Freitag, 17. Oktober 2008

Webdesigner


Die Webdesigner sind schon tolle Kerle! Was man bei denen alles finden kann! Hier ein Bild zur Dialektik der Aufklärung. Wunderbar. Erfrischend. Einmalig. Oder?
Interessieren würde den Begeisterten noch: Wer war das Mädchen für die Vorlage? Oder ist dieses herrliche Wesen etwa 100%ig computergeneriert? Und komponierte der Computer, der das geschafft hat, dann anschließend ganz von selbst ein Oratorium des Titels "Die Schöpfung"? Oder: "Engel fliegen einsam"?
Und auch das noch. 恭喜!貌似沒有多少個香港blog能夠入圍全球華文部落格大獎初審呢。期望您的blog能夠更上

Strukturanalyse: Sucht

Strukturanalyse der persönlichen Tragödien, von kleinen, großen, sehr und extrem großen: die lustvolle Art, gegen Regeln zu verstoßen. Regeln, die geschaffen sind, um Ruhe und Zufriedenheit zu bringen. Ein normales Leben.
Magersucht: ein normales Gewicht ablehnen, das Schlanke immer weiter und dann bis in den Tod suchen. Die Anziehungskraft des Selbstzerstörerischen.
Mit dem anderen Extrem, der Fettleibigkeit, Adipositas, kommt man nicht so schnell zu Tode, kann auch in extremis längere Zeit leben, wie Beispiele zeigen.
Das alles zusammenzufassen unter dem Begriff der Sucht: nicht anders können, auch wenn man es noch so gerne möchte. Der Wille versagt. Eins ums andere Mal. Junkies, Workaholics, Alkoholiker, Raucher. Hektiker, die immer etwas unternehmen müssen. Wenn sie Glück haben, werden sie sehr angesehene, sehr große, sehr rastlose Unternehmer. Wenn sie Glück haben, wie gesagt.
Was steckt dahinter? Kindheitstraumata? Was wenn sie als Baby missbraucht wurde, mit 1 1/2 Jahren, in einer Zeit, an die die bewusste Erinnerung niemals heranreicht. Sehr wohl aber die nicht bewusste. Oder ist ihre Sucht nur ein normales Hirnstoffwechselproblem? Nobody knows.
In diesem Zustand beginnt sie eine Therapie, die etwas Besonderes ist. Eine radikale Selbsttherapie. Sie ist ihr eigener Therapeut. Niemand hört von außen in ihr Leben hinein.

Donnerstag, 16. Oktober 2008

Aktmalerei - innovativ! (Forts.)

Abramowitsch sei Dank!
Wenn Sie mal schaun woll'n, bitte hier!
Und bei der Gelegenheit: Ich erhebe Bildschutz für eine Serie, in der 12 Akte nach Gewichtsklassen gemalt sind: von 1_magersüchtig bis 12_extrem_übergewichtig. Und man sieht hier, wie ich auf die Idee gekommen bin. So stiftet Kunst Kunst!

Goo-oooo-oogle -- Ad- and Nonsense. So lustig!

Ach ja, und auch das noch. Hier in diesem Blog lasse ich Google oben was einblenden. Heute komme ich auf die Idee mal selbst draufzuklicken. Dann wird es lustig: Google findet seinen eigenen Link nicht!
Und fast hätte ich die Terror-Tomaten übersehen!

Aktmalerei - innovativ!

"33-Millionen-Geschenk für die Freundin"
So geht das in der modernen Welt: Ich höre im Kopfhörer, dass die Freundin von Millia-ard-är Abramowitsch in Moskau eine Galerie hat.* Da suche ich nach. Bei der Google-Bildersuche wird statt der Freundin unter anderem Amy Winehouse gefunden. Macht ja nix. Aber drüber interessante andere Bilder. Da komme ich auf eine Seite, die auf eine Seite mit einem Bild von Lucian Freud verlinkt ist. Und da ist es endlich! Das Bild, das einen Akt zeigt, wie man ihn -- warum eigentlich? -- so noch nicht gesehen hat.
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* Wer es noch nicht weiß, bitte hier! (Man beachte die charaktervollen, freundlich-freudvollen Gesichter von Milliardär und Freundin!)

Freitag, 10. Oktober 2008

Google Chrome 2



Ja, und inzwischen habe ich erste Erfahrungen. Mit der Seitendarstellung haperts manchmal. Beispielsweise hier, eine Seite mit dem IE und dann mit Chrome.

Google Chrome 1

Also, irgendwie konnte ich dann doch nicht widerstehen. Als ich gelesen habe, wie schlank und schnell Googles Chrome ist. Nachdem ich mich schon als Google-Freund geoutet habe, stand nichts mehr im Weg.

Erfahrung: Dass man sich an was Neues erst gewöhnen muss, ist klar. Zwei Dinge sind zunächst sehr erstaunlich:

a) Die Google Toolbar itself taucht nicht auch und lässt sich offenbar bislang auch nicht mit Chrome verbinden. Größter Schaden für mich: ich verwalte Favoriten mit der Toolbar, und ausgerechnet bei Googles eigenem Produkt stehen mir die Favoriten nicht zur Verfügung.

b) Vielleicht noch witziger: Chrome wurde als Admin installiert. Wenn ich in meinen normalen Nutzer-Account wechsle, ist das Programm nicht da. Tolle Idee: Ich kopiere den Link vom Admin-Desktop auf meinen normalen Desktop, der nur eingeschränkte Rechte hat. Macht man ja so, dass man im Arbeitsalltag nicht mit Admin-Rechten durch die Gegend surft. Und was geschieht? Der Link funktioniert nicht.

Wie auch immer. Warten wir halt mal auf die erste stabile Sache. Das war mein Bericht als Beta-Tester.
(Mein Beitrag aus dem Wintotal-Forum hierher kopiert.)

Donnerstag, 9. Oktober 2008

Markus Lüpertz

Markus Lüpertz spricht im Bayerischen Rundfunk. Leicht im Stimmfall gedrückt erreicht er bei weitem nicht die grandiose Affektiertheit des Großmeisters von der Nachbarzunft. Des Schönlisplers Karl Lagerfeld. Aber immerhin, eine fürstliche Entwicklung hin zum Äffischen, das ja die Kunst auszeichnet, ist unverkennnbar. Sollten wir àm Wochenende nach Passau fahren?

Süddeutsche Zeitung / Streiflicht

Ich bin ein glühender Verehrer der Sprachartisten vom SZ-Streiflicht. Heute wieder mal. Das da.

"Das Tollste an Senioren: Sie müssen keinen Bammel mehr haben. Ihre Weisheit, ihre Lebenserfahrung, ihr unermüdlicher Einsatz für das Gemeinwohl machen sie zu Stützen der Gesellschaft. Auch wenn nicht jeder Senior derart bammelfrei über die Bühne hüpfen kann wie Mick Jagger, nicht so sensibel dichten wie Leonard Cohen oder plaudern wie Jopie Heesters - das bisschen Arthritis ist doch nichts gegen die Unerfahrenheit der Jugend! Gerade wünschte sich der Spiegel Altkanzler Helmut Schmidt als Retter aus der Finanzkrise zurück: 'Kaum vorstellbar jedenfalls, dass er so passiv geblieben wäre, sein Verständnis von Führung sieht anders aus.' Das ZDF wiederum würdigte den Staatsmann Franz Josef Strauß mit einem Knoppschen Zweiteiler, der selbst FJS-Gegnern von einst noch Tränen der Rührung in die Augen trieb. So einen großen Alten bräuchte es halt wieder. Dann müsste der vielleicht viel zu junge Seehofer nicht permanent erklären, dass er 'einen leichten Bammel' vor seinem Leben als Doppelspitze hat."

Süddeutsche Zeitung, Nr. 235, Donnerstag, den 09. Oktober 2008, Seite 1

Aus der Reihe ...

... "Das Netz kennt keine Gnade". Früher unter dem Titel "Das Stahlnetz".

Auf der anderen Seite: Donatella Versace musste ja nicht zum Schönheitsdoktor hinlaufen. Und so frisieren, wie sie das nun einmal tut, müsste sie sich auch nicht.

Gmail Drive, Datenschutz und anderes Grundsätzliche

Ich möchte wissen, ob es Sinn macht, das große Google-Postfach mittels Programmen wie Gmail Drive als Datenablage zu benutzen. Wie das geht und ob das erlaubt ist von seiten der Nutzungsbedingungen
Daraus ergibt sich im Forum Wintotal eine nicht uninteressante Diskussion zum Thema Datenschutz. Und die Erkenntnis wieder: Wie unterschiedlich doch die Menschen die Welt und sich selbst sehen!

