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Donnerstag, 28. Januar 2016

Die Flüchtlinge und die Meistersemantiker

Zuerst Klöckners Plan 1b, jetzt wird das Recht auf Asyl windschnittig uminterpretiert und passend gemacht. 

"Flüchtlinge direkt aus Griechenland zurückschicken | Amsterdam - Die Niederlande bereiten einen europäischen Plan vor, Flüchtlinge von den griechischen Inseln direkt per Schiff in die Türkei zurückzuschicken. Der Plan werde in mehreren EU-Staaten ausgearbeitet, darunter auch Deutschland, sagte der Fraktionschef der regierenden niederländischen Sozialdemokraten, Diederik Samsom, der Zeitung «De Volkskrant». Die Türkei sei bereit, die Menschen wieder aufzunehmen, wenn sich EU-Staaten im Gegenzug verpflichten, bis zu 250 000 Flüchtlinge pro Jahr zuzulassen. Die EU-Kommission in Brüssel betonte, einen Aushöhlung des Rechts auf Asyl könne es nicht geben. "(WELT)

Warum ist man denn nicht so ehrlich und sagt: Wenn die Zahl X kommt, dann geht es vielleicht noch. Muss alles diskutiert werden. Wenn aber Y, dann geht es nicht mehr. Dann ist das mit dem Recht auf Asyl vorbei, weil einfach nicht realisierbar. Warum immer diese verlogenen Uminterpretationen, die doch fast jeder als verlogen erkennen kann? 

Montag, 25. Januar 2016

Julia Klöckner

Mein Freund Hubert sagt gestern am Telefon plötzlich: "Ja -- also ... (Pause) Wenn ich in am 13. März in Rheinland-Pfalz zu wählen hätte, ich würde schon die Julia Klöckner wählen. Einfach weil sie eine schöne Frau ist." Dann, mögliche Einwände vorwegnehmend: "Jaa!"

So weit zum politischen Verstand meines Freundes Hubert. Und dann habe ich mal nachgeschaut. Und ich muss sagen: Irgendwie hat er recht, der Hubert. Egal ob das als Begründung für das Wählen ausreicht. Das muss in einer Demokratie ja jeder Mann mit sich selbst ausmachen.

Vom Wert der Bundesliga

Wie entstehen eigentlich Preise? Angebot und Nachfrage? Das gilt vielleicht für Kartoffeln und Tomaten. Auch wenn schon da Geschmack und Qualität und natürlich der Wert der Läden erst mal interpretiert werden müssen. Bei Autos spielen schon viele Werte und am Ende auch noch das ominöse Prestige eine Rolle. 

Und beim großen Fußball, der 1. Bundesliga? Da sind wir endgültig in der Welt der komplexen Interdependenzen.

Dazu eine Meldung von gestern:

»›Sportschau‹ könnte auf 45 Minuten schrumpfen. | von Michel Penke | 24. Jan. 2016, 21:15 | Sportschau | Halbzeit? Die Deutsche Fußball-Liga will ab der Saison 2017/18 die Rechtepakete für Bundesliga-Fußball neu schnüren, um den Druck aufs TV zu erhöhen und mehr Geld aus den TV-Rechten zu schlagen. Aktuell prüft das Bundeskartellamt neue Pakete, darunter eines mit dem Namen ›Free-Kompakt‹, das die Berichtszeit am Samstag ab 18 Uhr auf 45 Minuten schrumpft, etwa die Hälfte der heutigen ›Sportschau‹, berichtet das ›Handelsblatt‹ und beruft sich auf eine Befragung der Marktteilnehmer, die das Kartellamt derzeit durchführt. || ARD-Sportchef Axel Balkausky wehrt in der Wirtschaftszeitung schon mal ab: Eine Halbierung der Sendezeit sei ›kein vorstellbares Modell‹, der Sender glaubt, dass eine gewisse Berichtslänge erforderlich ist, um ein Fußballspiel darzustellen. Besorgt sind demnach auch die Sponsoren des Fußball-Zirkus. Die Werbung auf Banden und Trikots wäre mit weniger Sendezeit im Free-TV gleich deutlich weniger wert.« (turi2.de)

Jaha! Die Werbung auf Banden und Trikots wäre mit weniger Sendezeit im Free-TV gleich deutlich weniger wert. Und wieviel? Und was, wenn der Otto-Normal-Fernsehzuchauer doch nicht Sky abonniert, sondern erst mal mehr Radio hört und dann auf Youtube am Montag wartet? Und am Ende gar merkt, dass das Leben auch ohne Fußball lebenswert ist? Wenn die Stadien auf einmal nicht mehr ganz so voll sind und die Abwärtsspirale  sich zu drehen beginnt? Was dann?

Undenkbar? Na dann -- schaumer doch mal!

(Und blicken schon mal zurück. Wie war das damals doch mit dem Tennis-Boom, als Boris und Steffi sternengleich oben am Sporthimmel geleuchtet haben? Und heute? Tennis? Hmm. Ein Spartenprogramm für die älteren Herrschaften, mehr nicht. Und der Niedergang des Lateins erst! Immerhin selbstreferentiell lehrreich: "Sic transit ...")

Seltsamkeiten. Fund: Anonymität

Auf einmal die Idee, dass die Anonymität vor dem Internet eine ganz andere Aura hatte. Anonymität assozierte man mit Erpresserschreiben, Denunzianten, in Summe: mit nichts Gutem. Heute ist Anonymität: Ausdruck einer neuen Form von Meinungsfreiheit, die nur selten als 'feige' und 'hintenrum' gesehen wird. Fast ist sie im Internet so etwas wie ein Menschenrecht geworden.

Dann dieser schöne Fund, bei dem Wikipedia-Diskussion zum Artikel über die Fernsehmoderatorin Carolin Reiber:

"Carolin Maier-Reiber wurde am 02.11.1939 geboren. Das Geburtsdatum oben ist leider falsch jedoch nicht änderbar. Des weiteren schreibt sich Maier mit ai nicht mit ay. Ihr einer Sohn Luitpold ist am 13.08.1970 geboren. Diese beiden Informationen liegen mir vor, da ich ein Fahrzeug von Frau Reiber besitze und im alten Fahrzeugbrief Frau Reiber und ihr Sohn Luitpold als Halter eingetragen sind. Da die Zulassungsstelle auf die Daten im Personalausweis zurückgreift sollte man davon ausgehen, daß diese Daten stimmen. Bitte die Informationen nicht dauernd löschen! Fahrzeugbrief kann gerne vorgelegt werden!"

Ein Beitrag vom 19. Juli 2009, den Namen, eh anonym, und den Link lassen wir hier mal weg.

Ob es verboten ist, so etwas im Internet zu posten? Ich weiß es nicht. Freundlich ist es gewiss nicht, und von Fingerspitzengefühl zeugt es auch nicht. Aber wie schon gesagt: The times, they are a changin' in Sachen Anonymität usw. Und wieso da ein falsches Datum bei C. R. steht, warum ein Jährchen da was ausmachen soll -- keine Ahnung. Sich fünf, gar zehn Jahre jünger machen, gut. Aber 1 Jahr? -- "Carolin Reiber (* 2. November 1940 in München) ist eine deutsche Fernsehansagerin und Moderatorin." Wäre also spannend, wenn man grundsätzlich werden will und forscherisch veranlagt ist, woher das Jahr 1940 nun eigentlich kommt.

