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Dienstag, 30. April 2013

BvB : Real

Jesses-Maria-und-Josef! Was für Fans! Nach Madrid fliegen, um, ohne Karten und damit ohne Stadionplatz, in der Nähe der eigenen Mannschaft zu sein. Und das, obwohl dem Vernehmen nach die Public-Viewing-Leinwände in Dortmund viel besser sind.

Etwa 5000 BVB-Anhänger werden in Madrid erwartet. Viele von ihnen sind bereits am Montag angereist und pilgerten schon am Tag vor dem Spiel zum Bernabeu-Stadion oder umlagerten das Hotel "Eurostars Madrid Tower", wo die Dortmunder Spieler Quartier bezogen haben. [...] | Da viele der mitgereisten BVB-Anhänger keine Eintrittskarten mehr bekommen haben, werden sie das Spiel bei einem großen Fantreff in einem Park am Paseo de la Castellana, einer der großen Boulevards der spanischen Hauptstadt, verfolgen. Sie wollen zumindest in der Nähe sein, wenn der BVB ins Endspiel einzieht und Geschichte schreibt.


Oder vielleicht ist das -- die Dortmunder könnten einen Eilantrag ... Aber ok, das ist jetzt wirklich sehr unpassend!

Ad-hoc-pflichtig -- was ist das?

In der Sache: Ich finde, dass Götze nicht unbedingt zu den Bayern gehen müsste. Wenn Hoeness schon gesagt hat, die Liga müsse schauen, dass es nicht langweilig wird.

Zur sprachlichen Seite:

""Der Weggang eines Leistungsträgers bei einem börsennotierten Fußballclub ist ad-hoc-pflichtig", sagte der Vizepräsident der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz, Klaus Nieding, dem "Focus": Dazu bedürfe es nicht erst einer offiziellen Bestätigung." (n-tv online)

Das ist mal eine neue Verwendung von ad hoc! Aber wer weiß -- vielleicht eine fachsprachliche? Normalerweise bedeutet ad hoc ja: aus der Lamäng heraus, einfach so, ohne systematische Begründung. Das kann es aber hier nicht sein. Aber -- schaumer mal was die Nachforschungen so ergeben.

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Ok, schon geklärt, mal über die Wikipedia:

"Als Ad-hoc-Publizität werden die Publizitätspflichten von Emittenten, die im deutschen Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) geregelt sind, bezeichnet. Die aus diesen Pflichten resultierenden Mitteilungen werden als Ad-hoc-Mitteilung, Börsenmitteilung oder oft auch Pflichtmitteilung bezeichnet."

Das verschiebt das Problem allerdings nur. Denn eine Pflichtmitteilung als Ad-hoc-Publizität zu bezeichnen ist auch wieder daneben. Aber -- wer die Macht und das Geld hat, der regelt halt auch die Sprache auf seine Weise. Ich lege mir das jetzt mal so zurecht: 'Wenn die Geschäftsf´ührung eines börsennotierten Unternehmens recht kurzfristig wichtige Entscheidungen trifft, dann muss sie das den Aktionären auch kurzfristig mitteilen, damit die ggf. in die Entscheidungeingreifen können.' Der Haken hier, im Konkreten: Mario Götze hatte doch einen Passus im Vertrag, dass er aussteigen darf, wenn ein anderer Verein bereit ist, 37 Mio. zu zahlen. Was blieb da noch für ein Spielraum für Ad-hoc-Mitteilungen?

Technik-Diskussionen: PC-Lüfter ölen

Dieses Muster sieht so aus: Frage wird gestellt -- Experten (Theoretiker) antworten: Frage ist Unsinn oder falsch gestellt -- Experten (Praktiker) antworten: Man macht es so. Ich hab da Erfahrungen gesammelt. (Die Praxis-Tipps klingen erst mal ganz vernünftig. Man muss jetzt halt selbst so seine Erfahrungen machen.)

Montag, 29. April 2013

"Was ist conime.exe?!"

Es kommt in Foren häufig vor: Jemand stellt eine Frage, und die herablassend-besserwisserischen Antworter müssen erst mal den Großkotz rauskehren. Typus: "Die Antwort findest du bei Google!" Statt einfach hinzuschreiben: "Das ist die Lösung: ..." Oder: "Die Lösung findest du hier: [Link auf konkrete Antwort / Lösung]". Ein Beispiel für diese ranzige Form der Ironie, eben gefunden:

CHIP Forum Erweiterte Forensuche | Forum - CHIP Online > Betriebssysteme > Windows Vista | was ist conime.exe?! | 06.11.2008, 15:06 | lb2004 | Sehr erfahrener Benutzer* | was ist conime.exe?! | Hi, | gestern war im taskmanager die conime.exe aktiv heute nicht. | Was ist das für eine exe? | Sie sitz bei mir unter C:\Windows\SysWOW64 und C:\Windows\System32 | Habe Vista 64 |  06.11.2008, 15:26 | jojoAction | Sehr erfahrener Benutzer | | Registriert seit: 08.02.2008 | Ort: Hamburg | Beiträge: 2.869 | Zitat: | Zitat von lb2004 ... Von einem User, der knapp 2500 Beiträge geleistet hat, hätte ich erwartet, dass er sich mit google.de auskennt. Für alle, die es noch nicht kennen: www.google.de

Um die Sache mal etwas zu konkretisieren: Ich habe nachgeschaut, weil ich dieselbe Frage hatte wie lb2004. Beim letzten PC-Start noch nicht da, ist conime.exe ohne Installation auf einmal vorhanden. Da kann man auch als langjähriger Google-Nutzer doch mal nachfragen!

So etwas ist da ja wohl viel vernünftiger:

Ist conime.exe ein Virus? Nein, ist es nicht. Die wahre conime.exe Datei ist ein wichtiger Microsoft Windows Systemprozess mit dem Namen "Console IME". Jedoch benutzen Virenautoren diesen Dateinamen auch für Ihre Schadsoftware um diese zu tarnen. Viren mit gleichem Dateinamen sind zum Beispiel Worm:Win32/Emerleox.gen!A oder Backdoor:Win32/Hupigon.CN (entdeckt von Microsoft), und Infostealer oder W32.Gammima (entdeckt von Symantec).

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| * Könnte man übrigens diese direkten Übersetzungen aus dem Englischen wie "Sehr erfahrener Benutzer" endlich mal vernünftig eindeutschen?

Donnerstag, 25. April 2013

Martenstein-These: Elisabeth Noelle-Neumann

Ich wollte diese Nummer der ZEIT am Morgen in den Papiermüll werfen, denn es kommt am Donnerstag ja eine neue ZEIT, als mein Blick auf einen Artikel über die Demoskopin Elisabeth Noelle-Neumann fällt. Ich habe diesen Artikel also gelesen und -- war beeindruckt vom Forscherfleiß.

Die ZEIT -- sie sei wieder mal gepriesen dafür -- stellt ihre Artikel in großer Zahl rasch online, und so ist auch das im Netz zu finden:

"Jörg Becker | ELISABETH NOELLE-NEUMANN | Forsche und herrsche | Elisabeth Noelle-Neumann, die Großdemoskopin aus Allensbach, stellte sich selbst gern als bedrängtes Opfer des "Dritten Reiches" dar. Tatsächlich aber, das belegen neue Dokumentenfunde, ist sie in ihren frühen Jahren eine begeisterte Nationalsozialistin gewesen" (ZEIT Nr. 17 / 18.04.2013)

Ein paar Bilder: Noelle-N. immer lachend und fröhlich, immer erfolgreich vorneweg. Immer vor allem und unter allen Vorzeichen an der eigenen Karriere interessiert. Bereit, die eigene Vergangenenheit umzudeuten und umzuschreiben. Wieder bewahrheitet sich die These Harald Martensteins, dass 80%* derer, die in der westlichen Demokratie Karriere machen, auch in einer Diktatur Karriere gemacht hätten. In Fällen wie dem vorliegenden: ... Karriere gemacht hatten.

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| * Meine Zahl; Martenstein: 50%.

Dienstag, 23. April 2013

Ibiza und der Tod

So geht das Leben, und so geht es zu Ende, auch bei den ehemals berühmten Leuten:

"Seit 47 Jahren ist Schauspieler Dietmar Schönherr (86) mit Vivi Bach (73) verheiratet. Es ist, als wären die zwei schon immer zusammen. Aber Schönherr hatte vor Vivi eine andere große Liebe. Begleitete sie nun sogar in den Tod. Rückblick: 1950 heiratet der damals 24 Jahre alte Schönherr die 16-jährige Ellen. 14 Jahre hielt die Ehe, dann trennten sie sich – als Freunde. JETZT IST ELLEN († 78) TOT! Sie starb in einem Krankenhaus auf Ibiza an Organversagen. Schönherr war bei ihr. Mit ihm sein Leibarzt Prof. Dr. Carlo Dietschi und Ehefrau Chris. Der Schauspieler zu BILD: „Ich habe ihre Hand in meiner gehalten. Als sie eingeschlafen war, sagte ich nur zum Abschied: Ich habe dich sehr geliebt!“ Seit der Trennung sorgte Schönherr immer gut für sie. Als seiner Ex-Frau nur eine kleine Rente blieb, unterstützte er sie finanziell. Und auch jetzt tut er alles dafür, dass Ellens letzter Wunsch erfüllt wird." (BILD am 09.02.2013 - 00:01 Uhr | J. PUTHENPURACKAL)

Und dann, von gestern auf heute: Vivi Bach.