Alltagärger

Alltagsärger der kleinen, fiesen Art wohin man blickt! Bei- spielsweise:
  • Ich habe neuerdings ein Kabel, um mein Notebook mit dem Internet zu verbinden. WLANs sind ja unsicher und führen zu Verbindungsabbrüchen. Aber, o Graus -- dauernd zusammen- brechende Verbindungen mit dem Kabel. Bis ich drauf komme, dass das daran liegt, dass der Stecker, genauer: die "Steckdose" am Notebook ausgeleiert ist. Obwohl ich die kaum jemals benutzt habe. Wegen vorher ja WLAN. Jetzt liegt da eine kleine chinesische Dose und ein mehrfach gefaltetes Papier unter dem Stecker und drückt den nach oben. Es geht. Ein Workaround halt.
  • Ein nagelneuer Galaxy von Ford. Ok, vor zwei Monaten war er nagelneu. Darin ein CD-Laufwerk des Autoradios. Jetzt ist da eine CD drin, und die spielt auch. Nur auswerfen kann ich sie nicht. Da entsteht, wenn ich auf dem Auswerfen-Knopf drücke, ein Rattern, und nichts gesschieht.
  • Vorher schon die falsch anzeigende Tankuhr. Sie hat vor ein paar Wochen auf der Autobahn zwischen München und Garmisch gemeldet, dass jetzt auf Reservetank gefahren wird. Diesel noch für 60 Kilometer. Und dann ist sie innerhalb von 5 Kilometern auf "noch 3 Kilometer" gefallen. Ich habe mit Mühe und mit dem schon stotternden Motor die nächste Ausfahrt erreicht. Eine Dreiviertelstunde warten auf den ADAC, der einen Kanister mit Diesel bringt. Dann kommt die Rückrufaktion von Ford. Ganz offensichtlich also ein Fehler, der nicht nur bei uns vorgekommen ist. Garantie natürlich. Aber die zwei Stunden, die man mit Telefonaten, Fahrt zur Werkstatt, Abholen verbringt, die werden nicht bezahlt. Und jetzt das gleiche Theater mit dem Autoradio. Das eingeschickt werden muss. Mal sehen, ob es ein Ersatzgerät für diese Zeit gibt. Jesses na! Interessieren würde mich, wer die Strafpunkte und die Geldstrafe übernimmt, wenn man mit so einem Auto auf der Autobahn liegenbleibt.
  • Meine Frau kauft Äpfel. Von einem Bauern. An der Haustür. Prima so eine Direktvermarktung ohne Tegelmann dazwischen. Dann, ein paar Tage später, ein kleiner, eigenartiger Geruch. (Für die Feingeister unter uns: Jener Geruch, der Friedrich Schiller inspiriert hat, dass er ohne diesen Geruch gar nicht mehr schreiben konnte.) Nachgesehen und -- das auf dem Bild Abgebildete gefunden. Jetzt erinnert das doch wieder an Tengelmann, wo oft unter 7 Tomaten in der Fertigpackung 1 faule ist, von der man den Eindruck hat, das sei die Quotenfaule. Da würde beim Verpacken immer zu 6 guten genau 1 faule dazugepackt. Nur so eine Vermutung natürlich. Auch was den Bauern an der Haustür angeht. Vielleicht war der vorher Lehrling beim Tengelmann-Lieferanten.
  • Und dann auch das noch! Ich habe mir vor einiger Zeit einen Novus B4 gekauft. Das ist ein schöner, schwarzer Hefter. So ein Ding, mit dem man Papier zusammentackert. Nun zeigt sich, als ich Klammern nachfüllen will, dass sich er Schlitten nach dem Drücken der roten Arretierung nur um ca. 1 cm aus dem Gerät herausbewegt und dann absolut fest sitzt. Überdeckt vom vorderen Teil der Abdeckung. Auf diese Weise kann man ca. 4 Klammern einsetzen, und auch das nur mit Mühe.

Dienstag, 7. Oktober 2008

"12 Fehler am Schreibtisch"

Das ist der Satz, den ich gestern auf einem Prospekt gelesen habe. "Gratis CD für Sie". Dazu hübsche, karikaturenhafte Zeichnungen. Darum habe ich den Prospekt überhaupt mit in mein Arbeitszimmer genommen. Die Bestellkarte innen eingeklebt. Ein A5-Ordner, Loseblattsammlung, 24,95 €. "Nur 14 Tage gültig." Dann kostet das Ganze 29,95 €.

Die Sache wird empfohlen von dem "Erfolgsteam" Prof. Dr. Lothar Seiwert und Werner Tiki Küstenmacher. Seiwert, auf der Rückseite, "ist im In- und Ausland als 'Meister' im Bereich Zeitmanagement bekannt".

Über die Methode der Zeitmanagement-Berater habe ich doch irgendwo schon mal was geschrieben, überlege ich.

Ich beschließe, mal etwas genauer hinzusehen. Die Seiwert-Homepage -- Achtung! -- ist erst mal eine von den Websites, die man mit dem Browser-Rückpfeil nicht mehr verlassen kann. Muss keine Absicht sein. Kann eine schlampige Arbeit des Seiten-Programmierers sein. Muss aber nicht. Vielleicht steckt doch die Absicht dahinter: Möglichst lange halten!

Dann mal die Frage: Wo ist Professor Seiwert Professor und dann: Wo hat er worüber promoviert?

Schaun wir also mal bei der Wikipedia vorbei.

"Seiwert studierte Wirtschaftswissenschaften in Marburg und Frankfurt und wurde 1978 mit der Arbeit Mitbestimmung und Zielsystem der Unternehmung – Ansätze zu einem erweiterten Unternehmungsmodell der Betriebswirtschaftslehre an der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Philipps-Universität Marburg promoviert."

Na also! Da haben wir's doch! Nix dagegen zu sagen.

Seiwert Seit 2002 ist Seiwert Dozent an der Universität St. Gallen.

"[...] Seine Werke wurden in mehr als 30 Sprachen übersetzt und über 3 Millionen mal verkauft."

"Zusammen mit Werner Tiki Küstenmacher verfasste er den Weltbestseller Simplify your life. Im deutschsprachigen Raum wurde das Buch bis 2006 über eine Million Mal verkauft, in weiteren knapp 30 Ländern ebenfalls mit einer Auflage von über einer Million Stück."
Ja da schau her! Dieser witzige Titel. Mein Motto zu diesem Buch: "Make your life very complicated. Read this book!" Die Logik des Buches, das ich offen gestanden nur in der Buchhandlung durchgeblättert habe, entspricht der Logik des Bürokratie-Abbaus. 'Wann Sie mal bitte hier schaun wollen, der Herr - die Dame?'

Aha. Und das wusste ich auch noch nicht: "Seiwert ist ein Cousin der Erfolgsautorin Hera Lind (Das Superweib)."
Zu bewundern ist vor allem der Geschäftssinn und die Durchsetzungsfähigkeit von Seiwert. Die Fähigkeit Slogans zu kreieren, die im Ohr bleiben und Erfolg verschaffen. Die Chuzpe auch, mit den kleinen, wohlfeilen Glücksversprechen den Leuten das Geld aus der Tasche zu locken. Aber, Gott! Eine Fähigkeit, kein Zweifel. Von Interesse wäre, wie viele Menschen durch das Zeitmanagement-System a la Seiwert wirklich effizienter geworden wären. Für mich gesprochen: Ich weiß schon, wie es geht. Nur gehen kann ich den Weg oft nicht. Weil andere Dinge am Weg liegen, die mich plötzlich interessieren.
Und weiter dann? Abwarten. Vielleicht fällt mir ja noch was ein.
---
Ach, doch gleich das noch. Hab ich erst hinterher gesehen: Ein paar kritische Töne gibt es in der Wikipedia-Diskussion zum Seiwert-Artikel. Damit meine ich nicht die Töne, die ich selbst gerade beigesteuert habe.

Samstag, 4. Oktober 2008

Molfsee vanished again

Immerhin -- so falsch gelegen habe ich vor Kurzem nicht, als ich der Gemeinde Molfsee Selbstüberschätzung vorgeworfen habe. Heute steht in der Süddeutschen die Überschrift + Erläuterung (SZ Nr. 231, Seite 12):

"Nicht ganz im Bild. Wie sich holsteinische Städte im Kampf gegen Google blamieren".

Und dann kommt's:

"Die Revolte aus Molfsee und weiteren holsteinischen Städten und Gemeinden, die sich dem Protest anschlossen, hat jedoch zwei Haken: Keine der Gemeinden kann bisher sagen, ob die Straßenverkehrsordnung dem Willen von Google juristisch Stand hält. Roman Hoppe, der Molfseer Bürgermeister, verweist auf die noch laufende Prüfung. Andernorts wartet man auf die Stellungnahme des wissenschaftlichen Dienstes im Kieler Landtag. Der zweite Haken: Ein Google-Sprecher hat erklärt, man wolle Schleswig-Holstein überhaupt nicht fotografieren. Womöglich zu unbekannt, das Land der Horizonte."

Ach, und noch ein Nachtrag zum Thema Datenschutz:

"Spärlich bekleidet abfotografierte Menschen sowie Männer vor Erotik-Shops sollen sich gegen 'Street View' zur Wehr gesetzt haben."

Damit wir uns nicht falsch verstehen: Das war nicht in Molfsee, sondern in den USA. Ich meine, könnten die Damen und Herren es sich nicht früher überlegen, ob sie der Öffentlichkeit ihren Anblick zumuten wollen bzw. wo und was sie einkaufen wollen?
Gesetzeslage in Sachen Datenschutz: Anschauen bzw. ertragen muss ich solche Leute, nur fotografieren darf ich sie nicht.
Wenn es dann doch mal geschieht, dann ist die Diskussion groß.
Aber -- ach Gott! Ich schweife ab. Verzeihung.
Also weiter: Muss da Google herhalten, wenn einer zwar "erotisch einkaufen", das aber nicht dokumentiert sehen möchte? Und wenn ihn seine Nachbarin dabei sieht, will er der dann verbieten lassen, an dieser Ecke vorbeizugehen? Wie auch immer. Neugierig bin ich aber schon geworden. Kann man wirklich Herrn Mustermann vor dem Erotikshop so richtig als Person erkennen?! Wow.

Freitag, 3. Oktober 2008

Flachdächer und Beton

Eine gute Stunde her. Während ich einen Raumteiler einbaue, komme ich auf eine für mich als Bau-Laien schwierige Frage. Vorgeschichte: Vor ein paar Monaten haben wir unserem Flachdachbungalow ein neues Dach verpassen lassen. Das hat natürlicheine Stange Geld gekostet. Und da, eben, habe ich mich gefragt: Warum werden solche Flachdächer eigentlich nicht von vornherein und im Rohbau isoliert und dann miteinem hochwertigen Beton plus Stahlarmierung übergossen. Mit einem Beton,der ungefähr die Lebensdauer des Hauses hat. Der Hintergedanke: ganze Stauseen werden doch mit Beton hochgezogen. Die haben Druck und ständiges Wasser hinter der Mauer auszuhalten. Wenn das da geht, warum nicht auch bei einem Hausdach?
Nun, es gibt für solche Laienfragen ja Foren. Und Experten-Suchdienste wie wer-weiß-was.de. Also habe ich gefragt, und die erste -- wie ich finde: vollkommen genügende -- Antwort war nach wenigen Minuten da, von Dieter Kubeth
Du hast recht, es ist möglich, Decken als WU-Beton Konstruktion herzustellen. WU-Beton = Wasserdichter Beton. Dies wird bei Kellern, Bodenplatten etc. so praktiziert. Bei dem Flachdach hast Du folgenden Nachteil: Zuerst würde die tragende Deckenplatte aus Stahlbeton gegossen werden, dann bringst Du eine druckfeste Dämmung auf, um darüber nochmals eine WU-Betonplatte zu gießen.
  • dies ist teuer und
  • verursacht hohe Eigenlasten
  • der Beton altert ebenfalls durch Umwelteinflüsse, so dass dieser ebenfalls nach ca. 20 Jahren saniert werden muss

Und ich bin wieder um eine Unwissenheit ärmer!