Sonntag, 24. Januar 2016

"Die Männer schämen sich nicht"

Ein Fund:

"Ich selbst habe einem muslimischen Hintergrund. Ich lebe seit vielen Jahren in Deutschland und bin immer mit Respekt behandelt worden. Ich habe mich in Deutschland immer sicherer gefühlt als in Pakistan. Ich habe viele deutsche Freunde und habe mich nie ausgeschlossen gefühlt in dieser Gesellschaft. | Aber durch die sexuellen Übergriffe am Silvsterabend ist mir bewusst geworden, dass ich in gewisser Weise Mitverantwortung trage für diese verabscheuungswürdigen Taten: Was in Köln passiert ist, geschieht nämlich in meinem Heimatland Pakistan regelmäßig. Die Männer schämen sich nicht, fühlen sich nicht schuldig, zeigen keine Reue für die Art und Weise, wie Frauen in dem Teil der Welt behandelt werden. | Die Männer, die die Frauen in Köln sexuell belästigt haben, sind nicht verrückt oder unzurechnungfähig; sie wussten, was sie tun. Ich bin sicher, sie taten es mit voller Verachtung für Europas Kultur, seine Normen und seine Bevölkerung." (Deutsche Welle)

Wovor ich Angst habe? Dass die Oberfläche über der Lava der Aggression gegenüber Fremden immer noch dünner ist, als manche denken. Deutschlands Oberfläche ist vielleicht stärker, weil sie mit einigem Recht über die Untaten der Nazis gezogen wurde. Aber heißt das, dass das immer so sein wird?

Liebe Süddeutsche Zeitung!

Da habe ich dich immer für ein anständiges, in Teilen sehr gutes Blatt gehalten und dies auch immer mal wieder zum Ausdruck gebracht. Und dann sehe ich eben, worüber du so berichtest und mit welchen Hinweisen. Da unten!

Da bleibt -- pardon, wenn ich in die Du-Form falle -- nur die Frage: 

Ja, spinnt's ihr denn jetzt komplett?! 

Müsst ihr wirklich sowas bringen? Und für wen? Für mich, die ich die SZ abonniert habe? Für die anderen Leser? Welche Leser, glaubt ihr, habt ihr denn?


Die SZ im Dschungelcamp

Der Versuch, das Geistlose, durch distanziertes Labern zu intellektualisieren, der hört sich so an: "Hier wird das Narrativ jedes Dschungelcamps boykottiert - die Heldenwerdung."

Magnus Gäfgen (Verbrecher)

Ich habe bei der Wikipedia den Artikel Magnus Gäfgen gelesen und die umfassende Diskussion überflogen. Fazit: Das ist, zunächst ohne jede Beurteilung, eine erstaunliche Person, dieser Gäfgen. 

So, und jetzt mit allen Werturteilen: Da ist also einer, der bringt aus Geldgier ein Kind um und lamentiert im Prozess und auch später immer mal wieder herum, dass er -- weil die Polizei das Kind retten wollte -- ja fast gefoltert worden wäre. Wenn noch irgend etwas von moralischem Gehirnanteil in diesem Menschen vorhanden gewesen wäre, dann hätte er innegehalten und -- sich einfach geschämt, und dann hätte er sich in diese Scham stumm zurückgezogen. Aber es ist einfach nichts Moralisches in diesem Gehirn. Also geht alles ganz leicht. Denn ...

... es kennt unser Rechtssystem die Kategorie der 'Unverschämtheit' einfach nicht, und wenn es einer darauf anlegt, dann kann er sich mit seinem Wahnsinn, der es nicht erträgt, dass er ein Verbrecher ist und sonst nichts, durch die Instanzen immer mal wieder ins Gespräch bringen. Weinerlich, selbstbezogen wie ein Dreijähriger, unverbesserlich. Ein Egomane, der weiß, wie man mit Behörden und Zeitungen, die diese Kombination 'Grausamkeit & Egomanie & Unverschämtheit' einfach nicht mit Schweigen verbuchen können, umgehen muss, um immer mal wieder in die Zeitung zu kommen.

Und ich wette -- also, ich wette, ein wenig sieht sich Gäfgen inzwischen als Hannibal Lecter. Er wartet darauf, dass endlich Clarice M. Starling kommt und ihn, als Experten für Erpressung und Mord, um Rat in einem besonders schwierigen Fall fragt. Und anschließend seine sehr wichtigen Expertenansichten medial verbreitet. Oder gar einen Roman über ihn schreibt, der zwischen Abscheu und großer Fasziniertheit hin und her schwankt.

Doch halt! Ein Lecter ist Gäfgen wirklich nicht. Sondern in jeder Hinsicht ein kleingeistiger Egomane.

--

Nachtrag (14.03.2016):

"Klage gegen Haftbedingungen | Breivik zieht vor Gericht | Der norwegische Attentäter Anders Breivik steht erneut vor Gericht - diesmal allerdings als Kläger: Der islamfeindliche Rechtsextremist klagt gegen den Staat, um bessere Haftbedingungen zu erreichen. ANNE RENTZSCH" (tagesspiegel.de)

Merke: "Wenn du einen Rechtsstaat hast, wirst es immer Leute geben, die sich nicht entblöden, die Grenzen des Rechtsstaats auszuloten." (Mathias Hallhuber)

Mieter <> Vermieter: Wer hat denn ...

... hier nun recht? Die Frau aus Rumänien, die -- Achtung, neuer Ausdruck! -- 'mehrheitlich rot / grüne Tränendrüsenpresse' oder der Kritiker, Herr Löhr?

Die Huffington Post vermeldet:

"Wohnungssuchende Rumänin klagt an: „Wir als Ausländer sollen nur arbeiten, arbeiten und Steuern zahlen" | The Huffington Post | von Tobias Lill | Eigentlich verdient Nicoletta Lacatusu gut. Auf 2800 Euro netto im Monat kommt sie gemeinsam mit ihrem Mann. Auch im teuren Großraum München kann man davon leben. | Mit ihren beiden Söhnen und deren Familien leben sie in einer Wohnung in Putzbrunn nahe der bayerischen Landeshauptstadt. 950 Euro Warmmiete kostet sie pro Monat. | Doch nun müssen sie ihre Wohnung verlassen. Der Vermieter hat den Vertrag gekündigt. „Ich weiß nicht, wie es weitergeht“, sagt sie. Dutzende Wohnungen in München und dem Umland habe sie in den vergangenen sechs Monaten angesehen. || „Ich rufe Sie dann an“ || Die Vermieter hätten immer gesagt: „Ich rufe Sie dann an.“ Doch das Telefon klingelte einfach nicht. | Lacatusu glaubt die Ursache für die vielen Absagen zu kennen: „Ich werde als Ausländerin bei der Wohnungssuche benachteiligt.“ | „Wir haben keine Rechte. Nur die Deutschen haben Rechte. Wir als Ausländer sollen nur arbeiten, arbeiten und Steuern zahlen“, sagt die Migrantin. Gerade als Rumänin werde sie im Alltag diskriminiert. | "Frau Merkel sollte nicht nur für die Deutschen und die Flüchtlinge etwas tun“ | Lacatusa sitzt auf einer riesigen Couch, die einen großen Teil der Wohnungsfläche ausmacht. Im Hintergrund schreit ihr Enkel. Doch sie lässt sich nicht irritieren, kommt richtig in Fahrt: „Frau Merkel sollte nicht nur für die Deutschen und die Flüchtlinge etwas tun.“ Auch die hier lebenden Ausländer hätten Rechte. | 50 Stunden arbeitet Lacatusu, als Küchenhilfe und Putzfrau. Die 40-Jährige hat tiefe Augenringe. „Ich arbeite hart“, sagt sie. In den sechs Jahren, seit sie in Deutschland lebt, sei sie nur einen Monat lang arbeitslos gewesen."