"Die Show "Wünsch Dir was" steht als größter TV-Erfolg in der Biografie der gebürtigen Kopenhagerin, die im Alter von 73 Jahren am Montagmorgen von ihrem Mann tot im gemeinsamen Heim auf Ibiza gefunden wurde." (STERN Online)

Der Stiesel, im Besonderen der weibliche

DUDEN Online vermeldet:

"Stiesel, der: Mann, der sich in Ärger hervorrufender Weise unhöflich, unfreundlich, flegelig benimmt, verhält -- Beispiel: dieser Stiesel grüßt nie"

Was aber, wenn der Mann eine Frau ist? Mit Hornbrille und scheinlockerem und zugleich wichtigtuerischem Gesichtsausdruck geht sie vorbei. Dass sie jemanden mit viel Aufwand keines Blickes würdigt, ist ihre Form des Verhaltens auf dem Flur. Sie nimmt dieses Verhalten für ein Zeichen ihrer Stärke. Und der Rest der Welt -- nun gut, 5/6tel der Welt, ihre Umgebung und die, die ihr begegnen, alle halten sie für geistig angekokelt.

Stichworte: Uli Hoeneß und die Steuer


Ein extrem komplexes Thema. Sport, ehemalige Sportlichkeit, Geschäfte, Raffgier* eines scheinbar unüberwindlich Starken und dabei Sympathischen. Das Aussehen auch: der dickliche Wurstfabrikant. Und vor allem: U. H. in der Defensive. Die er nicht kennt. Aus der heraus er gleich wieder angreifen und drohen will. Gegen die Berichterstattung. Das Bild des Adligen, der das Grollen der Revolution als das unsachgemäße Tun der Dienstboten in der Küche deutet. Die Frage ist, ob die Spieler, heute oder in einer Woche, schon die ganze Angelegenheiten ins Hirn lassen und entsprechend schlechter spielen. Man wird es sehen.

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| * Das Wort hört sich allgemein an. Aber mal ein reines Gedankenspiel: Wenn UH, sagen wir: Privatbesitz von 80 Mio Euro hat. Teilweise an der Steuer vorbei also pro Jahr 1 Mio Steuern zahlt auf die schöne Kapitalvermehrung. Und bei vollkommener Ehrlichkeit 3 Mio gezahlt hätte. Da bleibt, hin oder her, auch bei der Ehrlichkeit genug für ein luxuriöses Leben. Warum also den Ruf und das Leben aufs Spiel setzen?! Weil einer ein Spieler ist, der den Nervenkitzel braucht, das Leben auf des Messers Schneide? Wenn er dann abrutscht und sich rittlings auf die Schneide setzt ...?

Sonntag, 21. April 2013

Terrorjagd per Video?

Nein, ich bin lange genug auf der Welt und verkenne also nicht, dass Ämter und Beamte in Deutschland und wahrscheinlich überall irgendwann beginnen, die ihnen gegebenen Möglichkeiten voll übereifrig und und dann in einem sich verselbständigenden Prozess auszunutzen. Also werden sie das auch in Sachen Video-Überwachung tun. Auf der anderen Seite bleiben die hier oft erwähnten, mindestens ebenso sich verselbständigenden Ängste derer, die sich immer und überall zu wichtig nehmen und, wiewohl Hinz und Kunz, sich dauernd im Visier der Geheimnisdienste sehen.

"Sonntag, 21. April 2013 | Terrorjagd per Video? | Verfassungsschutz spähte 1000 Verdächtige aus | Das Bostoner-Attentat hat in Deutschland die Debatte über eine Ausweitung der Videoüberwachung neu befeuert. Innenminister Friedrich fordert eine Ausweitung, Bundeskriminalamtschef Ziercke glaubt, dass Videoüberwachungen "abschreckend wirken". Der Verfassungsschutz nahm einem Bericht zufolge seit den Terroranschlägen vom 11. September 2001 knapp 1000 Verdächtige ins Visier. | Das Bundesamt für Verfassungsschutz hat seit den Terroranschlägen vom 11. September 2001 insgesamt 962 Personen aus dem islamistischen Milieu per Video überwacht. Im Schnitt seien das 80 Überwachungen pro Jahr, berichtet das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel"." (n-tv online)

Das ganze ist mit dem schlichten Rechtsgut verbunden, das sich "Güterabwägung" nennt. Also:
  • Recht auf umfassend Freiheit der Bürger, Intimssphäre
  • Kunstwörter und vielleicht auch Kunstsachen wie "informationelle Selbstbestimmung"
Auf der anderen Seite:
  • Verhinderung von Straftaten (durch Risikoerhöhung)
  • Aufklärung von Straftaten mit Hilfe der Überwachungstechnik
Und an dieser argumentativen Gummigeflecht ziehen dann die gesellschaftlichen Gruppen und die Einzelnen.  Eine leicht fiese Masche der Datenschützer dabei: Alles, was ihrer Meinung zuwiderläuft, als "Stammtischparole" auszugeben. Als ob es nicht auch längst den gut besetzten Stammtisch der Datenschützenden gäbe. 

