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Freitag, 18. Oktober 2013

Ausbreitung der Frühmenschen

Und noch einmal eine Frage von mir, in einer Wikipedia-Diskussion, die ich hierher kopiere, damit sie nicht untergeht und ich später wieder darauf stoße.

Art, Richtung und Geschwindigkeit der Ausbreitung

Ich komme auf diese Frage durch einen Artikel in der heutigen SZ (S. 16, Hubert Filser, Der Stammbaum schrumpft. -- Über die Funde in Dmanissi). Da steht, eher nebenbei: "In 100 000 Jahren überbrückten die Auswanderer einer Entfernung von cira 4300 Kilometer Luftlinie." Macht also knapp 25 km pro Jahr. Ich erinnere mich, dass ich einmal gelesen habe -- ich glaube, in Johann Grolle, Darwins Finken, dass man von ca. 50 km / Jahr ausgehen kann. Hier im Artikel heißt es: "... Dabei handelt es sich nicht um zielgerichtete Wanderungen; in den meisten Fällen genügt es anzunehmen, dass eine Gruppe ihren Siedlungsbereich um wenige Kilometer pro Generation erweiterte [?]."

Wie dem auch sei, meine Überlegung ist die Folgende: Frühmenschen hatten keinen Kompass und keine Landkarten. Sie hatten auch kein Ziel, etwa Europa, Asien oder Australien zu erreichen. Sie haben sich wahrscheinlich in bestimmte Richtungen bewegt: a) aus Neugierde ("Was ist hinter dem nächsten Berg?"), b) aus Notwendigkeit (unüberwindbare Hindernisse, Bergketten, Flüsse, Seen) und c) zur Verbesserung ihrer Ernährung (hinter diesen Herden her). Nun aber die Frage: Wenn dem so ist, dann würden diese Menschengruppen sich vollkommen unregelmäßig bewegen. Vom Ausgangspunkt aus gesehen vorwärts, seitwärts und auch mal rückwärts. Oder seitwärts, dann rückwärts. Auf diese Weise müssten dann viel, viel mehr Kilometer / Jahr zurückgelegt werden, um nach Zufallsgesichtspunkten 1000 Kilometer von Afrika weg oder z. B. in Richtung Europa zu kommen.

Gibt es zu dieser Frage Forschungen, die man hier einbauen könnte?

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Soeben gefunden:

Stammen wir von nur einer Art ab? || Ein 1,8 Millionen Jahre alter Schädel könnte den Stammbaum des Menschen grundlegend verändern. Gemeinsam mit anderen Überbleibseln, die Forscher in Georgien ausgegraben haben, legt er den Schluss nahe, dass unsere ältesten Vorfahren einer einzigen Homo-Art entstammten - und nicht aus mehreren, wie bisher gedacht. (orf.at)

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Nachtrag: Die Funde von Dmanisi (auch: Dmanissi geschrieben) locken alle Zeitungen. Gestern Nacht auch im SPIEGEL, E-Paper, gelesen. (21.10.2013)