Darauf antwortet "Michael Loehr · Geschäftsführer/in bei ... Selbständig" in einem Kommentar:

"Stimmt. Nirgendwo auf der Welt genießen Mieter solche Rechte wie in Deutschland. Wer als Vermieter mal einen Mietnomaden in der Wohnung hatte und ca. 1 Jahr klagen musste, der kennt das Problem. Und in nicht wenigen Fällen zerlegen einem solche "netten" Mieter auch noch die Wohnung nach allen Regeln der Kunst. Schäden von 40.000 Euro und mehr sind dann keine Seltenheit. Was mich an diesem Fall auch wieder wundert, ist die Personenanzahl. Dort wohnt also die interviewte Frau mit ihrem Mann, ihren beiden Söhnen und deren Familien. In der Wohnung befinden sich (Kleinkind war zu hören), also mindestens 7 Personen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass diese Personenzahl vorher so mit dem Vermieter abgesprochen war. Und vor Obdachlosigkeit braucht diese Frau auch keine Angst zu haben, weil man eine Familie mit Kleinkind/ern nicht einfach auf die Straße setzen darf. D.h., die Familie hat im Prinzip ewig Zeit sich in Ruhe eine neue Wohnung zu suchen. Und was die 2.800 Euro Euro/Netto Einkommen angeht. Hier arbeitet wohl nur der Frau, während der Rest anscheinend staatliche Leistungen bekommt. Denn das Einkommen des Ehemannes mit dem T-Shirt "I`m sexi...." wurde nicht erwähnt. Von daher entspricht der Spruch "wir dürfen nur arbeiten, arbeiten und Steuern zahlen" wohl auch nicht der ganzen Wahrheit. Diese Story ist von daher ein typisches Beispiel der mehrheitlich rot/grünen Tränendrüsenpresse. Wer hier mal richtig recherchieren würde, käme wahrscheinlich zu ganz anderen Realitäten. Vielleicht sollte man auch einfach mal beim "herzlosen Vermieter" nachfragen, warum er so "fleißigen und hart arbeitenden Menschen" einfach kündigt."

Der Gelderhaltungssatz ...

... und das Doofe in der Welt

Hier ist wieder jemand, der verspricht, dass jeder mit ein paar Mausklicks Geld verdienen kann. "Es ist ganz einfach", sagt da eine Stimme im Video. Die Stimme durchaus glaubwürdig, zwischen "einfach ein moderner Mann" und "Sprechprofi". Und natürlich, wie bei den Diät- und Abnehmtipps, ein Geheimnis -- psst! wird endlich preisgegeben. Im Internet, für jeden sichtbar. 

"Entdecken Sie, wie Marco Lehrer 2300 € pro Woche ZUSÄTZLICH verdient! | Marco Lehrer, 35-jähriger Mann aus Grafenau, gibt sein Geheimnis preis ... | Neue Welt des schnellen Profits! | Interviewt von Manuela Kaiser | 12. Oktober 2014 | Marco Lehrer aus Grafenau hat erreicht, wovon viele Menschnen nur träumen. Er verdient mehr als sein Vorgesetzter und seine Freunde. Marco war auf der Suche nach der richtigen Gelegenheit, um nach seiner Arbeitszeit zusätzliches Geld zu verdienen und trotzdem noch genug Freizeit für seine Familie und Hobbys zu haben."

Man kann sich dann kurz mal umschauen, vielleicht mal hier. Oder hier. Es geht aber auch ohne langes Nachschauen. Wenn man den Gelderhaltungssatz beherzigt: 
  • 'Was der eine gewinnt, muss der andere verlieren!' 
Sicheren Gewinn macht nur der Vermittler, der sich für die Vermittlung bezahlen lässt, egal ob Gewinn oder Verlust gemacht wird. (In der Physik entspräche dem der Energieerhaltungssatz. Abwärme (= hier: der Gewinn des Vermittlers) ist natürlich auch Energie, nur nützt sie dem, der Heizen will oder in der Übertragung eben: dem Anleger rein nichts.) Reguliert und kontrolliert sind die Vermittler im Normfall die Banken. Die auch verdienen, aber eben kontrolliert. Unkontrolliert tun das irgendwelche Leute auf der Welt, die auf die Dummheit der anderen Leute auf der Welt setzen.

Freitag, 22. Januar 2016

"Dschungelcamp"

Ich frage mich seit langem: Wer schaut sich Sendungen wie das "Dschungelcamp" eigentlich an? Das können keine Menschen sein, die alle Tassen im Schrank haben. Und sogar Zeitungen und Fernsehsender außerhalb von RTL berichten? Wer hat sich nur so etwas, das wirklich die Dekadenz der westlichen Gesellschaft gnadenlos öffentlich macht, am Ende ausgedacht? Haben wir keine anderen Probleme? Und da und dort solche Probleme, die den Planeten und die Menschen auf seiner Oberfläche bedrohen! Und trotz allem -- Dschungelcamp?

"Glücklich ist, wer vergisst..."? Nun, erst demnächst.

"In der letzten Staffel des Dschungelcamp funkte es zwischen Gabby und Marco. Doch mehr als kuscheln passierte augenscheinlich nicht. Doch nun verrät Gabby: Die beiden landeten in der Kiste.
Bevor die neue ..."

Donnerstag, 21. Januar 2016

Litwinenko. Oder: Die Werte der FAZ

Ich beschließe spontan, mich bei der FAZ anzumelden, um einen Litwinenko-Bericht und später vielleicht einiges andere zu kommentieren. Die Anmeldung wird zurückgewiesen mit dem Hinweis, dass man sich mit Echtnamen anmelden müsse. Stein des Namensanstoßes ist der Name "Bernardo" alle Mexikaner und die übrigen spanischsprachigen Länder werden also als undeutsch ausgeschlossen? Da rufe ich doch: "Was'n das denn?!"

Wie auch immer, es geht auch ohne das FAZ-Meinungsspalte. Schauen wir halt beim SPIEGEL nach. Die Probleme bleiben ja bei den unterschiedlichen Berichten die gleichen. Nämlich:
  • Auf welchem Weg hat der Richter Sir Robert Owen, der den Untersuchungsbericht vorgestellt hat, seine Informationen eingesammelt? "Beweise für das Mitwissen oder die Zustimmung Putins legte Richter Owen nicht vor. Für seine Schlussfolgerung spräche aber die Kommandostruktur des Geheimdienstes, über die Zeugen in den Anhörungen gesprochen hatten. Für erwiesen hält er, dass Lugowoi und Kowtun ihren Landsmann Litwinenko absichtlich töteten, indem sie seinen Tee mit dem radioaktiven Gift verseuchten."
  • Das erinnert -- kühner, aber zutreffender Vergleich -- an die VW-Affäre. Muss der oberste Herr Winterkorn -- 'für eine solches Wissen spräche die Informationsstruktur in einem gut geführten deutschen Unternehmen' --, dass bei den Abgaswerten getrickst worden ist? 
  • Winterkorn wie Putin kommen in eine wirkliche Zwickmühle. Entweder sie haben nicht gewusst, dann haben sie ihren jeweiligen Laden nicht im Griff; oder sie haben ihren Laden im Griff, dann müssen sie davon gewusst haben.
Die Sache müsste anders laufen: Wir bräuchten bei der UNO eine Stelle, der sich die Mitglieder bedingungslos unterwerfen, Bei Fällen wie dem Mordfall Litwinenko wird eine internationale Kommission gebildet, die das Recht hat, in den betroffenen Ländern intern, also auch in den Geheimdiensten zu ermitteln. Utopisch? 
Ok, dann werden wir nie etwas Gesichertes erfahren, und die dreiviertelgesicherten Untersuchungen werden immer ein Viertel Zweifel lassen. Bericht stimmt mit einer 75%igen Wahrscheinlichkeit -- was haben wir davon?

--

Wer war eigentlich Litwinenko? Ein vormaliger Agent des KGB, dann FSB. Immerhin.

