierte Werke) nennen und versuchen, diesen Terminus ganz sachlich unter die Theoretiker zu bringen.

Sachlich auch die ganz andere Frage: Wie wird so etwas eigentlich versicherungstechnisch abgewickelt?

Donnerstag, 3. April 2014

Lars von Trier

Gestern mit H. über Lars von Trier gesprochen. Es ist für mich so interessant wie nicht begreiflich, dass ich große Antipathien gegenüber einem Regisseur habe, den ich weder persönlich noch durch seine Filme kenne.  Zu den Filmen zieht es mich nicht, nachdem ich über sie in der Zeitung dies und das gelesen habe. 

Ich schaue einmal bei der Wikipedia nach und lese u. a. das:

Seine Mutter gestand ihm kurz vor ihrem Tod, dass sein biologischer Vater ihr ehemaliger Vorgesetzter im Sozialministerium Fritz Michael Hartmann sei. Die ehemals deutschstämmige Familie Hartmann lebt mit Johann Ernst Hartmann seit 1762 in Dänemark und hat einige bedeutende dänische Musiker, wie den Komponisten Johann Peter Emilius Hartmann, hervorgebracht. Nach eigenen Angaben war von Trier tief enttäuscht darüber, keine jüdischen Wurzeln zu haben. Er habe sich in der Rolle eines Außenseiters, der aus einer Gruppe von Verfolgten stammte, sehr gut gefühlt. In der Synagoge habe er sich immer zugehöriger gefühlt als in evangelischen oder katholischen Kirchen.

In seiner ersten Ehe war von Trier bis 1996 mit der dänischen Regisseurin, Drehbuchautorin und Schauspielerin Cæcilia Holbek Trier verheiratet, die wie er an der Dänischen Filmschule studiert hat. Während der zweiten Schwangerschaft von Cæcilia Holbek Trier verliebte er sich in die verheiratete Bente Frøge, eine Erzieherin, die seine Tochter in der Kindertagesstätte betreute. Drei Wochen nach der Geburt seiner zweiten Tochter verließ er offiziell seine Ehefrau, um mit Bente Frøge zusammenzusein. Dieses Verhalten führte nicht nur zu beträchtlichen Verletzungen bei seiner verlassenen Frau, den beiden Töchtern u. a., sondern auch zu einem gewaltigen Medienecho in Dänemark. Bente und Lars von Trier heirateten nach beider Scheidungen 1997. Bente Trier brachte nach einigen Jahren Zwillingssöhne zur Welt.

Na ja, Sachen gibt's. Die gibt es eben. Und sonst? Dass Trier auf Bildern so bürgerlich-verlegen-behäbig daherkommt, vielleicht ist es das? Oder das?

Im Mai 2011 wurde von Trier von den 64. Internationalen Filmfestspiele von Cannes ausgeschlossen. Auf der Pressekonferenz zu seinem Film Melancholia hatte Trier dort zuvor mit Äußerungen, die unter anderem Sympathie und Verständnis für Adolf Hitler bekundeten, einen Eklat ausgelöst. Von Trier entschuldigte sich wenig später für seine „falschen“ und „dummen“ Äußerungen. Der Vorfall fand ein internationales Medienecho und führte zu Abbestellungen des Films Melancholia seitens israelischer und argentinischer Filmverleiher.

Ein neuer Trick

Adblock Plus 1.7.4 ist aktiviert. Dennoch sind auf vielen Seiten Werbungsbanner wie diese. Die wegklickt werden können, die aber nerven, wie sie so bräsig quer über die Seite gehen. Ich habe überlegt, ob ich via Chrome alle Seiten mit einem Aufruf-Verbot belege, die diesen Banner bringen. Aber es kann sein, dass diese Dinger unabhängig vom Seitenbetreiber eingespielt werden. Es spricht einiges dafür.

[Hier sollte ein Beispiel-Screenshot stehen.  Blockiert diese Werbung auch das Hochladen zu blooger.com?]



[ Ok, jetzt ist es da. Nachdem das Hochladen vorher wieder nicht geklappt hat. Erklärung, vielleicht: Das Bild hieß vorher '...werbebanner' und jetzt heißt es '...x'. Vielleicht blockt blogger.com ja das Stiwort 'werbebanner'? Wäre einigermaßen skurril.]


Immer wieder die Frage, warum die Firmen und die von ihnen beauftragten Werbefritzen nicht mitbekommen, dass der unterschwellige Ärger über ein Produkt der verlässlichste Grund ist, dieses Produkt AUF KEINEN FALL zu kaufen.

