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Montag, 8. April 2013

Robert Driessen

Nun kennen wir ihn doch!

"Die Polizei geht davon aus, dass er mindestens
1000 Skulpturen gefälscht hat. Driessen, das Weinglas
in der Hand, sagt, dass es wohl eher 1300 Skulpturen
gewesen seien, „aber ich habe ja nie Buch geführt".
Er ist jetzt 54 Jahre alt, mehr als 30 Jahre lang
hat er Kunst gefälscht, Bilder und Skulpturen, und
gut davon gelebt. Mindestens drei Millionen Euro ins-
gesamt dürfte er mit seinen Fälschungen verdient ha-
ben. Ein Gefangener im Südchinesischen Meer, nicht
wirklich schlimm, er bereue nichts, sagt Driessen.
Aber jetzt ist es an der Zeit, dass die Welt von ihm
und seinem Werk erfährt.
Wolfgang Beltracchi, ein Maler aus dem Rhein-
land, hat über einen ähnlich langen Zeitraum mindes-
tens hundert expressionistische Gemälde gefälscht
und schätzungsweise 30 Millionen Euro verdient. Er
ist so etwas wie der König der Kunstfälscher, ein
Hippie, ein Hasardeur, der die Kunstwelt narrte und
ein Medienstar ist, seit er vor drei Jahren aufflog.
Driessen könnte mit Recht behaupten, dass er
nach Beltracchi die Nummer zwei unter Europas
Kunstfälschern ist. Das Problem ist nur, dass ihn nie-
mand kennt. Andererseits: Beltracchi sitzt in Haft
und Driessen in Thailand."
(SPIEGEL Mo 08.04.2013, S. 133)

Was ist ein falscher, was ein echter Giacometti? Wie erkennt man die Echtheit? Was, wenn der Künstler, stünde er vor 10 seiner Werke, selbst nicht mehr erkennen könnte, was er einstens fabriziert hat und was der Fälscher



Das Prädikat Original ist wie eine Signatur auf einem Geldschein. Immer wieder aber kommt bei mir die Frage auf, ob denn der Staat die Aufgabe hat, den privaten Kunstmarkt zu schützen? Sollen die Sammler und Galeristen das doch auf eigene Kosten und in eigener Verantwortung tun. -- Suche nach einer Antwort auf die Fraage. Antwortversuch 1: Es ist wohl wie bei der Polizei, die zu Fußballspielen abkommandiert wird: Es ist halt die Tradition, dass der Steuerzahler das bezahlt.