Roma-und Sinti-TATORT

Die Meldung geht seit ein paar Tagen schon durch die Zeitungen. Und jetzt das:

"Roma- und Sinti-Protest folgenlos
Die Tatortfolge "Brandmal" wird ausgestrahlt, obwohl der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma heftig dagegen protestiert. WDR: Der Film bestätigt nicht die Klischees."

Der vernünftige Zeitgenosse, der zu sein sich jeder am Tag der deutschen Einheit bemühen sollte, ist hin und her gerissen zwischen dem Lachen über die Political Correctness und dem Bestreben, nicht wilde Vorurteile via TATORT weiterzutransportieren. Wie entscheidet sich der Vernünftige da?

Nun, solange wir in einer funktionierenden Demokratie mit Presse- und Meinungsfreiheit leben, lautet die Antwort wohl: Über das, was ich nicht kenne, kann ich nicht urteilen. Niemand kann das. Und bevormunden von noch so honorigen Zentralräten, die mehr wissen als er, lässt sich der mündige Mensch nicht so gerne. (Übrigens, allen Zentralräten sei so ganz nebenbei empfohlen umzufirmieren. Der Ausdruck ist im heutigen Deutsch doch arg lächerlich und DDR-haft.) Also, zeigt den Film, damit ihn die öffentliche Meinung und auch ich gegebenenfalls in die Pfanne hauen können. Aber zeigt ihn erst einmal.
Oder anders rum, nachdem der Film offenbar ausgestrahlt wird: Richtig entschieden!
In diesem Sinne! Schaumer mal, wie er so ist, der Film.

Donnerstag, 2. Oktober 2008

Hat der Papst das verdient?

Das liest man hier. In dieser Rechtschreibung. Darum die Frage in der Überschrift da oben.
Sex Pabst hatte Sex mit Romy Schneider
am: 19.08.2008, 08:26:13 »
Oswalt Kolle der Sexpabst der Siebziger Jahre bekennt, dass er Sex mit der unvergessenen Romy Schneider hatte. Der Aufklärungs Pabst schrieb den Bestseller ..."

Suters dunkle Seite

Ich lese dieser Tage Martin Suters "Dunkle Seite des Mondes". Heute suche ich im Netz und finde zum Beispiel das:

"Ein erstaunlich positiver Bericht zu “Magic Mushrooms” bzw. Psilocybin ist dieser Tage bei Spiegel Online unter dem Titel “Pilz-Trip kann Stimmung dauerhaft heben” zu finden, auch wenn zu Anfang und zum Schluss die idiotische Geschichte des Schriftstellers Martin Suter zitiert wird, der in seinem Roman “Die dunkle Seite des Mondes” (Titel von Pink Floyd abgekupfert) einen Wirtschaftsanwalt nach Pilzgenuss zum Mörder werden lässt."

Natürlich wird mancher da denken: 'Was stört es die SPIEGEL-Eiche und und die Suter-Buche, wenn sich das kleine Blog-Schwein daran reibt'*, aber das wäre dumm. Damit ist die Macht dargestellt, aber nicht die Richtigkeit des Arguments gewürdigt. Aber es scheint halt, dass der Blogger tatsächlich nicht so ganz auf dem Laufenden ist. Intertextualität, davon kann man halten was man will. Aber Pink Floyd bewusst zum Titel zu machen, ist ein Kunstgriff. Wie groß die Kunst ist, ist eine andere Frage. Unangenehm aber ist die Gewohnheit, die Blogger-Sau rauszulassen. Die "idiotische Geschichte" -- ich lese sie gerade. Sie ist hochgradig spannend und intelligent geschrieben. Meine Punkt-um-Meinung.
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* Damit ich nicht in Verdacht gerate, ich wollte da jemanden beleidigen: Das ist nur eine Abwandlung des entsprechenden deutschen Sprichtworts.

Dienstag, 30. September 2008

Hypo Real Estate -- München?

"Gefeierte Tochter stürzte Hypo Real Estate ins Verhängnis" vermeldet der SPIEGEL.

Dass Bänker eben nicht Allseits-Geldexperten sind, zeigt sich in diesen Tagen. Manche sagen gleich: Das seien in der Mehrzahl arrogante Trottel, die rendite- und erfolgsgeil mit dem Geld anderer Leute, ohne eigenes Risiko zocken gehen.

Mag ja sein. Ein Aspekt wird aber kaum gesehen: Jene verhängnisvolle Sprachglobalisierung, die sich in solchen Wort-Monstren wie Hypo Real Estate austobt. Die HRE, das ist nicht etwa eine New Yorker Bank, sondern eine Münchener. Geht's denn noch blöder?

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Hello Friends from the English speaking world around! Why so many comments especially here? Are you a bot (or two)? Or what are you interested in? (09/27/2018)

Sonntag, 28. September 2008

Rechtschreibung: zusammen gebaut

Eine Erweiterung schöner Beispiele, die zeigen, dass die Rechtschreibreform besonders bei der Getrenntschreibung der als Einheit gesprochenen Wörter einen Hirnriss nach dem anderen produziert.
"Also mit weiblicher Logik den Sensor zusammen gebaut und an der richtigen Stelle eingesetzt. Und siehe da: Es funktioniert!"
Keine Kritik an der Schreiberin dieser Zeilen. Höchstens, dass sie nicht auf ihr Aussprachegefühl, sondern auf eine autoritative Vorgabe von Pseudo-Experten sich verlässt. Wenn man beide Alternativen mal ruhig ausspricht, merkt man doch leicht, dass das zwei paar Stiefel sind: Wir haben das Haus zusammen gebaut. vs. Wir haben das Haus zusammengebaut. Der Sensor lag in Teilen da? Also wurde er zusammengebaut.

Samstag, 27. September 2008

To put Molfsee on the map!

Siehe dazu auch den Nachtrag hier.
Vor 30 Sekunden gefunden:

"Als erste Gemeinde wolle Molfsee bei Kiel (Kreis Rendsburg- Eckernförde) dem Internetportal Fotoaufnahmen auf ihren Straßen verbieten. Grundlage dafür sei die Straßenverkehrsordnung. Google brauche eine Sondernutzungserlaubnis für die kommerziellen Aufnahmen, so die Rechtsauffassung der Kommune."
Noch einmal: "Grundlage dafür sei die Straßenverkehrsordnung."
Ich staune. Bin ganz hin und weg. Und dann -- ich bekomme eine Kicheranfall. Echt!
Nehmen wir mal an, Sie stellen ein Model vor den Eiffelturm und fotografieren es da. Als Modeaufnahme, ganz einfach. Aber natürlich: ohne Zweifel eine kommerzielle Sache. Dann müssen Sie die Stadt Paris vorher und nachher um Erlaubnis bitten? Und wahrscheinlich jeden einzelnen Fußgänger, der zufälligerweise mit aufs Bild kommt?
Nun ja, werden Sie sagen: Die Stadt Paris und der Turm, das sind sozusagen Stadtpersönlichkeiten des öffentlichen Interesses. Die müssen das Fotografiertwerden dulden. Aber Molfsee und wahrscheinlich auch noch Kiel, sind sozusagen Privatstädte. Die haben ein Recht auf Schutz ihrer privaten Straßen.
Was mir dazu einfällt?
1. Früher musste man, wenn man irgendeine "Luftbildaufnahme" machen oder gar veröffentlichen wollte, eine hochamtlich-behördliche Erlaubnis einholen. Der Staat bzw. seine gespreizten Diener kontr0llieren halt gerne. Ja, was lieben sie es, dass man sie erst fragen muss, wenn man Luft holt. Und immer war da der Adenauersche Gedanke, die Soffjetunion könne über uns herfallen und dann dank Luftbildern von Fritz-Otto Schulze über gutes Kartenmaterial verfügen. Irgendwann wurde dieses Gebaren einfach lächerlich. Es gab halt Satelliten.
Jetzt möchte man in ähnlicher Weise wieder schützerisch tätig werden. Es ist zum ablachen! Öffentlliche Straßen mit unglaublich originellen Menschen, die sich dank der ständig herumfahrenden Google-Autos jetzt nur noch verschleiert aus dem Haus trauen. Google als Helfer zur Totaleinführung des Islam! *AUFSCHREI* Damit Herr Müller aus Erckenschwieg [nicht zu verwechseln mit 'Erkenschwick', siehe unten!] sich nicht in die Menschen und Straßen in Molfsee verguckt. Es ist noch einmal zum Kichern!
2. Eher kann man schon die geheimen Motive der Gemeinde Molfsee und ihrer gewählten Vertreter verstehen. Wer um alles in der Welt hätte diese Gemeinde je kennengelernt, wenn sie nun nicht datenschützerisch mutig vorgeprescht wäre? Jetzt hat sie es in die Nachrichtenseite von Google geschafft, dank Google-Widerstand. Yeah!
Es erinnert das alles an jene Zeitgenossen, die glauben, sie müssten sich ständig um ihre privaten Bilder sorgen. Denn jeder würde sie sonst jederzeit auf der Straße erkennen und um Autogramme bitten. Jetzt, nachdem Falco und Marylin nicht mehr unter uns sind. Aufgepluster und Wichtigtuerei. Dabei würden manche von ihnen nackt über den Stachus gehen, nur damit einer von ihm Notiz nimmt. Datenschutzgeschrei wegen Ego-Problemen ist das, mehr nicht.
---
"Was interessiert die Meinung eines annonymen Bloggers, der noch nicht einmal Erkenschwick fehlerfrei schreiben kann? Das hier gibt den Sachstand besser wieder und da sieht es in der öffentlichen Meinung gar nicht gut aus für das Google-Projekt. --80.142.215.85 20:53, 28. Sep. 2008 (CEST) "
Meine Antwort:
Das hat mir gefallen! Ich erlaube mir anzumerken, natürlich mit einer Verbeugung vor der nicht-anonymen IP und einem großen DANKE. Jetzt weiß ich endlich wie Erken- äh - schwick geschrieben wird. Ich werde auch noch rausfinden, wie diese Stadt sich im Mund ihrer Einwohner und bei den anderen Deutschen ausspricht.
;-)
(Damit ging es mir aber darum, dass man in Ercken schwieg, als die Google-Autos durchfuhren. Aber -- na ja, zu kompliziert das.) Noch ein kleiner Nachtrag am Abend: Eine Google-Liste ist noch kein Argument. Und auch wenn ich flapsig formuliert habe, ein paar Argumente waren bei mir schon zu lesen, die nicht durch eine Suchliste außer Kraft gesetzt werden. Sach ich mal. Nur so. --Delabarquera 10:39, 30. Sep. 2008 (CEST)

Donnerstag, 25. September 2008

Ottoversand-Mädchen, Lagerfeld und Co.