Mittwoch, 2. April 2014

Hühnerfrikassee

chefkoch.de bietet -- man staunt -- auf 4 Web-Seiten 110 Rezepte allein für Hühnerfrikassee. Ich entscheide mich für das "klassisch" genannte, und die Sache wird ein kleiner Reinfall. Nicht, dass das Frikassee nicht gegessen worden wäre, aber wirklich gut geschmeckt hat es nicht. Einerseits wahrscheinlich, weil ich mir mit dem Anschwitzen nicht genug Mühe gegeben habe. Andererseits aber auch das Rezept, wie die Praxis zeigt, seltsam. Das mit dem "Bestäuben" ist ja sowieso krude. Heute würde ich die Mehlschwitze gesondert ansetzen. 

Ansonsten, die Kleinigkeiten: Der Zitronensaft wird bei den Zutaten nicht mit aufgeführt. Vom Spargel aus den Zutaten ist in der Anweisung nicht die Rede. Und die Gewürze? Sind Salz und Zucker nach dem Verständnis dieses Rezepts Gewürze, oder sind die Gewürze einfach bei den Zutaten vergessen worden? Vielleicht auch nur Spargel, keine Champignons? Mal schauen. Muss jedenfalls noch einmal versucht werden.

Wichtig: die halbe Stunde Zubereitungszeit ist natürlich zu optimistisch angesetzt und gilt in Näherung nur, wenn man das Huhn oder, in meinem Fall, die Hähnchen am Vortag kocht und das Fleisch ablöst. Mit allem Drum und Dran realistisch: 1 1/2 Stunden.

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Dienstag, 1. April 2014

Sauce Hollandaise mit Nußbutter


Das Rezept von Holgi bei chefkoch.de:

Sauce Hollandaise mit Nußbutter

Zutaten:

  • 5 Eigelb0
  • 25 l Weißwein
  • ½ Zitrone
  • Cayennepfeffer
  • 1 Prise Salz
  • 10 Pfefferkörner schwarz (zerdrücken)
  • 2 Lorbeerblätter
  • 1 Nelke
  • 5 Stck. Wacholderbeeren (zerdrücken)
  • 1 Schuß weißen Balsamico-Essig
  • 1 kl. Prise Zucker
  • 250 g Butter
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  • Den Weißwein mit dem zerdrücktem Pfeffer, Wacholderbeeren, Lorbeer und Nelke auf 1/3 reduzieren. Alles passieren und etwas abkühlen lassen. 
  • Butter in einen Topf geben und unter Beobachtung „hellbraun rösten“. (Molke verbrennt, daher nussiger Geschmack.)
  • Das Eigelb mit der Weißweinreduktion in einem Wasserbad 5 Min. gut schaumig schlagen.
  • Nun die Butter nach und nach unter ständigem Rühren in die Hollandaise geben.
  • Mit Cayennepfeffer, Zitronensaft und Salz nachschmecken und sofort verzehren.

A. und die Ukraine

Vergangenen Sonntag, bei gutem Essen, nach Kabarett-Besuch: A. stellt seine Sicht auf das Ukraine-Problem dar:
  • Die westlichen Medien seien in Sachen Ukraine gleichgeschaltet dumm. Besonders ZDF-Frau Marietta Slomka wird als Negativ-Beispiel genannt. Ihre aggressive Art gegenüber Schröder zum Beispiel. Respektlos. Schröder hätte das Interview einfach abbrechen sollen.
  • Putin sei besser als seine westlichen Gegenspieler. Er sei berechenbar und wisse, was er wolle. (Er, A., sei kein genereller Putin-Fan. Auf den nackten Oberkörper würde er gerne verzichten.)
  • Das Chruschtschow-Geschenk an die Ukraine, die Krim, nach Russland zu holen, sei in hohem Maße gerechtfertigt. Die Russen seien dort, wie im Übrigen in der Ukraine insgesamt, einfach unterdrückt worden. Russen werden auch in den baltischen Staaten unterdrückt und in anderen Teilen der Ukraine.
  • Wirtschaftssanktionen könne Russland besser verkraften als der Westen. Da solle man sich mal nichts vormachen.
  • Janukowitschs Reichtum und Protz: Das sei bei den anderen Politikern dort und hier ja nicht anders. Das seien halt teure Regierungsbauten.
  • Die Äußerungen von Fuck-the-EU-Nuland und Putin-in-den-Kopf-schießen-Timoschenko, die zeigten, welche Demokratie-Freundinnen Europa da hätte. Schlimm auch die Besuche und die Reden von Catherine Ashton. Und dann auch noch der wenig intelligente Boxer Vitali Klitschko als Möchte-gern-Staatsmann!
  • Sonderaspekt: Die Bräuche im westlichen Lager. Nuland hätte, nachdem ihre Fuck-Äußerung öffentlich geworden war, natürlich sofort zurücktreten müssen. So aber -- Verlust der Sitten und weiter.
  • In der Ukraine seien vor allem rechtsradikale Elemente am Zug.* Das Parlament sei von diesen Leuten mit Waffengewalt genötigt worden, gegen Janukowitsch zu stimmen. So sähe diese illegitime Demokratie-Bewegung da aus.
  • Die Schützen auf dem Maidan seien nachweislich aus den Reihen der rechtsradikalen Demonstranten gekommen. Sie hätten Polizisten und Demonstranten erschossen, um den Westen zu Eingreifen zu bewegen und die Weltmeinung gegen Janukowitsch aufzubringen.**
  • Die westlichen Politiker, die der USA allen voran, seien im Grunde argumentlos-aggressiver als die russischen. Beispiel: der Irak-Krieg. Und damals, die Haltung Deutschlands im Balkan-Konflikt. Schlimmste Politiker im Westen. Rumsfeld. Cheney. Die USA, die Putin gar nichts vorwerfen dürften.
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* Immerhin, ganz gleichgeschaltet ist die westliche Presse nicht. Eine Meldung gerade eben:

Heute, 13:00 Rechter Sektor | Radikale in Ukraine übergeben ihre Waffen || Die Mitglieder der ultranationalistischen Gruppe Rechter Sektor haben ihr Hauptquartier geräumt und ihre Waffen übergeben. Zuvor kam es zu einer Schießerei zwischen den Radikalen und der Polizei. [...] Der als gewaltbereit bekannte Rechte Sektor spielte bei dem politischen Umsturz in der Ukraine eine Schlüsselrolle. Doch blieb er bei der Bildung der neuen Regierung außen vor. || Ukrainische Polizei erschießt Rechten-Anführer | Einer der Anführer der Gruppe, Alexander Musytschko, wurde Ende März nach Angaben des Innenministeriums bei einer Schießerei mit der Polizei getötet.

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Gestern in der SZ dann auch das:

"Wer Verständnis für Russlands Vorgehen in der Ukraine äußert, missachtet historische Fakten, sagt Timothy Snyder. Der Historiker liefert wichtige Anmerkungen, die [in] der deutschen Debatte zu kurz kommen. Snyder sagt: Die EU hat in dieser Krise ihre Unschuld verloren. Von Jens Bisky || Es ist Mode geworden, Verständnis für Putin zu äußern. Da es die Sowjetunion nicht mehr gibt und Polen Mitglied der Nato werden wollte und die Krim für die russische Seele so wichtig ist, blieb ihm doch gar nichts anderes, als sich einen Dreck um Verträge zu scheren und mit dem Recht des Stärkeren Grenzen zu korrigieren."

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Ich überlege, wie meine Argumentationstheorie, die über die Jahre hin vor sich hin reift, da greifen würde. Ungefähr das würde sie voranschicken: Komplexe Sachverhalte, nicht nur politische, sind ein abstraktes Aquarell. Temperament und Vorannahmen der Urteilenden zeichnen bei Schuldfragen Linien und reduzieren die Farben. Dann entsteht sehr schnell eine meist einfache, klare Meinung in Schwarz-Weiß. Kaum einer sagt ja: "Ich teile die Schuld im Verhältnis 39 : 18 : 17 : 14 : 12 zwischen den Gruppen A, B, C, D, E auf. Obwohl das natürlich in der Realität sehr sinnvoll wäre.) Das, diesen Meinungsbildungsprozess durch Reduktion der Feinheiten, den muss man innerhalb einer Argumentationstheorie nachzeichnen.

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** Nachtrag (03.04.2014, 15:03). Eben gefunden:

Kiew: Scharfschützen auf Maidan waren Berkut-Leute | Kiew: Scharfschützen auf Maidan waren Berkut-Leute | © RIA Novosti. Sergei Tyshkovets | 12:26 03/04/2014 | KIEW, 03. April (RIA Novosti). || Ukrainische Generalstaatsanwaltschaft kennt Namen der Scharfschützen vom Maidan | Aksjonow: Mehrere Personen nach Todesschüssen in Simferopol festgenommen || Neun Angehörige der ukrainischen Sondereinheit Berkut sind laut dem amtierenden ukrainischen Generalstaatsanwalt Oleg Machnitski wegen des Verdachts festgenommen worden, am 20. Februar auf der Institutskaja-Straße in Kiew Menschen erschossen zu haben. Unter den Festgenommenen befinde sich auch der Mensch, der die Gruppe von Scharfschützen geleitet habe, hieß es. Darauf angesprochen, von wem die Berkut-Leute den Schießbefehl bekommen haben, sagte Machnitski: „Von ihrem unmittelbaren Chef, der wiederum die Anweisung von der obersten Führung bekommen hat.“ „Das oberste Kettenglied war die Administration von Präsident Viktor Janukowitsch“, fügte er an. Die weiteren Kettenglieder seien „die Präsidentenadministration, das Innenministerium und der Sicherheitsdienst der Ukraine“ gewesen.