"1998 trat Litwinenko erstmals als Kritiker des russischen Machtapparates an die Öffentlichkeit: Auf einer Pressekonferenz in Moskau beschuldigte er – zusammen mit Michail Trepaschkin und einigen anderen maskierten Geheimdienstlern – die Führung des Geheimdienstes FSB der Anstiftung zum Mord. Sie hätten von dieser den Auftrag bekommen, den damaligen Sekretär des Staatsicherheitsrats, Boris Beresowski, zu töten." (Wikipedia)

Weiter unten, und vielleicht doch etwas zu bizarr:

"Litwinenko beschuldigte im Juli 2006 auf der Website der tschetschenischen Separatistenbewegung Wladimir Putin der Veranlagung zur Pädophilie. Er verglich ihn mit dem bekannten ukrainischen Serienmörder und Kannibalen Andrei Tschikatilo."

Auch das andere in dem WP-Artikel ist lesenswert! Zwischen einem "Erstaunlich!" und "Räuberpistole!"

"Russische Theorien über die Täterschaft || Der Berater des Präsidenten, Sergei Jastrschembski, vermutete in einer Reportage des russischen Staatssenders Westi ein Komplott gegen die Regierung: „Ich denke, wir haben es mit einer gut organisierten Kampagne oder einem konsequenten Plan zur Diskreditierung Russlands und seiner Führung zu tun.“ | Ende Dezember 2006 bezeichnete die russische Generalstaatsanwaltschaft Leonid Newslin als möglichen Auftraggeber für den Mord an Litwinenko. Der seit 2003 in Israel lebende ehemalige Mitbesitzer des Ölunternehmens Jukos hat die Verdächtigung zurückgewiesen."

Der Markt

"Der Markt" ist ein dunkler, unklarer Begriff. Angebot, Nachfrage -- alles das, was gehandelt wird, ist Markt. Flankiert von Raub und Schenkung. Deutschland liefert Waffen aus Bundeswehrbeständen an die Peschmerga, und am Zielort entsteht -- ein Waffenmarkt. Man muss die Meldung langsam und vollständig lesen.

Denn diese Meldung macht die Komplexität und Einfachheit des Marktes deutlich:

"Waffen finanzieren Flucht | Mustafa S. (Name geändert) kommt aus der kurdischen Autonomieregion im Irak. Er hat fast 30 Jahre lang für die Peschmerga gekämpft. Zweimal wurde er im Kampf gegen den IS verwundet. Vergangenes Jahr wurde er 40 Tage lang von der Bundeswehr im Nordirak ausgebildet - ein deutsches G36 kann er mit verbundenen Augen zerlegen, sagt er. | Doch vor vier Monaten hat sich Mustafa S. entschieden, den Krieg hinter sich zu lassen. Er ist mit seiner Familie nach Deutschland geflohen. Finanziert hat er dies mit dem Verkauf einer Waffe - in diesem Fall keinem deutschen Gewehr, sondern einer Kalaschnikow. 1800 US-Dollar habe er dafür bekommen. Sein Cousin habe jedoch sein G36 verkauft - für immerhin 4000 US-Dollar. Mittlerweile seien die Schwarzmarkt-Preise für die deutschen Sturmgewehre jedoch deutlich gefallen, auf unter 3000 US-Dollar, so Mustafa S. Das Angebot sei zu groß geworden. | Aufnahme auf einem Handy von Peschmerga-Kämpfern im Nordirak. galerieMustafa S. zeigt Aufnahmen aus dem Nordirak. Hier hat er für die Peschmerga und gegen den IS gekämpft. | Mustafa S. sagt, er kenne etwa 100 Peschmerga, die in den vergangenen Monaten ihre Waffen verkauft hätten, um zu fliehen. Die Situation sei für viele unerträglich geworden. Der niedrige Ölpreis, ausbleibende Zahlungen der irakischen Zentralregierung und der Kampf gegen den IS, der täglich etwa fünf Millionen Dollar verschlingt, haben die kurdische Autonomieregierung an den Rand des Bankrotts gebracht. Er selbst habe fünf Monate lang keinen Sold erhalten und wusste nicht, wie er Miete, Essen und Medikamente für seine behinderte Tochter bezahlen sollte. Jetzt lebt er mit seiner Frau und ihren sechs Kindern in einem Asylbewerberheim in Ostdeutschland." (tagesschau.de)

DVD mit Kopierschutz

Das eben gelesen:

"DVD mit Kopierschutz auf die Festplatte kopieren | Bei einer DVD, die mit einem Kopierschutz versehen ist, ist das Kopieren der Inhalte auf Ihre Festplatte nicht so einfach und verboten. | Genauere Informationen zum Überspielen kopiergeschützter DVDs auf Ihre Festplatte entnehmen Sie diesem Praxistipp" (chip.de)

So relativ sind Verbote: "Du weißt, dass das verboten ist. Wenn du es doch machst -- deine Verantwortung! Hier sind die Praxistipps dazu." Sympathisch, die chaotische Gesellschaft. Die die 'Blitzer' durchs Radio ansagt.

Die Tötung des Herrn Litwinenko

Vorläufig: kein Kommentar.

"Ein britischer Untersuchungsbericht birgt politischen Sprengstoff: "Die FSB-Operation zur Tötung von Herr Litwinenko ist wahrscheinlich von Herrn Patruschew und auch Präsident Putin gebilligt worden", heißt es in dem Text, der in London vorgestellt worden ist. Nikolai Patruschew war von 1999 bis 2008 Chef des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB und gilt als langjähriger Vertrauter des Kreml-Chefs. | Damit belasten die Briten die obersten Kreise der russischen Führung: Sie sollen den Mord am einstigen KGB-Agenten und späteren Kreml-Kritiker Alexander Litwinenko in Auftrag gegeben haben, der 2006 in London an einer Poloniumvergiftung starb. Dem 43-Jährigen soll das Gift Polonium-210 in eine Tasse Grüntee gemischt worden sein. | Der Bericht benennt Dmitri Kowtun und Andrej Lugowoi als Täter. Sie hätten jedoch "im Auftrag von Anderen" gehandelt. Der ehemalige KGB-Agent und Personenschützer Lugowoi soll im Herbst 2006 das Polonium nach London geschmuggelt haben. Inzwischen sitzt er in der Duma, dem russischen Parlament. Kowtun, der einst als Kellner in Hamburg arbeitete, soll von Lugowoi für das Verbrechen angeworben worden sein. Inzwischen haben sich die beiden Männer zerstritten. || Russland weist Vorwürfe zurück || Kurz vor seinem Tod hatte Litwinenko selbst Wladimir Putin beschuldigt, den Mord in Auftrag gegeben zu haben. Der Kreml hat jede Verstrickung entschieden bestritten." (SPIEGEL Online)

Oder doch: ein kleiner Kommentar. Ich muss A., den Putin-Versteher und -Rechtfertiger, fragen, wie er zu der Sache steht. Bin gespannt. Möglichkeiten: a) Stimmt einfach nicht, was der Untersuchungsbericht sagt. b) Könnte stimmen. Aber sowas ist gerechtfertigt, weil ... c) Stimmt. Das weiß man doch, wenn man sich informiert hat, schon lange. Aber sowas ist gerechtfertigt, weil ...

