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Dienstag, 6. März 2018

Angela Magdici


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Die Schweiz ist ein -- Achtung! -- geheimnisvolles Land

Angela Magdici kommt mit 15 Monaten bedingt davon Kein Knast für die Wärterin -- Das Bezirksgericht Dietikon hat entschieden: Angela Magdici (33) muss nicht hinter Gitter. Weil sie ihren Geliebten Hassan Kiko (28) aus dem Gefängnis Limmattal befreite, kassierte sie 15 Monate bedingt. 15 Monate bedingt für Kikos Gefängniswärterin ... Ihre Flucht dauerte genau 45 Tage. Für dieses kurze Glück mit ihrem Geliebten Hassan Kiko (28) drohten Angela Magdici (33) 27 Monate Knast, sieben davon unbedingt. Gestern stand die Ex-Gefängnisaufseherin unter anderem wegen des Entweichenlassens von Gefangenen vor dem Bezirksgericht Dietikon ZH – und kam mit einer bedingten Haftstrafe von 15 Monaten davon. ... Das Gericht ist überzeugt: Die Flucht war alles andere als gut geplant. Gerade einmal 1400 Franken hatten sie dabei, als Magdici den verurteilten Vergewaltiger in der Nacht auf den 9. Februar 2016 aus dem Gefängnis Limmattal befreite, um mit ihm ein neues Leben in Italien anzufangen. Keine echte Reue «Wir wollten dort arbeiten und versuchen, Fuss zu fassen. Wir waren so naiv, dass wir glaubten, es ohne Papiere zu schaffen», sagt die Schweizerin zum Richter. Als ihnen das Geld langsam ausging, kamen die Zweifel. «In der Nacht vor der Verhaftung habe ich aufgeschrieben, wie wir mit der Schweiz in Kontakt treten könnten, um eine Lösung zu finden.» Am 25. März wurde das Paar in seinem Liebesnest in Romano di Lombardia (I) verhaftet ... . Die Flucht bereue sie im Nachhinein. «Im Endeffekt hat es nichts gebracht, ausser dass ich jetzt hier sitze», sagt die Angeklagte. 

Dann noch eine Einlassung, die in die Rechtsphilosophie Eingang finden sollte:


  • Die Richter sind hingegen sicher: «Sie bereuen nicht die Tat, sondern das Misslingen.» 
Beim Schlusswort zeigt Magdici das erste Mal Emotionen: «Ich möchte mich bei meiner Familie entschuldigen und bei allen, die ich in Angst und Schrecken versetzt habe», sagt sie unter Tränen. (Jessica von Duehren, blick.ch)

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Nun könnte man, wenn man romantisch veranlagt ist, vom Beginn eines Märchens à la "Die Schöne und der Vergewaltiger" träumen. Ist man realistisch, dann sagt man, wie ich, voraus, dass diese Geschichte maximal zwei Jahre gut geht. Spätestens dann werden bei Hassan die alten Gewohnheiten durchkommen. Nein, nicht gleich Vergewaltigung. Sondern: eine abgrundtiefe Abneigung Frauen und also auch dieser Frau gegenüber. -- Billige Voraussage? Ach was!

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Auch das noch. Feinsinnige Anmerkung. Die beiden haben geheiratet. Vielleicht wegen gewisser "Privilegien", die für Ehepaare gelten, von denen ein Teil im Gefängnis sitzt. "Intimraum-Benutzung" zum Beispiel.

"Gerade ein solches [Intimzimmer] wäre [...] für ein Ehepaar wichtig, sagt Benjamin Brägger, Sekretär des Strafvollzugskonkordats Nordwest- und Innerschweiz. Es sei schliesslich nicht so, dass die sexuellen Begierden und Triebe mit der Einweisung in eine Strafvollzugsanstalt einfach aufhöre. «Besteht keine Möglichkeit von Intimbesuchen, wird die Sexualität in die Subkultur des Gefängnisalltages verbannt und gelebt», sagt Brägger. Für schwächere Insassen bedeute dies oftmals, dass sie sexuell unterdrückt oder gar ausgebeutet würden." (watson.ch)

Nun gibt es einen wahrscheinlich ja doch gültigen Trost: Hassan Kiko gehört gewiss nicht zu den "schwächeren Insassen".