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Dienstag, 17. März 2015

Eine Sprache können: 0 - 100

Meine alte Überlegung: Die Behauptung, dass einer* eine Sprache 'kann',  ist eine schwierige, weil extrem vage Behauptung. Sie geht von 

  • 0 = kein einziges Wort dieser Sprache sprechen / schreiben können und die Sprache, wenn sie neben einem gesprochen wird, nicht erkennen. (Schon mal eine ziemlich komplexe Geschichte.)
  • 50 = sich im Alltag schriftlich und prima ausdrücken können und keinerlei Schwierigkeiten haben. Aber die Sprache holpert, vor allem im Schriftlichen. Schulnote darum: höchstens eine 4 (bei 6 Notenstufen).
  • 70 = der Bereich guter muttersprachlicher Sprecher. Schulnote: 2 - 3.
  • 90 = der Bereich extrem guter, auch sprachspielerisch begabter Journalisten und sprachlich sehr wendiger Schriftsteller. Schulnote: 1.
  • 100 = das Ideal, das von einem konkreten Sprecher der Einzelsprache nicht erreicht werden kann.
Und die Kritik am sprachlich Vorliegenden? Sollte man mit einem Sieb vergleichen. Je nach Maschengröße. Extrem groß: Man lässt alles durchgehen, solange man nur ungefähr weiß, was 'gemeint' ist. Extrem eng: Es bleibt jeder, auch der kleinste Verstoß gegen sprachliche Normen hängen.

Jetzt müssen Tests her! Wie einig sind sich welche Korrektoren / Beurteiler bei einem konkreten Gespräch / einem konkreten Text?

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* Achtung! Durchgängig generisches Maskulinum. Gewollt und aus stilistischen Gründen sinnvoll.