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Montag, 20. Februar 2012

Typisch deutsch ...

Oder: So funktioniert assoziatives Denken.

Ich komme von Heribert Prantl, Wir sind viele, auf Stéphan Hessel, Empört euch! Ich will nachsehen, ob es da, abgesehen vom Umfang, Stil-Übereinstimmungen gibt. Ich finde: Der Hessel-Übersetzer heißt Michael Kogon. Ich denke an: Eugen Kogon. Ich erinnere mich: Dass Anno Dunnemals Eugen Kogon, beim WDR als Experte eingeladen, im Zusammehang mit meiner Zuschrift an den Rundfunk zum Thema XY meinte: Mein Argument sei typisch deutsch.

Ich konnte überhaupt nichts deutsches an meinem Argument erkennen. Und kam so nebenbei zu er Überzeugung, dass eine der wenigen wirklich typisch deutschen Eigenschaften darin besteht, die eigene Nationalität umfassend negativ zu konnotieren. (Von nationalkonservativen Burschenschaftlern und noch weiter rechts Stehenden sehen wir dabei einmal ab.) Wenn Celentano singt: 'Sono Italiano...', dann kommen zwar auch komische Italiener-Eigenschaften und merkwürdige bis bescheuerte itatlienische Verhältnisse zur Sprache (... con l'autoradio sempre nella mano destra), aber Celentano ist doch sichtlich stolz darauf, Italiener zu sein. In Deutschland steht das überexplizite 'Ich bin stolz, ein Deutscher zu sein!' in der Gegend rum, und jeder vernünftige Mensch wendet sich von diesem Spruch mit Grausen ab. Wer so was in die Welt hinausposaunen muss, ist schon ein Looser.

Die Deutschen haben ihre Nation unter den Nazis verspielt. Das wird es wohl sein.

Und die Erkenntnis zum Schluss noch einmal: So funktioniert assoziatives Denken!