Eine Internet-Werbung mit einem Ottoversand-Mädchen rechts am Bildrand fällt mir auf.
Kurz davor in SPIEGEL-TV DIGITAL ein Bericht über eine Spezialklinik in Kanada. Mager- süchtige Mädchen. Zerfallende Welten. In der ZEIT ein paar Spalten mit Bildern drüber über alternde Modeschöpfer und eine Modeschöpferin. Dem Alter entkommen als Ziel.
Weltwahrnehmungen, die unterschiedlicher nicht sein können. Wie man so sagt. Natürlich geht es unterschiedlicher. Ein Mann erschlägt seine Schrebergarten-Nachbarn. Ein Schüler erschießt seine Klassenkameraden, einen Lehrer auch. Norbert Blüm beklagt in einem SZ-Kommentar, dass 97 % der globalen Kapital- flüsse aus Spekulationsgeld besteht.* Nun denn, die Banken privatisieren Gewinne und sozialisieren Verluste. Wie man so sagt.
__
* Blüms Beitrag hat ein Zitat verdient: "97 Prozent des Finanzkapitals, das den Erdball umkreist, haben mit Wertschöpfung und realen Gütern nichts mehr zu tun. Es ist Spielgeld, das zum Zocken verwendet wird. Mit den Dollar-Billionen, welche die Erde in sechs Tagen umkreisen, kann das amerikanische Sozialprodukt eines Jahres aufgekauft werden. Das Handelsvolumen der Frankfurter Derivatenbörse Eurex war im Jahr 2006 genau 46-mal größer als das deutsche Bruttoinlandsprodukt desselben Zeitraums. Der Handel mit Zinsderivaten war 1600-mal höher als die Summe aller Investitionen im Inland. " (Süddeutsche Zeitung Nr. 224, Donnerstag, 25. September 2008, Seite 2 .)

Bayern Munich vs. Bremen - 2:5

Hab ich dieses wichtige Ereignis wirklich noch nicht vermerkt? Ich dachte, ich hätte gleich am nächsten Tag. Oder am gleichen Abend noch ...
Also, auch wir waren -- als Gruppe -- beim Klatsche-Spiel der Bayern gegen Bremen. Hätte es nicht ein anderes Spiel sein können? Oder waren wir dran schuld, dass die Bayern mit 2:5 eingegangen sind? Gestern, im Fernsehen, war es doch ganz unterhaltsam...
NACHTRAG: Und dann: Gestern = 27.09.2008 -- die Fortsetzung! Wie anders doch vor einem Jahr an gleicher Stelle.

Dienstag, 23. September 2008

OpenOffice und der Rotwein

Das will ich mal wieder festhalten. Die Korrekturvorschläge von Open- Office 2.4 für das Wort "Rotwein- gläser".
'Wenn sich Herr Übel dieser Tage seine Aktien anschaut, dann weint er in seine Not in seine nun bereitstehenden Notweingläser bis die Brillengläser beschlagen.' So vielleicht...

Montag, 22. September 2008

Google meldet's um Neun...

Warten auf das Google-Handy.
Stern - vor 8 Stunden gefunden
Das erste Google-Handy wird von T-Mobile veröffentlicht.

Sind die Schreiber des Internets denn von allen guten Geistern verlassen? Seit wann wird ein Handy "veröffentlicht"?

Da war doch vor vielen Jahren mal ein HM-Enzensberger-Aufschrei in der Zeit. Er hatte die unsäglichen Produkte junger lyriker gesichtet. So ähnlich geht es mir heute im Internet

"Die Tagesschau meldet's um Neun. // Gefährlich knurrn die Wipfel. // Das wird ein arger Frieden sein. // In Bonn (heute: in Berlin) gibt's einen Gipfel."

So hieß es in einem der Gedichte damals. (Aus dem Gedächtnis zitiert.) Und Enzensberger hat gemeint, dass abgesehen von der falschen Sendezeit und dem holpernden Versmaß fast nichts auszusetzen sei an dem Gedicht. Vielleicht muss man so auch die Sprache des Internets erdulden.

Die Baader-Meinhof-BILD

Geschichte wird zur Anekdote. Wenn die Jahre ins Land gegangen sind, werden alle zur Anekdotenware, auch für BILD. Und egal wie diese Zeitung zu "denen" da stand. Das liest sich dann so:
"Am Donnerstag kommt der wichtigste deutsche Film des Jahres in die Kinos. „Der Baader-Meinhof-Komplex“ von Uli Edel beschäftigt sich mit einem der spannendsten Kapitel der deutschen Nachkriegsgeschichte, dem sinnlosen Terror der „Rote Armee Fraktion“ (RAF)."
Spannend ist die Sache jetzt. Und in Kapitel aufgeteilt.
"Ozapft is!" Und: "Ja so waorns, ja so waorns, die alten RAF-Leit!"

Donnerstag, 18. September 2008

Offener Brief an die Strato-AG


Sehr geehrte Firma Strato!
Nicht dass es Ihr Mitbewerber 1&1 etwa besser machte; aber als Neukunde hatte ich die Hoffnung, dass Sie es besser machen. Aber was sehe ich -- solche Dummbeuteleien! Warum machen Sie es nicht einfach so, dass Sie fair und direkt sagen, was geboten wird und was das pro Jahr wirklich kostet. Nicht mehr und nicht weniger. Jeder "mündige Kunde" wird doch verstehen, dass Sie von irgendwas leben und sogar ein wenig Gewinn machen müssen. So aber fühlt man sich für dumm verkauft. Wem gefällt das schon?

Das Leben der Rechner

Seltsam. Heute morgen, plötzlich, fällt mir zum ersten Mal auf, dass mein XP-Rechner mich mit

"Willkommen!"

begrüßt. Und daneben sind dann die Accounts gelistet. Ich mache also diese Maschine jeden Tag an, und immer erscheint dieses "Will- kommen!" Das ist, als wenn mich der Pförtner im Betrieb jeden Morgen mit diesem Gruß empfängt. Ich würde doch an seinem Geisteszustand zweifeln! Könnte der Rechner nicht einfach sagen: "Hallo! Wie geht's dir heute?" Und im nächsten Betriebssystem werden dann vielleicht verschiedene Nutzer-Typen automatisch erkannt. Ich zum Beispiel fände eine Routine gut, die erkennt, was so läuft und sagt: "Hi! Ein wenig spät, oder?" Und ich sage: "Halt die Klappe, Mann!" Antwort: "Da will man nett sein und dann sowas!" Am nächsten Tag: Eisernes Schweigen! So lange, bis ich endlich nachfrage: "Na, immer noch eingeschnappt?" Das wär doch was.

Montag, 15. September 2008

"Was wäre, wenn doch?"

... Habe ich mal nur so gefragt, als am CERN das Ding, das -- na, Sie wissen schon das, na -- ja, also das Ding mit dem Schwarzen Loch losgelassen wurde. Das war am 10. September 2008, um 11 Uhr 50, wenn ich mich recht erinnere. Anneke Wolf hat die Sache dann um 14:04, am 10. Sep. 2008, an die richtige Stelle geschoben. Und es brach tatsächlich eine ziemliche Diskussion los. Die dann allerdings, wie das bei der WP so ist, auch rasch beerdigt -- ich meine archiviert wurde. Weshalb ich hier einen deutlich sichtbaren Gedenkstein setzen will. Aber erst mal das Problem:
Also ich fände es prima und sehr menschenfreundlich, wenn jemand aus der Riege der Fachleute mal mitteilte, wie sich denn die Mini-Löcher verhalten und dann bemerkbar machen würden, wenn Professor Rössler und nicht Professor Hawking Recht behält. Ist denn das bildliche Denken richtig, dass dann "Seine Winzigkeit", das gegen alle Wahrscheinlichkeiten überlebende Schwarze Mini-Loch, zum Erdmittelpunkt driftet, sich dort Materie einverleibt und wächst und wächst... Wann würden wir denn bemerken, dass Hawking Unrecht hatte? Und wie? Und wann wären wir dann alle perdu? Und in welcher Form ginge das, im Rahmen unserer normalen Wahrneh- mungsmöglichkeiten gesprochen, vor sich? Mit einem großen BLUBB?
Falls jemand weiterlesen möchte, hier müsste es bis auf Weiteres möglich sein. Ach ja, und der letzte Diskussionsbeitrag hat dann Entscheidendes geleistet. Es gibt ein solches Schwarzes Loch nämlich, wurde da mitgeteilt. Man kann es sogar kaufen! Unbedingt lesenswert!

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So, das hier nehme ich mal aus der Wikipedia-Diskussion heraus, weil es doch sehr eindringlich und genau ist:

Zurück zur anfänglichen Frage: Nehmen wir mal an, zwei Protonen treffen sich mit gleicher Energie perfekt frontal, netterweise mit entgegengesetztem Spin, im LHC. Es ensteht, da die Allg.Relativitätstheorie, die Quantenmechanik, die QCD und die QED bei diesem Ereignis nicht mehr hinreichend gute Beschreibungen der Wirklichkeit sind (Hypothese!), tatsächlich ein MiniMonster. Was passiert als nächstes? Nix! Lt. Annahme ruht das MiniMonster (zentraler Volltreffer mit exakt gegenläufigem Impuls), hat die gravitative Masse 2p, einen Durchmesser <

Hier bricht die Darstellung des Kopierten ab, wegen eines geheimnisvollen Sonderzeichens, dass die Software von blogger.com uminterpretiert. Oder ist das schon das Schwarze Loch?
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Freitag, 12. September 2008

DSL

Eben ein Kabel gelegt, auch wenn es WLAN gibt. An die Fritzbox angeklemmt. Es geht doch nichts über ein Kabel! Keine Passwörter und kein Gefummele mehr! Es lebe die Materie!

Leben im Web 2.0: ftp


So ist das Leben: Ich will wieder -- nach zwei Jahren ohne -- eine eigene Homepage aufbauen. Zwei beruflich genutzte Seiten sind immer noch da. Bei 1&1 zahle ich dafür viel zu viel. Bitte um Erklärung der Abbuchungen werden nicht so beantwortet, dass ich irgend etwas entnehmen kann. Ich vermute, es sind wohlklingende, aber inhaltslose Textbausteine. Ich mache also Nägel mit Köpfen. Wechsel zu Strato. Geht ganz schnell am Telefon.