Also: Wo verläuft die Grenze, die wir im Widerstreit der Meinungen am Ende ziehen wollen und ziehen werden? 

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Samstag, 20. April 2013

"Ein vollstaendiges Eindringen zu Ihrer Ruhe"

Wieso können es diese Leute nicht lassen? Sie kommen mit aol- und gmail-Adressen daher. Konnten die OCR noch nicht mal korrigieren, weil sie kein Deutsch verstehen.

Ihre E-Mail hat £ 2,500,000.00 (Zwei Milionen Fuenf Hundert Tausend Britische Pfund) bei dem Europaeische Union EU Fonds gewonnen. Sie sind einer von Fuenf (5) glueckliche  Nutznieber aus Ihrem Land. Andere Nutznieber in Ihrer Kategorie lautet: ... | Um Schwindel und Mibbrauch von dem Europäischer Sozialfonds (ESF)zu vermeiden, mueben Sie Ihre Referenz Nummer in Ihren weiteren Korrespondenz mit uns schreiben.

Jaja, wir "Nutznieber" und Opfer von "Mibbrauch"! Hier lohnt es nicht mal, die Voodoo-Puppe auszupacken. Immerhin sind die Leute ja sehr korrekt:

Bitte nehmen Sie unsere aufrichtigen Entschuldigungen an, wenn unsere E-mail Ihre persönliche Ethik nicht trifft.

-------

Betreff:
(Gewin Nr.: ESF-GFBE64XKLE-2013)
Datum:
Fri, 19 Apr 2013 23:12:53 -0400 (EDT)
Von:
Europäischer Sozialfonds

Europäischer Sozialfonds (ESF)
N2, Moorfoot, Sheffield, S1 4PQ
United Kingdom


Europäischer Sozialfonds ESF (Gewin Nr.: ESF-GFBE64XKLE-2013)


Bitte nehmen Sie unsere aufrichtigen Entschuldigungen an, wenn unsere E-mail Ihre persönliche Ethik nicht trifft.

Wir wiben, dab dies ein vollstaendiges Eindringen zu Ihrer Ruhe ist, aber dies ist unsere einzige Option fuer Kommunikation zu Ihnen. Wir teilen hiermit zu Ihnen das Ergebnis der

Europäischer Sozialfonds (ESF)von Jahr 2013 mit.

Der Europäischer Sozialfonds (ESF)wurde von der Europäischer Union und die unten Firmen fundiert:

Strabag AG, Mercedes Benz, Sony und Nokia.

Ihre E-Mail hat £2,500,000.00 (Zwei Milionen Fuenf Hundert Tausend Britische Pfund) bei dem Europaeische Union EU Fonds gewonnen. Sie sind einer von Fuenf (5) glueckliche

Nutznieber aus Ihrem Land.

Andere Nutznieber in Ihrer Kategorie lautet:

1. Frau Yvonne Schuster
2. Ing. Markus Behrens
3. Dr. Peter Schwarz
4. Pfarrerin Susanne Mueller

Für weitere Information lesen Sie die unten Webseite:
http://ec.europa.eu/employment_social/esf/index_en.htm


Ihre Fonds sind bereit fuer Auszahlung zu Ihnen. Unten ist der Kontakt von Ihrer Ansprechperson:

Standard Chartered Bank SCB
Europaeische Sozialfonds ESF Auszahlungsabteilung
Ansprechperson: Herr Richard Meedings
E-mail: herrrichard1@gmail.com
London, England.

Er wartet auf Ihre Erwiderung. Sie koennen ihn auf Deutsch kontaktieren, weil er eine gute Beziehung mit unseren Deutsch-sprechenden Kunden hat.

Geben Sie die unten Daten und schicken Sie es ihm ueber E-mail (herrrichard1@gmail.com) innerhalb einer Woche (fuer die Verarbeitung und Auszahlung von Ihren Fonds zu

Ihnen):

VOLLE NAME:
KONTAKT ADRESSE:
GEBURTSDATUM:
NATIONALITAET:
TELEFONNUMMER:
BERUF:
FAMILIENSTAND:

HABEN SIE DIE Europäischer Sozialfonds (ESF)VORHER GEWONNEN? :
(Gewin Nr.: ESF-GFBE64XKLE-2013)

Wir erwarten Ihre Anmeldung.