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Und das nehmen wir hier einfach noch dazu. Irgendwie passt das doch:

"Ein schickes Geschäftsviertel im Zentrum von Moskau. In einem Raum im letzten Stock eines runden Backsteinturms stapeln sich Staffeleien und bunte Sitzsäcke. Menschen in Sneakern und Slim-Jeans kritzeln Schlagworte an eine Pinnwand. In der Designer-Ecke steht eine Kleiderpuppe. "Ich sehe eine große Zukunft Russlands", prangt an der Längsseite der Decke. "Im Himmel ist Gott - Auf Erden ist Russland", steht auf einem Plakat. | Hier treffen sich junge Maler, Designer und Filmemacher aus ganz Russland. Sie haben eine Gemeinsamkeit: Alle gehören zur Organisation "Set" (deutsch: Netz oder Netzwerk). Wer in dem Netzwerk aufgenommen wird, kann die schicken Räume von "Set" als Plattform für seine Kreativität nutzen. Unter einer Bedingung: Absolute Treue zum russischen Präsidenten Wladimir Putin. | Rund 1000 Kreative werden derzeit von "Set" unterstützt, sie sind zwischen 18 und 30 Jahre alt. Woher "Set" das Geld dafür bekommt, ist geheim. Zuletzt war von kremlnahen Unternehmen die Rede. "Set" selbst gibt sich unabhängig: Eine offizielle staatliche Unterstützung gebe es nicht, sagen sie zumindest." (bento.de)

Was macht eigentlich: Julian Assange?

Wenn man nach Fällen sucht, in denen zwei scheinbar weit voneinander entfernt liegende Gebiete miteinander in Berührung kommen und bei nachdenklichen Menschen zu einer bestimmten Form der Ratlosigkeit führen, dann gehört dazu mit Sicherheit das, was über den Herrn Assange bekannt ist. Nein, gemeint ist nicht, was das so ganz allgemein für ein Mensch ist, der französisch klingende Namen trägt, Australier ist, und seit einiger Zeit auf dem extraterritorialen Gebiet der Botschaft Ecuadors in London lebt. Das kann man unter dem Thema 'Bizarre Konstellationen abbuchen. Nein, es geht um das Zusammentreffen von "Kritik etablierter politischer Systeme", in diesem Fall durch gekonnt inszenierten Geheimnisverrat, und, ja nun: Sex und Gewalt. Auch da: keine Gewissheit nirgends. Der Herr A. kann selbstverständlich, was die Vergewaltigungsvorwürfe angeht, vollkommen unschuldig sein, und es kann die CIA ein gekonntes Intrigenspiel inszeniert haben. Alles möglich. Ganz klar. Fakt aber bleibt ... Also, das Folgende:

 Heute vermeldet die Süddeutsche, ähnlich wie andere Blätter bzw. Zeitung-Homepages, dies:

21. Januar 2016, 05:37 Uhr | Enthüllungsplattform | Wikileaks-Gründer Assange soll in den kommenden Tagen befragt werden || Das hat Ecuadors Präsident Rafael Correa angekündigt. Assange sitzt wegen Vergewaltigungsvorwürfen in der ecuadorianischen Botschaft in London fest. || Nach Vergewaltigungsvorwürfen zweier Frauen flüchtete Wikileaks-Gründer Julian Assange 2012 in die ecuadorianische Botschaft in London, seitdem geht es kaum voran in seinem Fall.

Da ist einer also ein kühler Revolutionär des digitalen Zeitalters, und auf der anderen Seite könnte es sein, dass er -- nun ja, irgend etwas Triebhaftes in und an sich vielleicht nicht immer im Griff hat. Ok, das Bild geht nicht in jeder Hinsicht auf, aber Sie wissen ja, wie es gemeint ist ...

Mittwoch, 20. Januar 2016

U-Bahn-Schubser

Viele Zeitungen melden es auf ihren Onlinesiten:

"Junge Frau am Ernst-Reuter-Platz von U-Bahn getötet | Mutmaßlicher U-Bahn-Schubser möglicherweise schuldunfähig | Entsetzen in Berlin – eine 20-jährige Frau ist vor einen einfahrenden U-Bahn-Zug gestoßen und dadurch getötet worden. Tatverdächtig ist ein 28-Jähriger, der mit dem Opfer offenbar zuvor rein gar nichts zu tun hatte. Der Mann war kurz vor der Tat bei einer Obdachlosenunterkunft abgewiesen worden. Möglicherweise ist er nicht schuldfähig. | Nach dem Tod einer jungen Frau auf dem Berliner U-Bahnhof Ernst-Reuter-Platz prüfen Fachleute Hinweise, dass der mutmaßliche Täter nicht oder nur eingeschränkt schuldfähig sein könnte. Noch im Laufe des Mittwochs werde ein Gutachten angefertigt, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Martin Steltner, dem rbb. || Der gebürtige Hamburger mit iranischer Staatsbürgerschaft sei ohne festen Wohnsitz unterwegs, sagte Steltner. Er habe unter Betreuung gestanden und sei bereits in Hamburg mehrfach "auffällig geworden", unter anderem mit einer Gewalttat. Wegen Schuldunfähigkeit sei er aber nicht verurteilt worden. Unklar ist, ob der Mann zum Zeitpunkt der jetzigen Tat unter Drogen- oder Alkoholeinfluss stand. Bluttests werden laut Polizei noch ausgewertet." (rbb-online.de)

Und es sind eine Menge schneller Assoziationen mit dieser Meldung verbunden. Einige davon:

  • Die -- trotz aller schrecklichen Tragik -- unernste: Schuldunfähig? "Du bist verrückt, mein Kind, / du musst nach Berlin. / Wo die Verrückten sind, / da jehörste hin."
  • Dann die ernsthaften. Vorab: So etwas kann jedem und ganz leicht passieren. Wenn verrückte Menschen unterwegs sind.
  • U-Bahn-Schubser, das klingt seltsam niedlich. Wie die Meldung von einem Schulausflug, bei dem die Schüler auf dem Bahnsteig herumalbern. Jawohl, die Tiefen der Sprache sind unergründlich.
  • Und schließlich: "Der gebürtige Hamburger mit iranischer Staatsbürgerschaft". Dabei hätte der Täter natürlich auch ein Gestörter ohne Migrationshintergrund sein können. Aber eben -- es schein manchmal, als suchte das große SCHICKSAL sich die Dinge, die in den laufenden Diskussionszusammenhang passen.
Und da ist dann noch die umfassende rechtstheoretische Frage: 
  • Wen wie stark überwachen und ggf. vorbeugend einsperren?
Der liberale Standpunkt: Nur die, die wirklich gefährlich sind, überwachen. Und die ganz Gefährlichen -- aber nein, einsperren geht gar nicht.

Die, die nicht ganz so liberal veranlagt sind, lachen da nur gequält auf. Ob solcher dämlichen Einlassungen. Denn, so sagen sie: wie erkennt man vorab 'die wirklich Gefährlichen'? Und der jungen Frau, wie allen konkreten Opfern, natürlich auch deren Verwandten und Freunden, nützt der Hinweis darauf, dass so etwas ja statistisch gesehen kaum jemals vorkommt und man also unbesorgt leben gehen könne und ja auch leben müsse. Schließlich könne jeden jeden Tag ein Dachziegel erschlagen. Zufälle halt. Fährnisse des Lebens, unabwendbar. ... den Opfern und ihren Verwandten und Freunden nützt solch wohlfeiles Herumbramarbasieren der ach so coolen Aufgeklärten: gar nichts.

    Montag, 18. Januar 2016

    Die Lehren der Vergangenheit

    Darauf habe ich eigentlich gewartet. Ich habe es vielleicht anders herum eher gesehen, Rechtsextreme schlagen Linksextreme zusammen, aber das tut sich insofern nicht viel, als man auf eine entsprechende Reaktion wohl warten kann.