Jetzt beginnen die normalen Probleme. Welches ftp-Programm. Wise ftp von Ipswitch ist ganz schön teuer geworden. Dafür gibt es Diskussionen zuhauf, z. B. hier. Und die Idee, dass auch der Windows-Explorer dienlich sein kann, mit Screenshots. Oder Filezilla. Filezilla hab ich schon mal installiert. Ging auch gut. Als ich aber nicht als Administrator mich verbinden will, taucht eine Meldung auf, die ich nicht sonderlich witzig finde. (Der Screeshot da oben. Wird durch Draufklicken lesbar.) Das klingt wieder nach Rumfummeln. Und dazu habe ich keine Zeit und keine Energie. Mit anderen Worten: keine Lust.
Jetzt stelle ich mal die Frage in meinen beiden zentralen Ratgeber-Organen, Wintotal-Forum und wer-weiss-was.de. Mal sehen, was dabei herauskommt. Gegliedert so: Soll ich ... ?
a) wise ftp kaufen (es ist immer noch das beste ftp-programm)
b) den Windows Explorer nehmen (siehe Screenshot-Site oben)
c) Filezilla doch einrichten (ist vielleicht nicht so schwer)
d) ein anderes Programm verwenden (ja, welches wäre das denn dann wohl)


Donnerstag, 11. September 2008

Lob des Journalisten (als Gattung)

Lob auch der Zeitung, die die Worte des Journalisten zu uns bringt! Als Abendlektüre in der ZEIT eine große Fülle von Gedanken und Informationen.
  • Tiere, die in Zoos getötet werden, weil sie nicht "reinrassig" sind. (Sollte nicht gerade der Begriff der Rasse aus dem Grundgesetz genommen werden? Es gibt gar keine Rassen! Also kann man auch nicht die Benachteiligung einer Rassen verbieten. Aber Tiere sind keine Menschen. Oder sind Menschen doch nur hohe Säugetiere? Wer weiß.)
  • Ein Schwede, Biologe, der gelassen ist und uns gelassen macht.
  • Aly und Wehler sind sich einig in der Ablehnung der 68er und im übrigen spinnefeind.*
  • Ach, und fast hätte ich es vergessen: Die bürgerliche Französin, die vor Jahren ihr obsessives Intimleben in einem Buch ausbreitete und jetzt den gefühlten Hintergrund nachreicht: das Protokoll ihrer Eifersuchtsattacken. Ja, Catherine Millet heißt diese Dame.

Berichte aus dem Menschenzoo eben, und sogar aus dem Tierezoo. Was will man mehr am Abend?

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* Und hat man erst den Anfang vom Faden, dem roten, dann findet man noch andernorts solche Pretiosen: ... Wehler: "Der Aly war ein Edelmarxist und gibt nicht gerne zu, dass er zu den Studenten gehörte, die den Politologen Alexander Schwan, den Mann von Gesine Schwan, im vierten Stock aus dem Fenster hielten und fragten, ob er mal fliegen lernen wolle. Das hat der Bursche alles gut verdrängt." Folgt noch der Hinweis auf Alys letztes großes Buch: "Und sein ,Volksstaat' war ja dann kalter Kaffee."

Mittwoch, 10. September 2008

Das also ist des Googles CERN!

Der Kasus macht mich lachen!

Mal aus dem Kopf niedergeschrieben.

Über das heutige Google-Logo*, das, nicht sonderlich durchsichtig, die Inbetriebnahme des Large Hadron Collider am CERN feiert, komme ich schnell auf die möglichen kleinen Schwarzen Löcher, die vielleicht die Erde verschlingen werden.** Und von dort zu einem der Vertreter dieses Gedankens, Professor Rössler aus Tübingen, und dann auf den Streit zwischen Rössler und der Universität Tübingen und dem Land Baden-Württenberg. Und dann auf einen Satz in einem SPIEGEL-Bericht: "Otto Rössler [...] verschanzte sich hinter der grundgesetzlich garantierten Freiheit von Forschung und Lehre, die er sehr weitgehend interpretiert." Und ich bin wieder bei meiner Sprachempfindlichkeit: weit interpretiert Rössler vielleicht die diese Form der Freiheit, aber nicht weitgehend. Warum das so ist -- die Regel muss ich noch finden. (Wenn Rössler die den Inhalt dieser Freiheit weitgehend interpretierte, dann fehtl da was. Es ginge etwa so: R. legt den Begriffsinhalt weitgehend durch eigene Interpreation, nicht durch eine semantische Analyse fest. So ungefähr.)

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* Weil diese Logos rasch wieder "verlorengehen, halte ich das heutige hier mal fest. Falls jemand was dagegenhat? Bitte bei mir melden. delabarquera[at]aol[punkt]com
** Der CERN einer Komödie nach Dürrenmatt liegt da! Stellen wir uns nur vor, Rössler behält doch recht. So ein kleines Schwarzes Loch -- erst mal ein schwarzeslöchlein sozusagen -- sinkt zum Mittelpunkt der Erde und beginnt die Erde von innen her aufzufressen. Das wird nach fünf Jahren festgestellt. Und die Fachleute vom CERN werden dazu verdonnert, das Ende der der Welt zu berechnen. (Wie würde das Schwarze Loch denn im Frühstadium des Fressens auffallen? Wann werden welche Veränderungen eintreten? Wann wird das Leben in der heutigen Form unmöglich werden? Wann ist vom gesamten Planeten nichts mehr da?)

Dienstag, 9. September 2008

Zahlenmystik

Hier und heute ein kleines Zahlen- rätsel, das für Ihre und meine Zukunft ganz ent- scheidend sein wird. Damit nie- mand sagen kann, ich hätte bei Nostradamus abgeschrieben, hier mal das Bild. Und das Datum dieses Hochladens wird ja auch festgehalten. Nun denn, Sie verstehen das doch auf den ersten Blick, oder? Was, erst auf den zweiten?! Nun denn. Auch nicht schlimm.

Samstag, 6. September 2008

Kleiner Sprachtest

Im Deutschlandfunk heute, Sendung "Tacheless". FDP-Chef Westerwelle erstaunlich souverän und gut.

Das Folgende nichts inhaltlich und auch nicht politisch Kritisches. Nur eine Kleinigkeit für den Sprachempfindlichen:

"Deutschlandradio Kultur: Sie haben eben gesagt, dass die FDP durchaus erfolgreich ist, erfolgreicher als in den 90er Jahren. Aber wenn man sich das liberale Milieu beispielsweise in den Großstädten ansieht, wenn man sieht, wie die Volksparteien verlieren, dann gewinnt doch die FDP nicht so viel, wie sie sich eigentlich versprechen könnte.

Guido Westerwelle: Na ja, wenn wir bei der letzten Kommunalwahl - übrigens auch in den Großstädten - in Bayern das beste Ergebnis nach dem 2. Weltkrieg hatten, also, seit Gründung der Bundesrepublik Deutschland, dann kann man damit schwer unzufrieden sein."

schwer unzufrieden sein kann heißen: 'sehr unzufrieden sein' oder, so wie es natürlich gemeint ist, 'kaum / überhaupt nicht / schwerlich unzufrieden sein'. Wie schätzen Sie diese Stelle ein? Welcher Sprachverstoß liegt vor. Beurteilungsskala: 0 = überhaupt keiner ... 10 = ein extrem schwerer.

Freitag, 5. September 2008

Broders Law

Eine Meldung -- oder vielmehr die darin mitgeteilte politisch-logische Konstruktion, die gestern in der SZ zu finden war, geht mir nicht mehr aus dem Kopf.
Also, Evelyn Hecht-Galinski, Tochter von Heinz Galinski, wird von Henryk M. Broder antisemitischer und antizionistischer Behauptungen geziehen. Evelyn Hecht-Galinski schaffte es bis zur einstweiligen Verfügung. Broder darf das nicht mehr behaupten. Broder legt Widerspruch vor einem Kölner Gericht ein. Usw.
Dann aber: "Entscheidend ist", so die SZ, "ein anderer Satz Broders: Dass es Evelyn Hecht-Galinski nicht zustehe, sich den Vorwurf, sie sei eine Antisemitin, zu verbitten, 'weil sonst Antisemiten entscheiden dürften, was Antisemitismus ist, als ob Pädophile entscheiden könnten, was echte Kinderliebe ist.' "
Die SZ nennt das erst einmal "eine moralische Keule der furchtbarsten Art". Nur -- das warum diese Aussage falsch ist, ist damit noch nicht gesagt. Wohlgemerkt: Es geht mir hier nicht darum, wer Recht hat. Es geht darum, dass gesagt wird: "Ein Mitglied der Gruppe A kann nicht darüber urteilen, ob ein Mitglied der Gruppe A, erst selbst oder jemand anders aus der Gruppe A, die zentrale Eigenschaft A* hat -- die zentrale Eigenschaft, die Menschen zu Mitgliedern von A macht.
Ich erinnerte mich plötzlich daran, dass ich irgendwo in Frankreich einmal auf eine Internet-Seite von boy lovern gestoßen bin, die etwas weinerlich sich gegenseitig vorbeteuerten, wie schön und gut ihre tiefen Gefühle für Knaben seien. Das Sexuelle war sozusagen nur das Ergebnis schöner Gefühle. Wie also?
Wenn man gegen Broder etwas einführen muss, dann das: dass die Sprachgemeinschaft, diese nebelhafte Gesamtrunde, in der Diskussion bestimmt, was antisemitisch ist und was nicht, nicht ein Einzelner. Denn es gilt eben auch: Auch der Philosemit kann nicht bestimmen, wer Antisemit ist. Es muss die Sprachgemeinschaft sein, die frei diskutiert.