Besten Dank.

i.A. Herr James Ritchie

P.S: Antworten Sie dieser Mail nicht, sondern fuellen Sie Ihre Daten und leiten Sie es zu Ihrem Ansprechperson ueber E-mail weiter. Um Schwindel und Mibbrauch von dem Europäischer Sozialfonds (ESF)zu vermeiden, mueben Sie Ihre Referenz Nummer in Ihren weiteren Korrespondenz mit uns schreiben.

Freitag, 19. April 2013

"UN rügen Deutschland wegen Sarrazin"

So die Überschrift, 

Rubrik "Rassismus-Vorwürfe" | 18.04.2013 09:00 Uhr | von Fatina Keilani || Türken und Araber unterwandern uns durch eine hohe Geburtenzahl und sind weitgehend nutzlos - diese Ansichten Thilo Sarrazins, die er 2009 sinngemäß äußerte, ließ der Staat als Meinungsäußerung durchgehen. Zu Unrecht, findet nun der Antirassismus-Ausschuss der UN - und setzt Deutschland ein Ultimatum. (Tagesspiegel Online)

Tja nun. Zu Sarrazin mag sich kaum jemand bekennen. Es ist da, wie es oft so ist: Die Leute kaufen Bücher und wählen Leute wie ... Manchen spricht der Sarrzin aus der Seele. Aber zugeben mag das kaum einer. Vor allem, weil viele die Sarrazin-Dinge nur aus Talkshows und aus zweiter Hand, aus den Zeitungen, kennen. Wirklich lesen nimmt so viel Zeit in Anspruch!

Aber jetzt! Wie halten wir es denn tatsächlich mit der Rede- und Pressefreiheit? Wo ist die Grenze zu ziehen zwischen beginnender Volksverhetzung und diesen schönen Rechtsgütern? Mal schauen, wie sich wer da  in den kommenden drei Tagen "positioniert".

Angst und Bange -- Rechtschreibung?!

Gesehen, heute morgen in der SZ (Rubrik Leute, S. R8):

"Katja Riemann wird seit einem verpatzten TV-Interview angepöbelt, dass einem angst und bange werden kann."

Wie schreibt man denn nun "angst und bange machen / Angst und Bange machen"? Der Duden - o je!
  • Sprichwörter jemandem ist, wird [es] angst [und bange] (jemand hat, bekommt Angst)
  • sie hat mir ganz schön Bange gemacht; jemandem Angst und Bange machen das Bangemachen [Regel 82]
  • in Angst, in [tausend] Ängsten sein; Angst haben; jemandem Angst [und Bange] machen; aber [Regel 70]: mir ist, wird angst [und bange]
  • Sprichwörter jemandem ist/wird himmelangst [und bange] ( emotional; jemand hat/bekommt große Angst angesichts einer Gefahr oder kaum zu bewältigender Schwierigkeiten)
  • Angst [und Bange] machen, in Angst [und Schrecken] versetzen; (gehoben) schrecken
Usw. Usf.

Das also ist die Vereinfachung, die die Rechtschreibreform gebracht hat?

Der Preis der Freiheit

Ja, der Anschlag beim Boston-Marathon. Fragen über Fragen, wieder einmal. 


Wer sind die beiden? Das natürlich zuerst. Aber dann auch: Könnten die Aufnahmen nicht besser sein? Höhere Auflösung und besserer Winkel?
Weiter: Wie stehen unsere Daten-Empfindlichen zu diesen Kameras? Die Leute, die die Meinung vertreten: "So 10 Tote im Jahr und 20 Schwerverbrecher in Freiheit -- das ist ein Preis, den eine freie Gesellschaft in Deutschland einfach bezahlen muss. Ich will jedenfalls unbeobachtet von Kameras über den Münchener Marienplatz gehen können." Das hatte wir ja schon des öfteren.

Donnerstag, 18. April 2013

Einkommen: Freiheit vs. Voyeurismus?

Ich weiß einfach nicht, wie ich zur Öffentlichungmachung der französischen MinisterInnen-Vermögen stehen soll.

"Deklarieren, Kontrollieren, Sanktionieren steht für die Transparenz", sagt Parlamentspräsident Claude Bartolone, selbst Mitglied der Sozialisten, aber "Veröffentlichen steht für den Voyeurismus". (STERN Online)

Wie sollte das aussehen, wenn deklariert und kontrolliert wird, aber keiner erfährt das Ergebnis?

Da steht die "Affäre Cahuzac" noch im Raum.

