Gesamtzahl der Seitenaufrufe

Samstag, 1. September 2012

Das Geld der Ärzte

Das Geld der Ärzte, es ist nur ein Beispiel. In den Morgennachrichten. 0.9 Prozent. Ein Ärztevertreter hat wohl gesagt: Das Angebot der Krankenkassen sei eine Provokation. Das decke nicht mal den Verlust durch Inflation ab.

Das mit der Inflation und den 0,9 Prozent wird so sein. Aber dennoch ist da ein Denkfehler im System. Dass nämlich inflationsbereinigtes Einkommenswachstum ein Naturgesetz sei. 

Zwei alte Themen tauchen in meinem Kopf wieder auf:
  • Das eine war vor Jahren mal in einem Essay im SPIEGEL zu lesen. Jemand schrieb da ungefähr dies: Schwellenländer - Diesen Begriff habe man immer so verstanden, dass vordem ärmere Länder zu den führenden Industrienationen aufschließen. Kaum einer habe die andere Möglichkeit erwogen: Dass einstmals reiche Nationen sich auf der Schwelle zur Verarmung wiederfinden könnten. Das würde sich dann wohl so auswirken, dass alle, auch die Ärzte, inflationsbereinigt weniger bekommen als in den vergangenen Jahren. Nur so eine Denkmöglichkeit das.
  • Das andere: Warum eigentlich haben wir so wenige Formeln in der Wirtschaft, die normalerweise "Schlüssel" heißen? Schlüssel, über die ausgiebig und in Abständen immer mal wieder diskutiert wird. Die dann festliegen für längere Zeit. Aus denen sich die Einkommensverteilung automatisiert und errechenbar ergibt. In denen sich der ökonomische Konsens einer Gesellschaft widerspiegelt. Das ökonomische Bewusstsein jenseits des Wirtschaftlich.-Triefhaften. Nicht mehr das ständige: "*hechel* Ich will aber mehr!" Hätten wir solche Schlüssel, der Streik der Lufthansa-UFO wäre überflüssig. Die Gehaltserhöhung ließe sich berechnen. Was hätten wir auf einmal für eine Planungssicherheit für Privatleute wie für Unternehmen!