Heute peinlich: das SZ-Magazin

Das Magazin der Süddeutschen Zeitung, Nummer 36 vom 5. September 2008, wird in die Geschichte der journalistischen Peinlichkeiten eingehen. In der Kategorie des Peinlichen ganz und gar unterschiedlich, sollte es doch in einem absoluten Ranking gleich nach den Kujau-Hitler-Tagebüchern des STERN zu stehen kommen.
Worum geht es?
Der Titel klingt unverfänglich: "Das neue Amerika. Ein Modeheft."
Das Titelbild ist alles andere als unverfänglich. Um Copyright-Problemen aus dem Weg zu gehen, hier nur eine Beschreibung:* Vier hochgewachsene, sehr dünne webliche Models in Jeans, barfüßig und natürlich ab Gürtellinie nach oben hin nackt. Die rechten drei voluminös lang-dunkelhaarig, das rechts stehende Mächen kurze, hochgewuschelte Haare, blond. Alle vier Mächen von der Seite aufgenommen, den Blick in die Kamera gewendet. Affektiert posierend, dümmlich wirkende Mode-Hochnäsigkeit zelebrierend. Alle vier: kleine bis sehr kleine Brüste. Mädchen Eins hält sich lässig an der Gürtelschnalle -- nein, keine Gürtel --, an der Gürtelschlaufe von Zwei fest, Zwei steckt die Hand nach hinten aus, in die Gesäßtasche des Rücken-an-Rücken-stehenden Mädchens Drei. Räumliche Trennung zwischen Drei und Vier. Ins Bild, zwischen Mädchen Drei und Vier, geschrieben: "Yes, We can!"
Was können die Vier? Sich die Bluse und den BH ausziehen? Erstaunlich!
Ein Sinnbild einer neuen Vanitas sein? Yes, they can!
Das Innere des Hefts. Die Dümmlich- und Geschmacklosigkeiten sind gar nicht aufzuzählen! Drei Highlights nur: "We (der übliche Herz-Kringel) NY". Eine Journalistin, abgebildet. "Szene-Kennerin Plum Skykes", deren Look Langhaar-auf-Auge an die gute alte Emma Peel erinnert: "Bei uns im Vogue-Büro ..." Dann viele Kästchen, seltsam bebildert. Textprobe: "Der Place to be. Im Restaurant 'The Waverly Inn' essen Liv Tyler, Kate Hudson und die Olsen-Zwillinge. Das 'Mercer' hingegen ist nicht mehr so angesagt, die Modeseszene geht jetzt lieber in die Sushibar '15-East' -- fantastisches Essen!"
Später dann, aber immer noch dieser Artikel aus dem Vogue-Büro, auf Seite 44f., über eine Party der Vogue-Chefin Anna Wintour -- Nachname verpflichtet, möchte man sagen: "Socialities reagieren nervös, wenn sie nicht eingeladen werden!" Sie sind nicht beleidigt oder verschnupft, die Socialities, nein, sie reagieren nervös! Modisch und auch sonst Upperclass eben! Selbst wenn die Vogue-Chefin sie nicht einlädt.
In den nächsten beiden Kästchen kommen sie ebenfalls vor, die Socialities. Was muss das für eine Truppe sein! Und wie sollte man das Wort denn übersetzen? Man versteht es ja auf Anhieb. Wohlwollende Übersetzung: die wichtigen Leute. Weniger wohlwollend: die trendsetterischen Wichtigtuer.**
Die Vogue-Chefin ist übrigens abgebildet. Mit dem kopfgeneigten Lächeln eines späten Mädchens, das sie Princess Diana, Gott hab sie selig, abgeschaut hat. Dazu trägt sie ein langes, silbernes, vielfältig gerüscht-gerafftes Kleid mit voluminöser Kurzschleppe und -- Gipfel des Erstaunlichen! --, über den Knien beginnend und im Schoßbereich endend, zwei missgebildet-eingerollte Steinbock-Hörner an den Seiten. Symbole des sich zurückziehend Phallischen wahrscheinlich, mit Gedanken an die in der NY-Szene vormals sicherlich schwer angesagte Doppelpenetration, die aber inzwischen eben schon wieder out ist. (Gab es da nicht mal ein Buch mit dem Titel "Suche impotenten Mann fürs Leben"? In diesem Sinne.)
Haben wir damit den Gipfel der Geschmacklosigkeit erreicht? I wo! Es gibt noch die vier Titelmädchen, denen wir auf S. 70 wieder begegnen, jetzt frontal zu sehen und natürlich nackt bis auf die Männerunterhosen der stilbildenden Firmen Calvin Klein und Konsorten.
Und jetzt aber, drittens! "Rühmen, das ist's!" Da wollen wir mal kräftig Wind machen! Damit derlei journalistische Glanzleistung nicht in Vergessenheit gerät.
Fett gedruckte Bibelzitate garniert mit Modemarken-Angaben. Gipfel der Geschmacklosigkeit: Zwei Models in dunklen Kirchenbänken. "Alle eure Sorgen werft auf ihn; denn er sorgt für euch! (1. Brief des Petrus, Kapitel 5,7"). Gemeint ist damit wahrscheinlich die Legitimität des Reichtums der Socialities, hergeleitet aus der Bibel. Darunter: "Top mit Voland und Rock von Prada" Und dann, Achtung! "Rosenkranz von Lulu Frost".
Dass eine Seite später ein Mädchen als Schein-Tote in Blumen und vor einem Altar mit Kreuz und Kerzen aufgebahrt ist, von den Füßen her aufgenommen, "Kleid von Dior, Seidenblumen von Dulken & Derrick", kann einen da, japsend wie man so dasitzt, schon nicht mehr wirklich erschüttern.
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* Wer sich das Bild dann auch noch ansehen will, kann das bis auf Weiteres hier tun. Dort auch einige andere Bilder aus dem Heft.
** Ein Querverweis auf einer Website, auf der ich nachschlage, führt zu einem Britannica-Artikel Social Insect. Das wäre eine prima Übersetzung für Socialities: 'soziale In-Sekten'.

Mittwoch, 3. September 2008

Weil alles erneut sich begibt

Endlich im Netz gefunden. Lange gesucht. Lange her, dass ich das Gedicht in der Schule mal auswendig gelernt habe. In einer Zeit, als in den Lesebüchern noch Bergengruens Gedichte standen.
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Werner Bergengruen

Weil alles erneut sich begibt

Aus dem Dunkel, das lind dich umschließt,
aus dem Naß, das dich nährend umfließt,
mach dich auf, tritt hinaus aus dem Schoß.
Dann das Licht ist so süß und so groß.

Wenn die Wölbung des Schlafes zerbricht,
tritt hinaus in das östliche Licht,
in den Tau, der die Sohlen dir kühlt,
in die Luft, die so blau dicht umspült.

Und du fühlst, wie der Atem beglückt.
Die Wiese ist rötlich geschmückt.
Und ein silberner Mittag beglänzt
den Hang, der mit Reife sich kränzt.

Doch bevor noch ein Strahl dich versengt,
hat kühl sich der Schatten verlängt,
und grünlich verfärbt sich der West,
da der Tag seine Gäste entlässt.

Was dich schreckte und scheuchte, vergiss.
Denn die Erde ist treu und gewiß.
Und du weißt dich vom Dunkel geliebt,
weil alles erneut sich begibt.

Und so trittst du vertrauend hinein
in die Nacht, in den Tod, in den Stein.
In den Sand, in den Schiefer, den Ton,
in den Wein, in das Öl, in den Mohn.

Google Chrome - Anonym surfen

Es gibt jetzt Google Chrome. Beta. So ist es überall zu lesen. Ich habe der Versuchung wider- standen, es gleich zu installieren. Aber was anderes. Man kann damit anonym surfen. Solcherlei bieten ja allerlei Dienste und Programme an. Ich finde das immer eine prima Idee. Fände! Wenn ich da nicht irgendwo anders die Meldung lesen würde, dass sich Kinderpornographen, organisierte Kriminelle und Terroristen im Netz zusammenfinden. Wie soll ich jetzt zum Anonymen stehen? Vielleicht: Na ja, das BKA und die untergeordneten Stellen hebeln, wenn notwendig, das Anonyme schon aus. Oder: Das mit den Kinderpornographen usw. ist ein Preis der Freiheit. Den muss man bezahlen. Da kann man nichts machen. Oder noch was anderes? Es bleibt ein mulmiges Gefühl.

Frau Mustermann, Rechtsanwaltsgattin

Ich habe vergessen eine Rechnung zu bezahlen. Ich dachte es würde abgebucht. Da kam denn auch schon Post vom Rechtsanwalt. Irgendwas vor der Pfändung. Ich rufe also beim Rechtsanwalt Mustermann an, nach Vornamen ein Mann. Eine harte Frauenstimme, die mir mit langsamen - abgehackten Sätzen erklärt, was ich zu tun habe. "Sie - überweisen - auf das - Konto, das - rechts unten - angegeben ist." Ich versuche nicht zu lachen. Am Schluss frage ich, halbwegs elaboriert: "Dürfte ich Sie freundlicherweise bitten, mir noch einmal Ihren Namen zu nennen? Ich habe vorhin nicht aufgepasst." Die Antwort kommt im gleichen Sprechstil: "Ich - bin - Frau - Mustermann."
Meine Überlegung: Bezahlen vielleicht in 99 Prozent der Fälle die Leute die Rechnungen nicht, mit denen die Frau so sprechen muss, um sich verständlich zu machen? Und dann natürlich gleich anschließend der bange Gedanke: Jesses, in welche Gesellschaft komme ich, wenn ich mich mal bis an die Grenze mahnen lasse?!

Montag, 1. September 2008

Werbung im Internet

Hat eigentlich schon mal jemand die Frage untersucht, in welchem Umfang ungefragt eingeblendete Pop-ups das Image einer Firma ruinieren? Der Firme, die doch eigentlich für sich werben will? Als ich gerade den Browser besichtige, stehen unter der Oberfläche drei dieser Einblendungen, die ich schnell wegklicke. Das Bild der Firma Quelle bleibt im Gedächtnis. Nie -- wirklich niemals werde ich etwas bei Quelle bestellen!

Freitag, 15. August 2008

"Heiliger Antonius ...

-- hilf, dass ich's finden muss!" war ein Stoßgebet meiner Mutter, wenn sie etwas verlegt oder verloren hatte. Und nun das Internet? Man staunt immer wieder, was es da so alles gibt. Auch in Sachen Heiliger Antonius.

Dann ein wenig später, ein Klick auf das Impressum der Hl.-Antonius-Seite:

Impressum:Diese Seite wird betrieben von
Mehr über uns finden Sie auf unserer Homepage: http://www.idn-marketing-service.de
http://www.heiligerantonius.de

Da staunt man doch, wohin Geschäftstüchtigkeit führt! Wenn ich es richtig sehe, gibt es sogar eine Fürbitten-Anmeldung -- ausdrücklich ohne Geld-zurück-Garantie!

Mittwoch, 13. August 2008

Liebe Erdkunde-Lehrer ...