    17. Januar 2016 | 20.50 Uhr | Linksautonomer Überfall | Angreifer schlagen Rechtsextreme mit Eisenstangen zusammen | Magdeburg/Oschersleben. Brutaler Überfall auf Demonstranten aus der rechten Szene in Oschersleben bei Magdeburg: Unbekannte schlugen mit Baseballschlägern und Eisenstangen auf ihre Opfer ein. Ein 34-Jähriger wurde notoperiert. | Zwei Dutzend vermummte Angreifer gingen auf vier Demonstranten aus der rechten Szene los und fügten ihnen teils lebensgefährliche Verletzungen zu. Ein 34-Jähriger erlitt Kopfverletzungen und wurde notoperiert. | Wie das Polizeirevier Börde am Sonntag mitteilte, waren am Samstag nach ersten Ermittlungen zehn Teilnehmer einer rechtsextremen Demonstration in Magdeburg mit dem Zug zurück nach Oschersleben gefahren, wo 20 bis 25 Vermummte auf sie warteten. | Sechs konnten fliehen, vier im Alter von 25 bis 34 Jahren wurden unter anderem mit Eisenstangen, Holzlatten und Baseballschlägern schwer verletzt. Sie kamen ins Krankenhaus. Die Täter flüchteten. Die Polizei vermutet einen linksextremistischen Hintergrund. (rp-online.de)

    Woran erinnert das? Klar, Weimarer Republik, SA gegen Rotfrontkämpferbund. Unschwer vorauszusagen, dass im Zweifelsfall die Rechten die noch brutaleren sein werden. Es nützt auch nichts, wenn man leicht angewidert sagt, dass das Hirnis auf beiden Seiten sind. Oder gar anzunehmen, dass nur auf der einen Seite die Idioten sind. Am Horizont steht die historische Erfahrung. Heute: Das Volk in seinen Aufgliederungen ist eine Größe, die sachlich betrachtet werden muss, um politische Katastrophen zu verhindern.

    Sonntag, 17. Januar 2016

    Wort des Jahres 2015: "Gutmensch"

    So, und jetzt wage ich mal was: Eine Sammlung zum Thema "Gutmensch", die ich vor Tagen kopiert und unter Entwürfe abgespeichert habe. (Aber eben, weil unbearbeitet, manchmal nicht zu diesem Thema). Das, nachdem ich soeben über komplex und überkomplex nachgedacht habe; überkomplex vielleicht = unbearbeitet?

    Feuilleton Unwort des Jahres: Warum ich als Reaktionär nicht Gutmensch sage
    MEINUNG #UNWORTDESJAHRES 12.01.16 Warum ich als Reaktionär nicht "Gutmensch" sage Unser Autor ist selbsternannter linguistischer "Gutmensch"-Experte. Er erklärt, warum man "Gutmensch" auch dann nicht sagen sollte, wenn man selbst keiner ist. Spoiler: Es hat mit Intelligenz zu tun.
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    Von Matthias Heine
    Feuilletonredakteur
    Matthias Heine
    Das Unwort des Jahres
    Das Unwort des Jahres
    Foto: dpa
    Nachdem ich im März 2015 in einem ausführlichen Artikel zur Geschichte des Wortes "Gutmensch" schrieb, dieses Wort würde eigentlich nur noch von Nazis und Idioten ohne jedes sprachliche Feingefühl benutzt, erreichten mich zahlreiche Beschwerden von Leuten, die sich zu Unrecht als Nazis verunglimpft fühlten. Auf die Idee, der zweiten von mir genannten Gruppe anzugehören, also nicht so helle und ein bisschen ausdrucksbehindert zu sein, kam niemand.

    Das neue Unwort des Jahres

    Jetzt ist "Gutmensch" zum Unwort des Jahres 2015 gekürt worden. Die Begründung der Jury, die sich im vorigen Jahre für "Lügenpresse" entschieden hatte, lautet: "Mit dem Vorwurf 'Gutmensch', 'Gutbürger' oder 'Gutmenschentum' werden Toleranz und Hilfsbereitschaft pauschal als naiv, dumm und weltfremd, als Helfersyndrom oder moralischer Imperialismus diffamiert."

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    Ein Mann, ein Wort
    Ein unzensiertes Video über das Wort "Zensur"
    Als selbst ernannter linguistischer "Gutmensch"-Experte der Nation möchte ich deshalb ausdrücklich feststellen: Nicht jeder, der den Ausdruck "Gutmensch" gebraucht, ist ein Nazi, Rechter, Rechtspopulist, Identitärer oder besorgter Bürger. Es gibt noch eine zweite Möglichkeit. Und ich glaube, dass die Gruppe der sprachlich minderbemittelten "Gutmensch"-Sager weitaus größer ist als die derjenigen, die in der Wolle braungefärbt sind. Einige meiner besten Freunde sagen "Gutmensch". Sogar der Bundespräsident und die CDU-Jungpolitikerin Diana Kinnert haben kürzlich das Wort benutzt, ohne sich viel dabei zu denken. Sie werden dadurch nicht zu verkappten Rechten. An ihrer Weisheit lässt mich solches Gequatsche dennoch partiell zweifeln.

    "Gutmensch" ist kein Unwort, weil es übermäßiges Bemühen um politische Korrektheit und Naivität verunglimpft. Auch nicht, weil an ihm der Pesthauch der ekligen Gesinnung klebt, den allzu häufiger Gebrauch durch echte Nazis dort hinterlassen haben. Sondern vor allem, weil es eine Floskel ist, die von Hirnlähmung und dem Unwillen, genauer zu beschreiben, zeugt. Man spuckt das Wort aus und glaubt damit etwas gesagt zu haben, weil es auch schon Zigtausende andere hingerotzt haben.

    Wer "Gutmensch" sagt, nennt Merkel auch "Mutti"

    In dem knappen Jahr, das seit meinem ersten Artikel vergangen ist, ist mir aufgefallen, dass Menschen, die "Gutmensch" sagen, meist auch Angela Merkel "Mutti" nennen. Wahrscheinlich fanden viele von denen es früher auch witzig, "Pobereit" statt Wowereit zu sagen. Ich schlage als Arbeitsbegriff für dieses Phänonem "Tichysmus" oder "Morbus Tichy" vor. Es ist eine Krankheit, die durch Facebook-Kontakte übertragen wird.


    Ich sage nicht ‚Gutmensch‘. Aber ich finde ja auch Putin grässlich und fürchte mich nicht vor Verschwulung.


    Lustigerweise gilt man heute schon als Gutmensch, wenn man sich weigert, "Gutmensch" für ein akzeptables Wort zu halten. So ergeht es mir, obwohl ich keine Flüchtlinge umarme, Frau Merkels Grenzöffnung für genauso hektisch und gefährlich halte wie ihren Atomausstieg, Recht und Ordnung, Disziplin und Höflichkeit für die Grundlagen der Zivilisation halte und schon mal öffentlich zu Protokoll gegeben habe, dass Familie, Gott und Vaterland die Leitsterne meines Lebens sind. Aber ich finde ja auch Putin grässlich und fürchte mich nicht vor Verschwulung.

    Kein Grund zum Jammern. Es war noch nie leicht, Reaktionärsein und das Beharren auf Differenzierung und Restintelligenz zu vereinen. Man sollte es trotzdem immer wieder versuchen.

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    Komplexe Welt

    Habe ich eben gesagt, die Welt sei komplex, ja überkomplex? Beweis im Kleinformat gefällig? Die Google-News-Schlagzeilen von eben. Nicht vollständig, weil einiges der Schnell-Umformatierung zum Opfer gefallen ist. Aber es reicht, denke ich, auch so.

    Soll ich die laut vorlesen, um dann ein QED darunter zu setzen? Vielleicht doch lieber nicht, oder?
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    Rechtschreib-Sprachspiele

    Dass ein Kurzspruch. den einer immerzu von sich gibt, ein Wiederspruch [sic] ist, darauf bin ich erst mit dem vorausgehenden Posting gekommen.

    Schwarzer, Wizorek und ...

    ... das Feministische* an sich.