Und wenn ich richtig informiert bin: In Schweden steht die Steuererklärung jedes Bürgers im Internet. Oder kann einfach beim Finanzamt erfragt werden. Ist so, oder? Ja, ist so. Wäre doch mal eine Idee für ganz Europa ...


Werbemaschen der Lebensmittelindustrie

Eine Meldung:

18. April 2013 12:42 | Verbraucherschutz | Foodwatch kritisiert "dreiste Werbemaschen" bei Lebensmitteln für Kinder || Da wird der Zuckeranteil klein gerechnet und Süßwaren werden als Spielzeug vermarktet: Solche Methoden wendet die Lebensmittelindustrie nach Meinung von Foodwatch gezielt an, um ihre Gewinnmargen zu erhöhen. Fünf besonders krasse Beispiele hat die Verbraucherorganisation für den "goldenen Windbeutel" nominiert. (Süddeutsche Zeitung, Online)

Aber wir müssen wissen, dass die Wirtschaft der Natur nachempfunden ist. Auch hier: Ich will zur Sonne, zum Gewinn. Ich bin nicht kleinzukriegen. Der Löwenzahn bricht durch den Asphalt ...

Aber eben -- Negativ-Image is schlecht für's Geschäft. Vielleicht auf diesem Weg:
  • Ehrmann: Joghurt "Monster Backe Knister". Wird wie Spielzeug vermarktet.
  • Dr. Oetker: Pudding "Paula". "Digitaler Kinderfang". 13 Prozent Zucker.
  • Funnyfrisch: Snack "Pom-Bär". "Paradebeispiel scheinheiliger Werbebeschränkungen".
  • Nestlé: Frühstücksflocken "Kosmostars". "Zucker-Kleinrechen-Tricks".

Bomben, Zivilisten, Terroristen

Eigentlich wollte ich gleich mit Gartenarbeit beginnen. So ist es vorgesehen. Aber dann lese ich beim Frühstück in der heutigen ZEIT auf der Seite 2, in der Rubrik 'Worte der Woche', einen Satz von Barack Obama, US-Präsident:

"Immer wenn unschuldige Zivilisten zum Ziel von Bomben werden, ist das Terrorismus."

Ich war verwirrt. Denn ich dachte, obwohl ich natürlich die Nachrichten in der vergangenen Tagen gelesen, gehört, gesehen habe, dass es um diese Dinger geht, die aus Flugzeugen abgeworfen werden. Es ist ein semantisches Problem: Die explodierenden Schnellkochtöpfe von Boston, so schrecklich die Folgen für die Opfer waren -- als richtige Bomben habe ich sie nicht gesehen.

Ich habe also, als ich 'Bombe' gelesen habe, an richtige Sprengbomben gedacht. Angefangen von den kleineren, präzisen, die nur ein Haus in die Luft jagen. Ich habe mich an die sachlichen Mitteilungen der Schin-Bet-Chefs in der Dokumentation von Dror Moreh erinnert, die sagten, politisch sei da nur eine Bombe genehmigt worden, von der klar war, dass sie lediglich ein Stockwerk, das obere, zerstören würde. Sie hätten für eine stärkere Bombe plädiert, durch die das ganze Haus in die Luft gejagt worden wäre. Aber das hätte die politische Führung mit Blick auf die Weltmeinung nicht genehmigt. Also sei im oberen Stockwerk eine Familie getötet worden; die Terroristen im Erdgeschoss aber seien entkommen. Das Handwerk des Kriegers, ganz sachlich kommentiert.

Dann aber war der Obama-Satz der Nukleus für eine grundsätzlich Überlegung, die am Ende hin zu einem alten Thema, der ethischen Bewertung des Tyrannenmords führt, und von da aus noch ein Bisschen weiter. Diese Überlegung geht so:

Die durch die Geschichte der Menschheit geprägte Sicht vom Krieg, in der Moderne und dann in der Gegenwart angekommen: Der Krieg ist schrecklich, aber halt unvermeidlich. Er wird, wenn es ein klassischer Krieg ist, nach gewissen Regeln geführt. Die Kriegserklärung, die kann schon mal wegfallen. Aber auf jeden Fall ist da eine politische Führung. Ihr untersteht das Militär, klassisch hierarchisiert, von der Generalität bis hin zu den einfachen Soldaten. Dazwischen die verschiedenen Ränge. Im Frieden liegt die Schnittstelle zwischen Politik und Militär beim Verteidigungsminister, im Krieg beim dem höchsten Machthaber oder -- Margaret Thatcher -- der höchsten Machthaberin der Exekutive. Das Militär ist das Schwert in der Hand der zivilen Regierung, manchmal auch einer Militärregierung oder einer mit weitreichenden Vollkachten ausgestatteten Kriegsregierung mit einem Kriegspremier. Eein Instrument ist das Militär allemal. Und Bomben sind ein Mittel der Kriegführung. Solange Bomben 'auf dem Schlachtfeld', das heute auch schon mal mitten in der Stadt liegen kann, Soldaten, heute auch schon: Soldatinnen tötet, ist das klassisch und in Ordnung. Dann gibt es noch die -- ethisch bedauerlichen -- sogenannten Kollateralschäden, wenn 'unschuldige Zivilisten' getötet werden. Eine Steigerung des leider unvermeidlich, wenn auch verwerflichen Kollateralschadens: wenn Kinder getötet werden. Es gibt sowieso viele Abstufungen. Wenn Kämpfer der Gegenseite gefangengenommen und gefoltert werden, um an Erkenntnisse über den Feind heranzukommen -- verwerflich, die Folter. Aber manchmal, ja nun ...

Soweit die selbstverstänldiche politische Auffassung, die auch Barack Obama teilen muss. Sonst könnte er gar nicht amerikanischer Präsident sein.

Jetzt bleibt die Frage: Wieso ist das so selbstverständlich? Es ist in sich ja vollkommen unlogisch. Zunächst mal ist die Unterscheidung zwischen Soldaten und Zivilisten -- die einen darf man umbringen, die anderen nicht -- eine seltsam vertrottelte Unterscheidung. Denn die Soldaten sind natürlich auch Menschen, und wenn sie die Uniform auszuziehen und zu ihren Familien gehen, wird das auch schnell klar. Dass man die Soldatinnen und Soldaten also mit Bomben oder sonstigen Mitteln der Kampfeskunst töten darf, die Zivilisten nicht, das ist schlichtweg eine historisch-bescheuerte Einteilung. 

Von der Seite des 'reinen Kampfes' her wäre logisch: Man beginnt mit dem Krieg oben in der Hierarchie: Zuerst der oberste Anführer, dann die oberste Riege der Politiker, zuvorderst die, die nach dem Tod des obersten Anführers in der Lagen wären, diesen zu ersetzen. Dann kommt die Generalität. Die privates, die gemeinen Soldaten, die, die man ja leichthin ersetzen kann, sind am unwichtigsten und kommen in der Tötungshierarchie ganz zum Schluss. Wenn überhaupt. Eigentlich kann man sie in Ruhe lassen. Denn ohne militärische Führer wandeln sich die Soldaten, vom Gemeinen bis hin zum, sagen wir: Chief Master Sergeant / Oberfeldwebel, rasch wieder in Zivilisten und schauen zu, dass sie nach Hause kommen.

Nun gibt es aber ein bemerkenswertes intellektuelles Abkommen zwischen den 'politisch Denkenden' aller Zeiten und aller Ideologien, und dieses Abkommen besagt, dass der Oberste Anführer erst mal Anführer ist und dass das Kriegsspiel ja nur funktionieren kann, wenn zuerst die einfachen Soldaten zusammen mit ihren unmittelbaren Vorgesetzten hingemetzelt werden. Die Stäbe kann man versuchen zu treffen, aber -- im Grunde genommen macht man das einfach nicht. Es wäre ja auch ineffzient. Denn die Führer und die Stäbe verbunkern sich so, dass an sie nicht heranzukommen ist. Es sei denn Berlin ist erobert und das Führerhauptquartier liegt schutzlos da, oder Saddam besiegt und in einem Erdloch.

Die Einzelheiten sind wie immer schwierig zu beurteilen. Darum die clear cases. Nein, eigentlich nur ein klarer Fall: Warum ist eigentlich, wenn wir einmal annehmen, dass 1942 den Briten klar war, dass Hitler komplett verrückt, grausam und für unermessliches Leid verantwortlich ist, niemand auf den naheliegen und in sich vollkommen logischen Gedanken gekommen: Dieser Krieg wird noch so viele Menschenleben und auch so viel Geld kosten, dass es auf jeden Fall vernünftiger ist, Hitler umzubringen. Wenn der weg ist, werden die Deutschen ganz schnell wieder so halbwegs vernünftig, wie sie es vor der Nazi-Zeit mal waren. Das mit dem Tyrannenmord geht so: England, die USA und die anderen Alliierten loben eine Prämie von 50 Millionen Dollar aus für die Gruppe, die Hitler tötet. Jeder, der das Know-how zu so etwas hat, darf sich melden und seinen Plan vorlegen. Man braucht Männer, die perfekt Deutsch können. Eine Fallschirmjäger-Ausbildung ist von Vorteil. Usw. Ein politisches Gremium, sagen wir: das englische Kriegskabinett entscheidet, welche Pläne die besten sind. Dann wird koordiniert, damit sich die besten drei Gruppen nicht in die Quere kommen und sich gegenseitig gefährden. 