... fragt doch mal bitte eure Deutsch-Kollegen, was an den beiden folgenden Sätzen sprachlich nicht recht koscher ist.
"Die Melodie wurde der britischen Nationalhymne entnommen, der Komponist von derselben ist nicht bekannt. Diese Hymne hatte offiziell allerdings nie den Status einer Nationalhymne, war aber im Gebrauch einer solchen sehr ähnlich."
Um den Deutsch-Kollegen schon mal drei Hinweise zu geben:
1. "Die Melodie wurde der britischen Nationalhymne entnommen", das klingt doch sehr nach Melodieverpflanzung, analog zur Herzverpflanzung. Das ist doch unschön! (Überhaupt: Verpflanzung! Die Sprache! TsTsTs!)
2. "der Komponist von derselben " ist wohl ein Tribut an die Schüler-Sprache. So sollten wir das als Lehrer nicht ausdrücken, Freunde!
3. Am Schulheft-Rand, da wo links, auf der Seite, steht: "Diese Hymne hatte offiziell allerdings nie den Status einer Nationalhymne, war aber im Gebrauch einer solchen sehr ähnlich." würde der aufmerksame Deutschlehrer wohl schreiben müssen: "Wie war das denn nun eigentlich?"
(Anmerkdungen zu dieser Seite.)

Dienstag, 12. August 2008

Sound-Freuden

Die Freuden des PC-Alltags. Irgendwann kommt kein Ton mehr aus den Lautsprechern. Alles prüfen. Treiber löschen, neueste holen und installieren. Der Ton bleibt verschwunden.
Realtek fordert auf, andere Audioanwendungen zu beenden. Aber -- "isch abe gar keine andere Audioanwendungen geöffnet" sagt der Task-Manager. Und ich bin mit meinem Latein am Ende ...
(Bilder durch Drauf-Klicken vergrößerbar.)
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Nachdem mir Franky bei WinTotal (hoch soll das Forum leben!) versucht zu helfen, schau ich im Geräte-Übersicht nach. Da tauchen Legacy-Audiotreiber auf, die ich aber nicht deinstallieren kann. Andere haben das Problem auch:
"... Ich hab auf mein frisches WinXP die SoundBlaster-Treiber von der Original-CD aus dem letzten Jahrtausend geschmissen - ohne zu schnallen, dass es schon wieder 4 Jahre zurück liegt und es da noch kein XP gab Jetz hab ich den Salat mitbekomm. Legacy-Treiber (zu Deutsch: Kompatibilitätstreiber) und die gehen nimmer runter. Da half kein Deinstallieren in der Software, Deinstallieren & Deaktivieren im Gerätemanager wird nicht ma angeboten. Was kann da noch helfen? CleanSweep hab ich etwas zu spät aufgespielt und Systemwiederherstellung hab ich auch verpasst. ..."
Auch Antworten werden gegeben. Ob die helfen?
"Legacy-Treiber werden immer genau dann verwendet, wenn kein anderer Treiber für das Gerät installiert ist. Legacy-Treiber entfernen zu wollen ist also ein vollkommen sinnloses Unterfangen - sinnvoll hingegen wäre, einfach mal die aktuellen Treiber vom Hersteller zu saugen und zu installieren."
"Deinstallieren kannst Du sie natürlich wenn Du einen anderen Treiber für die Soundkarte benutzt.--> per Hand versteht sich.Aber we Rika schon sagte : "Dat tut doch nicht not".
Anmerkung: Vielleichts tut's doch not?
"Noch ne Möglichkeit gibt es: Falls du in diesem Gerät schon nen Onboard Sound hast, könnte der Legacy Treiber auch von diesem kommen. Wenn du ihn nicht brauchst, kannst du den meist im Bios abschalten (meist unter: Integrated Peripherials) und dann ist das Ding im Windows verschwunden. Den (ohnehin wahrscheinlicheren) Weg haben meine Vorredner schon beschrieben: Den neuesten Treiber raufspielen wäre sowieso kein Fehler."
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Sonntag, 10. August 2008

Treiber und Werbung

Haben sich die Second-Hand-Anbieter von -- zum Beispiel -- Treibern mal überlegt, wie schnell man ein Fenster schließen kann, wenn da erst dreißig grelle Werbungen aufpoppen, bevor man vielleicht irgendwo dann den Download-Butten findet? Ich jedenfalls flüchte von Seiten wie Planet3DNow blitzschnell.

Donnerstag, 7. August 2008

Freeware?

Gesucht wird ein neuer Begriff: Software, die sich als "free" aufführt, aber kaum installiert eine "Premiumversion" verkaufen will. Und die freie Version kann rein gar nichts. Beispiel?


Dringende Warnung, dieses Programm zu installieren!

Sonntag, 3. August 2008

Sprache: ...ganze 45,4 Prozent mehr

Ich hab es irgendwo schon mal gesagt: ganze ... Prozent mehr heißt bislang: eine ziemlich geringe Pronzentzahl mehr. In der letzten Zeit wird dieses ganze aber exakt umgekehrt verwendet: viel mehr. Wieder so ein Beispiel:

Bei Fujitsu Siemens Computers sank der Absatz um 7,6 Prozent auf 278.000 Geräte. Für den Anteil an dem stark gewachsenen Markt bedeutete das einen Einbruch von 15,1 auf 11,4 Prozent. Acer verkaufte dagegen mit 298.000 PCs ganze 45,4 Prozent mehr. Der Marktanteil rückte von 10,3 auf 12,2 Prozent vor.

Donnerstag, 31. Juli 2008

Freeware

Es gibt Software, die bleibt frei, und es gibt Software, die wir eine Zeitlang frei angeboten, um die Leute anzufixen. Dann werden wichtige Funktionen kostenpflichtig. Hier ist wieder mal so ein Beispiel:

Das war bis vor kurzem eine prima Sache. Vor allem, dass man mp3 so dowloaden konnte, war schön. Nun ploppt beim Versuch, auf Nur-Audio umzuschalten, ein Fenster auf. Wieviel soll die Sche kosten? 29 $ oder 29 €? Ich hab es schon wieder vergessen. Also -- 21 $ sind es.

Aber egal. Das Geld ist es nicht. Sondern das Per-Anfixen-andere-für-dumm-verkaufen-wollen. Ich schau mich nach was anderem um.


Nachtrag: Ich hab jetzt lange gesucht. Nichts Besseres gefunden. Wenn die Bezahlungsmodalität schlichter wäre, würde ich kaufen. So aber -- abwarten.

Samstag, 19. Juli 2008

"Ein Abgrund an Normalität"

Das mit der Gemeinde Eschenau ist an mir, dem Zeitungsleser, vorübergegangen. Schon eigenartig. Heute morgen dann -- Süddeutsche Zeitung -- habe ich den Fall entdeckt. (SZ Nr 167, S. 45. Rubrik: Bayern) Man braucht bei Google nur das Wort Eschenau einzugeben, und schon wird man aufgeklärt, einschließlich der Werbung rechts für das Marks-Buch. Ist Kindsmissbrauch wirklich Normalität, wie es das Zitat, das ich finde, nahelegt. Wird geschwiegen, weil der normale Erwachsene weiß, dass gegen diesesn Urtrieb Sexualität einfach kein Kraut gewachsen ist, schon gar keines, das Normalität hervorruft?
Und dann finde ich noch diese Werbung in einem Bericht, und ich frage mich, ob ich zu zart besaitet bin, wenn ich diese Werbung in diesem Zusammenhang für subtil-unpassend, also für bescheuert halte.







Mittwoch, 16. Juli 2008

strombergs g*-munich

Ich würde dem Herrn Holger Stromberg, Koch, der in der kreativ küche von meine familie und ich (7 /2008, S. 66ff.) sehr gelobt wird, eine kostenlose Sprachberatung angedeihen lassen -- gegen, sagen wir mal: 7 Abendmenus, verteilt über ein Jahr, jeweils mit meiner Frau oder einem Freund.
"Parken vor der Türe, ein peppiger Empfang, schöne Menschen, eine chillige Atmosphäre, eine kleine Unterwassserwelt, Kontraste in der Einrichtung, provokative Kunst, Sexyness, zeitgemäße Küche, modern persönlicher Service verbinden sich zu einem Lifestyle, den man vergleichbar aus London, Ibiza oder Shanghai kennt."
Dafür würde ich dann aus dem gerade Zitierten einen Text machen, bei dessen Lektüre bürgerliche Menschen nicht zuerst Atemnot und dann Asthma bekommen.

Karikatur von Obama

Werde ich in der Zukunft nach einem Beispiel für ein Dilemma gefragt, dann verweise ich auf die Karikatur von Obama im New Yorker. Und auf die einfache Un-Logik hinter der Sache. Es klappt so gut wie nie, wenn man versucht, Vorurteile und Quatsch dadurch vorzuführen, indem man deren Inhalte karikierend darstellt. Der Inhalt des Quatschs ist allemal stärker als der ehrenwerte Versuch zur Volksaufklärung.
Das sollte einem auch sonst mit Blick auf die politische Logik zu denken geben.

Samstag, 12. Juli 2008

Klimaveränderung

Ich will es wenigstens als Erster angemerkt haben: Wir rücken dem Äquatorialklima näher. Heute am frühen Nachmittag ein plötzlicher Regenguss. Gleich darauf: wieder helleres Wetter. Die Wäsche draußen ist trotzdem nass geworden. Wir werden umlernen müssen!

Sonntag, 6. Juli 2008

PC, Vista: Porsche mit Fichtenholz-Schaltknüppel

Es ist mir schon oft durch den Kopf gegangen: Heutige PCs (darunter natürlich auch Apples gefasst) sind wahre Wunder an Technik. Um so verwunderlicher ist, dass an den primitivst-einfachen Stellen das Gehirnschmalz eingetrocknet ist. Ob die Serie BIOS - Betriebssystem & Registry - Treiber der Weisheit letzter Schluss ist müßig zu diskutieren.
Es hat sich halt so entwickelt. Und das ist ungefähr so, als wollte man fragen, ob Autofahren vernünftig ist. Ist es nicht. Aber so wie es geworden ist, ist es nun mal: Wir haben uns daran gewöhnt und es hängen Arbeitsplätze davon ab. (Immerhin schon erstaunlich, dass die Grünen und andere den Ausstieg aus der Atomkraftwerk-Kultur fordern, aber vom langfristigen Ausstieg aus der Auto-Kultur redet keiner. Aber gut, das ist ein anderes Thema.)
Zurück zum PC & Vista: Da gibt es schon mal einen Blueescreen. Um im Vergleich zu bleiben: Der Volksporsche bleibt mit blitzschnellem Motorwürgen am Straßenrand stehen. Wenn das zweimal in der Woche passiert und die automatische Dateisicherung eingeschaltet ist, denkt man nicht lange nach. Der Neustart ist ja nicht viel mehr als den Zündschlüssel rumzudrehen. Wenn das allerdings fünf mal am Tag passiert -- respektive alle 50 Kilometer --, dann wird es ärgerlich.
Jetzt konikret: Mein Notebook, ein Medion MD 98300, fängt an zu zicken, immer häufiger und am Ende bei bestimmten Video-Programmen eine halbe Minute nach Programmaufruf. Vista weiß auch zu sagen, woran es liegt.