    Im SPIEGEL eine Diskussion zwischen Alice Schwarzer und -- Moment -- ja, Anne Wizorek. Als SPIEGEL-Abonnent habe ich das in der Papierausgabe gelesen. Schon in der Hausmitteilung wird Frau Wizorek als "#aufschrei-Initiatorin" eingeordnet. Anlass der Diskussion: Köln, natürlich. Aber auch und grundsätzlicher, die Positionen zwischen verschiedenen Feminismus-Faktionen. Hier: die älteren gegen die jüngeren Feministinnen. (Daneben gibt es noch die Frauen -- zum Exemplum Ronja von Rönne --, die erklärtermaßen mit Feminismus gar nichts am Hut haben.)

    Dass die Realität komplex ist, manche sagen ja schon: überkomplex, das findet sich dann hier, in der WELT. Wollte da jemand, der kein Schlichtgemüt ist, bei der Komplexität-These widersprechen? Wohl kaum.

    "MEINUNG FLÜCHTLINGE UND SEXISMUS 16.01.2016 Erstaunlich, wie Feministen die Realität ausblenden | Nach Köln erlebten Linke einen Realitätsschock. Nun tun sie so, als seien die Vorkommnisse Teil des alltäglichen Sexismus wie beim Oktoberfest, um das Problem bloß nicht zu "islamisieren". || Von Reinhard Mohr || ... | Fünf Freunde warten an der Bushaltestelle. Die Wirklichkeit ist und bleibt komplex | Seit Längerem hat sich in der Bundesrepublik ein neubürgerliches Milieu entwickelt, dessen soziologische Skizzierung inzwischen zum Teil karikaturhafte Klischeebilder hervorruft. Man fürchtet amerikanische Chlorhühnchen, die globalen Finanzmärkte und den Verfassungsschutz, der die NSU-Terroristen gewähren ließ. | Dass man gegen Rassismus, Sexismus und Diskriminierung ist, versteht sich von selbst – die Inkarnation jenes guten Gewissens, das nur ein schlechtes Gewissen sein kann. Sein Leitmotiv: Der Westen ist an allem schuld. Also "wir". Wer sonst. So ist es nur logisch, dass das Bewusstsein dieses biedermeierlichen Weltbilds keine äußeren Feinde kennt. Das Böse hockt ja im eigenen Land."

    --

    * Das Neutrum muss sein, weil: der Feminismus ist ja wieder so ein Wi(e)derspruch in sich.

    Samstag, 16. Januar 2016

    ASAS-SN-15lh

    Bei solch einer Meldung bleibt man staunend stehen und weiß nicht weiter. Auch nach einer Stunde nicht.

    "Um sich eine vage Vorstellung von den Dimensionen zu machen, um die es geht, hier ein paar Vergleichswerte: ASAS-SN-15lh, so die Bezeichnung der Hypernova, besaß während ihres Maximums die 570-Milliarden-fache Helligkeit unserer Sonne. Damit gab sie binnen kurzer Zeit 20 Mal so viel Licht ab wie alle rund 100 Milliarden Sterne unserer Milchstraße zusammen. Selbst die Nachglühphase suchte ihresgleichen: In den ersten vier Monaten wurde bei dem Ereignis mehr Energie frei, als die Sonne in ihrem derzeitigen Zustand in 90 Milliarden Jahren abstrahlt. Diese Daten lassen vermuten, dass ASAS-SN-15lh möglicherweise der größte je gemessene Helligkeitsausbruch im bekannten Universum war. Abgesehen von ihrer Leuchtstärke zeichnet sich ASAS-SN-15lh noch durch eine andere ungewöhnliche Eigenschaft aus: Im Unterschied zu anderen bekannten superhellen Supernovae, die praktisch ausschließlich in Zwerggalaxien mit hohen Sternentstehungsraten beobachtet wurden, ist die Heimatgalaxie von ASAS-SN-15lh eine eher unproduktive Spiralgalaxie, die die Milchstraße an Größe weit übertrifft." (STANDARD)

    Dienstag, 12. Januar 2016

    "Raserprozess in Köln"

    Natürlich sind alle Prozesse sehr komplex.

    "Raserprozess in Köln: Bewährungsstrafen nach tödlichem Rennen | Junge Raser: Reue vor Gericht || In Köln lieferten sich im März zwei junge Autofahrer ein illegales Rennen. Dabei wurde ein Unbeteiligter tödlich verletzt. Vor Gericht zeigten die Täter Reue. | Nach einem illegalen Autorennen mit tödlichem Ausgang hat das Kölner Amtsgericht zwei junge Männer zu Jugendstrafen auf Bewährung verurteilt - wegen fahrlässiger Tötung in Tateinheit mit Gefährdung des Straßenverkehrs und fahrlässiger Körperverletzung." (SPIEGEN Online)

    Auf der anderen Seite, gibt es Eckdaten, die mich stutzig machen: Die Täter werden wohl einen Führerschein gehabt haben, als 18 gewesen sein. Und dann; Jugendstrafen? Und fahrlässige Körperverletzung, wenn am Ende jemand tot ist? Aber wie gesagt: Prozesse sind komplex.

    Unwort des Jahres 2015: 'Gutmensch'

    Schnell sei es im Vorbeigehen festgehalten:

    "12. Januar 2016 | Sprachkritik | 'Gutmensch' ist Unwort des Jahres 2015 || Hilfsbereitschaft werde damit pauschal als naiv, dumm und weltfremd diffamiert, sagt die Jury. | Das Unwort des Jahres 2015 lautet 'Gutmensch'. Damit seien diejenigen beschimpft worden, 'die sich ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe engagieren oder die sich gegen Angriffe auf Flüchtlingsheime stellen', schreibt die Jury in ihrer Begründung." (Süddeutsche)

    Da müsste man jetzt mal genauer hinsehen. Wer gebraucht dieses Wort in welchem Zusammenhang, um damit was auszudrücken bzw. zu erreichen. So halt. Dass Hilfsbereitschaft, sagen wir hier auch mal: 'pauschal' diffamiert wird, kommt wahrscheinlich nicht hin. 

    Montag, 11. Januar 2016

    Nachdenken über: Das Wesen der Macht

    Die politische, also die komplexe, indirekte und doch organisatorisch-durchdringende Macht muss sehr viel genauer untersucht werden. Wie kann sich jemand wie Kim Jong-Un heute an der Macht halten? Die Frage zielt tief ins Herz der Finsternis. Und dort wohnen die großen alten Dikatoren. Aber heute? Wie kann so etwas heute sein, wenn in Südkorea eine westlich orientiertes politisches System Erfolge feiert?



    Ein schönes Bild! Ein übergewichtiger junger Mann im leichten Schneetreiben. Er hat die Macht, und die anderen stehen stramm.

    Sonntag, 10. Januar 2016

    CDU <> CSU

    Jetzt spricht der Politikwissenschaftler, sine ira et studio, wie sich das gehört:

    "In den Zeiten von Franz-Josef Strauß gab es einmal kurz die Drohung, dass die CSU bundesweit auftreten könnte. Was automatisch das Zerbrechen CDU/CSU am Schrägstrich nach sich gezogen hätte. Das war damals einfach ein innenpolitisches Druckmittel. Nun aber, in vollkommen neuen Zusammenhängen, könnte das Zerbrechen politisch geboten sein. Dann nämlich, wenn die bürgerliche Mitte sich nicht mehr mit den Migrationsthesen der Kanzlerin anfreunden kann. Und wenn gleichzeitig diese Mitte die AfD, weil die AfD zu schlicht denkt und, ja nun, weil sie doch zu dumpf-rechts ist, vorsichtshalber doch nicht wählen will."

    "Muslims rioting in Germany"

    ドイツで暴動イスラム教徒

    Seit Silvester kann man der politischen Stimmung in Deutschland beim Kippen zusehen. Und mit Köln kommen jetzt auch zurückliegende Dinge hoch, die, in Zeiten des allgegenwärtiges Videobeweises, kaum zu leugnen oder zu relativieren sind.