Nun ist es ja so, dass die Geschichte oft von den Siegern bzw. den gerade herrschenden Machthabern geschrieben wird. Das kann auch hier so sein. Wer findet heraus, wie es wirklich war?

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Nachtrag (27.05.2014) Ist die Frage, wie es "wirklich war" in diesem und in vergleichbaren Fällen nicht vielleicht doch wie die Frage nach dem Verbleib von MH370? Mit größerem zeitlichen Abstand wird es immer unwahrscheinlicher, ein klares Bild von der Schuldverteilung, hier im Besonderen: der Frage "Wer hat nun wirklich geschossen?" zu bekommen. Noch ein Vergleich, im 100. Gedenkjahr des Beginns: Wer war am 1. Weltkrieg schuld?

aufwändig / aufwendig?

Letzthin irgendwo mal wieder gelesen: "aufwändig". Ein Stich ins Herz meines Sprachgefühls. Heute verwende ich aufwendig und schaue mal nach:

"Von Duden empfohlene Schreibung:

aufwendig

Alternative Schreibung:

aufwändig"

Na also! Vernunft und Schreiberfahrung setzen sich gegen deppertes, von keinerlei Stilgefühl angekränkeltes Banausentum von linguistischen Rechtschreibreglern durch! Schön. Und, auch übrigens: Was hat uns diese Rechtschreibreform gebracht? Dass es jetzt überall von "alternativen Schreibungen" nur so wimmelt.

Altes Notebook 4: Bestimmte Dateitypen ...

... kopieren.

Die Backup-Programme Nero, Areca, Paragon, Personal Backup sind für meine Zwecke vollkommen überdimensionert. In bestimmten Fällen tun sie auch nicht das, was ich möchte. Ich möchte z. B. nur .odt, .mp3 und .jpg-Dateien auf eine externe Festplatte kopieren. Personal Backup macht riesige Analysen und kopiert dann aufwendig, teilweise mit Komprimierung, doch alles. Jedenfalls sieht es so aus. Ich suche also und finde im PCtipp-Forum das:

Nur bestimmte Dateien kopieren | Problem: Ich möchte mit einer Batch-Datei unter Windows 7 immer wieder mal einige Dateien auf ein anderes Laufwerk kopieren. Kann man einem solchen Kopierbefehl eine Art Filter mitgeben, damit nur bestimmte Dateitypen kopiert werden? | von Gaby Salvisberg, 09.12.2010 

Lösung: Das ist gar kein Problem. Bei der Wahl des Kopierbefehls haben Sie unter Windows 7 sogar drei Möglichkeiten: copy, xcopy oder robocopy, wobei robocopy etwas leistungsfähiger und flexibler ist.

Nehmen wir an, Sie möchten explizit Ihre Word-Dateien (mit Endungen .docx) aus dem Ordner C:\Users\IhrName\Documents\ in den Ordner E:\Backup\Documents\ kopieren lassen.
Die Syntax für den Befehl lautet dann:
copy Quellordner\*.docx Zielordner im Unterschied zu:

  • robocopy Quellordner Zielordner *.docx. Konkret sähe das so aus:
  • copy "C:\Users\IhrName\Documents\*.docx" E:\Backup\Documents\

oder

  • robocopy "C:\Users\IhrName\Documents" E:\Backup\Documents\ *.docx

Anführungszeichen bei einem Kopierbefehl. | Die Anführungszeichen sind in unserem Beispiel freiwillig. Aber wenn der Pfad ein oder mehrere Leerzeichen enthält, müssen Sie sie unbedingt setzen. Beide Befehle (copy und robocopy) kennen noch verschiedenste Schalter. Tippen Sie in der Konsole mal copy /?, xcopy /? bzw. robocopy /? ein, dann werden die Schalter angezeigt. Etwa bei copy können Sie mit einem hinten angestellten /V erreichen, dass die Dateien nach dem Kopieren überprüft werden. Mit /Y können Sie die Bestätigung zum Überschreiben allenfalls vorhandener Zieldateien unterdrücken.

Bei Robocopy wären folgende Schalter interessant: /S kopiert nur Unterverzeichnisse, die nicht leer sind, /PURGE löscht im Zielordner die Dateien und Ordner, die in der Quelle nicht mehr vorhanden sind; das eignet sich z.B. zum Synchronisieren zweier Ordner. /A kopiert nur Dateien mit dem Archive-Attribut, /M ebenfalls, setzt das Attribut danach zurück. (PCtipp-Forum)

Nun denn, das muss mal ausprobiert werden. Klingt aber schon mal gut. Und bringt den Duft der alten DOS-Welt ins Gedächtnis zurück.

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Jörg Schieb hat einen guten Tipp gegeben, wie man schnell an das DOS-Fenster rankommt.