Freitag, 4. Juli 2008

Fetischismus

Ich stoße wirklich zufällig darauf. (Na ja, was heißt schon zufällig? Gesucht habe ich eine uralte Bekannte, und gelandet bin ich auf einer SPIEGEL-Seite, wo eine Person gleichen Namens vorkam. Und in der Nähe stand es dann.)

... in Nr. 29/51 FETISCHISMUS - In HEISSEN LÄNDERN über den Amtsgerichtsrat Buddee aus Detmold und seine heimliche Liebe zu Damenkleidern, die ihn zum Stehlen verführte. | Kürzlich war Hauptverhandlung gegen Buddee. Zunächst sollte die Presse ausgeschlossen werden, da der Angeklagte es sich, nach den Worten seines Anwalts, nicht leisten konnte, daß die Dinge in breitester Form in die Presse gelangten und außerdem die Artikel seinen Angehörigen vor Augen kämen. Das Gericht lehnte nach halbstündiger Beratung den Antrag ab. Von den drei hinzugezogenen psychiatrischen Gutachtern vertrat nur Professor Ewald, Göttingen, die Ansicht, der Angeklagte sei im Sinne des § 51, Absatz 1, nicht zurechnungsfähig für seine Taten gewesen. Die beiden anderen, Professor Langenlüdecke, Marburg, und Professor Bürger-Prinz, Hamburg, verweigerten Amtsgerichtsrat Buddee den Schutz des § 51. Nach dem Grundsatz "in dubio pro reo" (Im Zweifelsfalle für den Angeklagten, hier 1 : 2 für ihn) sprach das Gericht Buddee auf Kosten der Staatskasse frei.
Überraschend erst mal: wie wenig man im Netz über diesen Fall findet. Nämlich das da und nichts weiter.

Und dann: Irgendwie fordert dieses eine kriminologische Dissertation heaus, wie den aus welchen Gründen Urteile gegen Juristen ausfallen. Ich will eine Hypothese wagen: Sie sind im Inhalt und Form unanfechtbar, im Strafmaß aber doch immer mal wieder erstaunlich. Ich erinnere mich da an einen Fall im ostwestfälischen Gütersloh, wo ein Richter seine Frau aus Eifersucht mit einer Angelschnur erdrosselt, sich anschließend perfekt stumm gab und sich einen ordentlichen Anwalt nahm. Hat er nun viereinhalb oder dreieinhalb Jahre bekommen. Wäre das Urteil gleich ausgefallen, wenn der Mann, sagen wir: Fernfahrer gewesen wäre? Ist ja nur mal so 'ne Frage...

Donnerstag, 26. Juni 2008

EM D - T 3:2

D wie Dusel! Getrieben von der Türkei, die das Spiel machte. Aber bei fast maximaler Chancenauswertung ein Halbfinale gewonnen. Deutschland ist, sollte es das Endspiel gewinnen, 20 Jahre nach dem Fall der Mauer endgültig ein souveräner Staat. Es ist schon erstaunlich.
Und ein türkischer Fan deutscher Zunge sagt in Istambul in die Fernsehkamera: Ja, er habe sich natürlich gewünscht, dass die Türkei gewinnt. Aber so? Geht auch. Er lebe und arbeite schließlich in Deutschland. Wunder gibt es immer wieder ...!

Mittwoch, 25. Juni 2008

Eine eingeBILDete Meinung zur EM-Berichterstattung

BILD bewertet die EM-Moderatoren. Hoffentlich ist das kein schlechtes Omen! Die BILD-Leute hätten doch noch ein wenig warten können... Vielleicht gewinnt Deutschland dieses Halbfinale ja doch?!
Und wenn nicht? Dann ist BILD schuld, liebe Fans! Zieht vor das Redaktionsgebäude und macht eurem Unmut Luft. Wie man so sagt.
Wie auch immer. Zur Benotung: Ob Günter Netzer wirklich mit diesem Tonfall, den er nun mal hat, die "klarsten Sätze der Fußball-Welt" spricht und die Note 1 verdient?
Und auf der anderen Seite den wirklich netten Urs Meier so zu fassen: "Als Regelexperte okay, aber sonst nervig. Sagt in jedem zweiten Satz „schlussendlich“. Nach der EM ist Schluss, endlich!" Das ist wieder mal ein prima Wortspiel auf BILD-Niveau und im Übrigen eine dümmliche Frechheit auf der Ebene der Hauptschulwitze.
Bleibt zu fragen: Wie wäre es, wenn die Beurteilten ihrerseits BILD beurteilen sollten? Würde der Günter N., bloß weil BILD ihm gut wollte, auch BILD hochleben lassen?
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Es bleibt dabei: Unterhalb von BILD ist das große Myzel der deutschen Volksseele, und an dieser einen Stelle sprießt eben dieser großgemusterte Giftpilz empor! Nicht davon naschen, Urs! Und mach dir nichts draus, aus diesem schlagzeilernden Fuß(ball)pilz! (Merke: Auf einen groben Klotz gehört ein grober Keil!)

Donnerstag, 19. Juni 2008

Recht-schrei-breform ad infinitum

Warum in aller Welt stoße ich immer wieder auf die Rechtschreibreform?! Sie soll, so mein Wunsch, doch langsam in Schulen und Ämtern verrotten -- die drohende Fäulnis nach Art gepflegter Komposthaufen gedämmt durch Zwischenschichten. Durch immer neue Reformen der Reform. Und ich? Ich schhreibe, wie ich will. Ich kann es schließlich!
Dann also finde ich, auf dem Weg, mal "heute früh / Früh" durch Internet-Suche zu testen, einen Artikel aus der Süddeutschen.
Zitate:
Ein Schüler, der nach seiner Rückkehr aus den Sommerferien immer noch ,,jedesmal‘‘ schreibt, ,,Stengel‘‘, ,,greulich‘‘ oder ,,leid tun‘‘, muss dafür nun einen Fehler angestrichen bekommen. ,,Heute abend‘‘ und ,,rauh‘‘, ,,schneuzen‘‘ und ,,zur Zeit‘‘, ,,im allgemeinen‘‘ und ,,des öfteren‘‘ - lauter vernünftige und viele Jahrzehnte gebräuchliche Schreibweisen also, sind mit dem heutigen Tage definitiv falsch.

Tja, Herr Steinfeld! Pech gehabt! Da schaun's doch bitte mal her. Sie können des auch durch Draufklicken (oder durch drauf Klicken? Naa, doch net!) größer machen.

Weiter der gelehrte Thomas Steinfeld:
Dennoch kann auch das Erreichte nicht befriedigen. Auch die neugefassten Regeln sind schwerverständlich und werden überdies durch ganz unerwartete Pakete von Ausnahmen belastet - so heißt es immer noch ,,Rad fahren‘‘, aber auch ,,eislaufen‘‘. Endgültig ist auch der jetzige Zustand nicht.
Interessant ist, wie durch die Reform das ehedem doch recht verlässliche "Rechtschreibgefühl" ausgehebelt wurde. schwer verständlich, warum nicht. Immerhin noch: Eis laufen -- never! Man läuft ja nicht das Eis oder mit dem Eis, sondern auf dem Eis. So ungefähr mein Gefühl. Nur: Wie lange noch wird es in solchen Fällen funktionieren? Ja und -- tut es mir nun Leid, dass ich da nicht besser bin? Na ja, schaumer doch mal! Und zwar hier:*
[...] Im Gegensatz zu "schwimmen lernen", wo man das Schwimmen lernt, lernt man bei "kennen lernen" eben nicht das Kennen. Jedoch hätte man sich an solchen Stellen noch etwas verbindlichere Formulierungen gewünscht und ein deutliches Abraten von der unsäglichen Form "kennen lernen", die ja offenbar nur noch aus Gründen der "Abwärtskompatibilität" mitgeschleift wird. Und gerade bei Varianten, wo eine Empfehlung bitter nötig wäre, etwa bei den zu Recht bespöttelten Auseinanderschreibungen mit "wohl" ("ein wohl durchdachter Plan"), schweigt der Wahrig.

Wie hat meine Mutter, Gott hab sie selig**, immer empfohlen: "Schreib beide Möglichkeiten hin, schau sie an und entscheide dich dann für das, was dir plausibler vorkommt!" Das waren noch Zeiten, als man auf diese Weise den Common sense aus sich herauskitzeln konnte! Jetzt fühle ich mich doch alleingelassen. (SIC)

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* Eine lustige Seite, wenn da nur nicht stünde:
Das Wort, daß [sic] Du meinst, ist "unsozial". "assozial" bildet sich aus einer Assimilation, "ad" + "sozial", wobei "ad" (lateinisch) "dazugehörig" heißt. Demnach bedeutet "assozial" sinngemäß "zum Sozialen gehörig". Um das Ganze noch zu ergänzen, schreibt man "assozial" mit 2 "s", weil das "d" zu einem "s" assimiliert wird.
Über die rote Kleinigkeit sehen wir hinweg. Kann passieren. Aber -- MERKE: Etymologie und Wortgeschichte erklären nie, niemals, never! die Bedeutung heutiger Wörter. Die Bedeutung entsteht, lassen wir da ruhig good old Wittgenstein die Ehre, im Gebrauch und darum bedeuten die Wörter, was sie eben bedeuten. Und sind ohne gelahrte Besserwisserei zu verwenden.
Ja, ok, es ist das nur ein Leser-Kommentar, und der wrd auch weiter unten richtiggestellt. Leider wieder, wenn auch passender, etymologisierend.

** Wegen seelig / selig vgl. hier! Unbedingt anschauen!