    Auf meiner Facebook-Seite finde ich heute ein geteiltes Video mit folgendem Text:

    "Cohen's hat Silence is Consents Video geteilt. Gestern um 12:42 · -2:38 560.429 Aufrufe || Silence is Consent | 5. Januar um 02:29 · | Muslims rioting in Germany. | How's that "Multiculturalism" going for ya? || Obama knows exactly what's going on all over Europe. I have a feeling this is exactly what he wants to see happen to America. Why would anyone in their right mind import hundreds of thousands of military-aged animals like this to their country? Seriously, think about it! | Coming to a nieborhood near you -- cortesy of Obama."

    Sind das Videoaufnahmen aus Deutschland? Wenn ja, wo liegt diese Straße? Und was wird, wenn so etwas noch einmal und dann noch einmal vorkommt?




    Ok, es ist nicht schwer rauszufinden, wo das war. Der deutsche Kommentar sagt es.

    --

    Und dann wollte ich noch, zum allersten Mal, einen ZEIT-Bericht kommentieren. Aber da musste geprüft werden, weil ich da neu bin. Und dann heißt es: "Der Kommentarbereich dieses Artikels ist geschlossen. Wir bitten um Ihr Verständnis." Na ja, vielleicht dauert das mit dem Kontrollieren einfach noch eine Weile.

    Samstag, 9. Januar 2016

    Geheimnisvolle Datei

    Was verbirgt sich wohl hinter dieser geheimnisvollen Datei auf der Smartphonekarte? Mit dem Texteditor betrachtet sieht sie so aus:

    [ Vergrößern = Draufklicken ]

    Freitag, 8. Januar 2016

    Fundsachen: Über Norbert Tadeusz

    Lange nichts mehr über Norbert Tadeusz gelesen. Dann finde ich heute das hier, mit den Stichworten "Helmut Schmidt", Ex-Kanzler, und Norbert T., Über die Kunst. Benjamin Jahn Zschockes Interview mit Peter Iden, Professor für Theater– und Kunsttheorie in Frankfurt a. M., Sonntag, 1 Februar 2009. Auf der Seite mit dem schönen Namen blauenarzisse.de.

    "13 großformatige Gemälde aus den Jahren 1978 bis 2002 sind derzeit in den Kunstsammlungen Chemnitz ausgestellt. Zur Eröffnung der Ausstellung erlebten die Chemnitzer den 1940 in Dortmund geborenen Sonderling in zwiefacher Gestalt. Witzig und ironisch, verklärt und eigensinnig berichtete Tadeusz von seinen 'künstlerischen' Anfängen, welche im Schnitzen kleiner Holztiere ihren Anfang nahmen. Behutsam geleitet Iden den Künstler immer wieder in den Gang des Gespräches zurück. Nun erfuhr man auch, dass ihm sein künstlerisches Talent einen Posten als Dekorateur in einem Warenhaus einbrachte. Hier konnte er Schaufensterwände bemalen. Auf Anraten einer Mitarbeiterin bewarb er sich an der Werkkunstschule in Dortmund, von welcher er 1961 an die Düsseldorfer Kunstakademie überwechselte. Tadeusz’ ungemeines Talent öffnete ihm Tür und Tor. | Nicht zuletzt wurde er Schüler von Joseph Beuys, welcher ihn trotz seines fehlenden Bezugs zu dessen Kunst 'malen ließ'. Beuys wurde dann aber auch beinahe zu einem Streitpunkt zwischen den Gesprächspartnern, als Tadeusz Beuys ironisch als 'Heiligen Joseph' bezeichnete, was für den Interviewband gestrichen wurde. Tadeusz hielt weder die radikale Arbeitsweise von Beuys noch dessen Zeichnungen und überhaupt seine Abstrahierungen für bedeutsam. | Zwiefacher Sonderling bleibt Tadeusz auch deshalb, weil er einen für die 60er Jahre sehr ungewöhnlichen künstlerischen Weg ging. Während um ihn alle von Abstraktion und gesellschaftlichen Umwälzungen durch Kunst sprachen und Beuys 'Jeder Mensch ist ein Künstler' propagierte, widmete er sich dem Realismus und blieb auch dabei. Sein Stil kann mit den deutschen Expressionisten Emil Nolde und Otto Mueller verglichen werden, aber ebenso auch mit seinem englischen Zeitgenossen Francis Bacon. Dessen Wirkung auf sein eigenes Werk versucht Tadeusz aber auch gern zu relativeren."

    Mittwoch, 6. Januar 2016

    Jan Fleischhauer: "Un­ter Juso-Am­seln"

    Ich kann immer noch wie ein -- na, wie heißt es noch, das Männchen? Rumpelstilzchen! Ja, richtig. Also ich kann immer noch wie das Rumpelstilzchen herumhüpfen, wenn einer eine Sache sprachlich-stilistisch auf den Punkt bringt. Hier ist es der Jan F. im Weihnachts-SPIEGEL, und der Jan F. beginnt so:

    "Es ist an der Zeit, mal ein gu­tes Wort für Sig­mar Ga­bri­el ein­zu­le­gen. Alle ha­cken auf dem Par­tei­vor­sit­zen­den der SPD her­um, nie­man­dem kann er es recht ma­chen. Er hand­le zu ei­gen­mäch­tig, steht in den Zei­tun­gen. Er neh­me die Leu­te nicht rich­tig mit. Po­li­tik ist ein har­tes Ge­schäft, das Ge­schäft als SPD-Vor­sit­zen­der ist irre. Jede Juso-Am­sel, die in ih­rem Le­ben noch nicht viel mehr zu­stan­de ge­bracht hat, als ihr Stu­di­um halb­wegs pünkt­lich ab­zu­schlie­ßen, darf dem Vor­sit­zen­den sa­gen, war­um sie sei­ne Leis­tung für „vier mi­nus“ hält. Wenn er es sich ver­bit­tet, dass ihm eine 28-jäh­ri­ge Nach­wuchs­po­li­ti­ke­rin Zen­su­ren er­teilt, heißt es, er sei nicht team­fä­hig. Man muss sich für ei­nen Mo­ment nur ein­mal vor­stel­len, Ga­bri­el müss­te nicht die So­zi­al­de­mo­kra­ten, son­dern ein Un­ter­neh­men wie Sie­mens lei­ten. Alle wür­den den Kopf schüt­teln, wenn der Vor­sit­zen­de vor je­der Ent­schei­dung die Mei­nung der Aus­zu­bil­den­den ein­zu­ho­len hät­te. ..."

    Ok, weiter geht es mit dem Zitat hier nicht, weil der SPIEGEL ja auch zahlende Leser braucht. Aber wer's noch nicht kennt, nachlesen. Unbedingt nachlesen! Im Zweifelsfall in der nächsten Stadtbücherei.

    --

    Zum später vorkommenden Begriff der "Symmetrieerwartung" gibt es hier schöne Erklärungen. Während die gesamte deutsche Wikipedia diesen Begriff nicht kennt. Ja da schau her!

    Montag, 4. Januar 2016

    Maidan-Massaker

    Da hat der A. also wieder mal recht:

    "UKRAINE Studie: Vom Westen unterstützte Opposition hat Maidan-Massaker verübt | Deutsche Wirtschafts Nachrichten | Veröffentlicht: 02.01.16 15:32 Uhr | 85 Kommentare | Eine Studie der Universität von Ottawa kommt nach Auswertung von tausenden Belegen zum Ergebnis: Die Schüsse gegen die Demonstranten am Maidan kamen nicht von der Regierung, sondern aus den Reihen der vom Westen unterstützten Opposition. Seit 1. Januar ist die Ukraine mit der EU assoziiert – eine vergiftete, späte Frucht der Gewalt vom Maidan." (deutsche-wirtschafts-nachrichten.de)