Jetzt kommen vielleicht Experten und sagen, Hitler zu töten, sei vollkommen aussichtslos gewesen damals. They should know better! Geld spornt den Kampfgeist und die Erfindungsgabe ungemein an. Und Scharfschützengewehre tragen ihre Geschosse weit! 

Warum also nicht so? Weil historisch der Krieg mit seinen so sehr unsprünglichen Regeln wie ein Schachspiel in den Köpfen der Menschen tief verankert ist. Erst werden die Bauern geopfert, dann die Leichtfiguren bis hin zum Generalmajor. Dann erst die Türme, die Oberste Generalität. Die Dame, the Queen, hat so viel Macht, dass man sie möglichst aufspart bis zu Schluss. Gewonnen ist das Kriegsspiel erst, wenn der König nicht mehr agieren kann. Bemerkenswerterweise wird der König auch nicht 'geschlagen', sondern schachmatt gesetzt. Wenn im Krieg Anführer gefangen werden, dann sind die per definitionem keine Anführer mehr. Was dann kommt -- kommt drauf an. Hitler, Saddam, Gaddafi. Es mangelt nicht an Beispiel-Figuren.

Barack Obama, US-Präsident, kennt das, weiß das alles. Er hätte, wie schon gesagt, keine Chance als oberster US-Politiker, wenn er nicht nach diesen Regeln spielte. Aber er könnte -- was wäre dagegen zu sagen -- eine Differenzierung in den Sprachgebrauch bringen und die explodierenden Schnellkochtöpfe von den echten Terroristen-Bomben und den Fliegerbomben unterscheiden. Und wer weiß, vielleicht könnte er dann auch noch einen Think-Tank gründen, der sich mit der Frage auseinandersetzt, ob denn die Unterscheidung von Zivilisten und 'Soldaten als Kriegsmaterial' nicht doch aus vor-modernen Zeiten stammt und ob man nicht doch in naher Zukunft eine Mini-Drohne entwickeln könnte, die den Anführer des Feindes in einem präzisen, einem 'chirurgischen' Angriff tötet. Was dann käme -- der Think-tank würde es genau durchspielen --, wäre eine völlig neue Art von Wettrüsten.

Montag, 15. April 2013

Die Börsenberichte

Ich habe mich schon oft gefragt, wer eigentlich Aktien hat und an dem allgemeinen Börsen-Gerede zu allen Tages- und Nachtzeiten wirklich Interesse hat. Es hat sich halt -- WISO usw. sei Dank -- so herausgebildet. Motto, nicht ganz neu im Aufbau: "Niemand fragt -- Wirtschaftsjournalisten antworten!"

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Jetzt hat, lese ich im gleichen SPIEGEL, gleiche Seite wie vorher, der DGB mal nachgefragt.

"Gelegentlich, so Polkaehn [DGB Bezirksvorsitzender Nord], sehe er die Börsenberichte 'am Rande zur Schleichwerbung für Analysten und Spekulanten'. Mit dem Leben der Menschen habe das 'kaum noch etwas zu tun'. Wie's besser geht, weiß Polkaehn auch: Die 'reinen Börsenberichte zur Primetime sollten auf ein Drittel gestutzt' werden. Nötig sei ein Format, 'das Arbeitnehmerinteressen und auch den Verbraucherschutz ins Zentrum' rückt. Glaubt man dem umtriebigen Funktionär, wäre so auch der ARD geholfen: 'Die Zielgruppe eines solchen Formats ist nach meiner Einschätzung um ein Vielfaches größer.'" (SPIEGEL Online)

Wo er Recht hat, hat der Recht, der DGB. Nur dass 1/3 noch viel zu viel ist. Es könnte in den neuen Wirtschaftsendungen, 1 x im Monat reicht, z. B. in der Rubrik "Wir erinnern uns!" heißen: "Wenn Sie als Sparer Ihr kleines Geld seinerzeit nach viel Werbung mit Manfred Krug in Telekom-'Volksaktien' angelegt haben, dann sind Sie am Ende ganz schön ... worden."

Sonntag, 14. April 2013

Die Bürgersöhnchen an der Macht

Mal vorab: Ich bin mit Hansi Hinterseer nicht verwandt, auch nicht befreundet, höre nicht seine Musik und habe mir keine Sendungen angeschaut, in denen er mitgewirkt hat. Aber mir gehen die zu kleiner journalistischer Macht gekommenen Bürgersöhnchen (heute auch: Bürgertöchterchen), die Kulturkritikerchen vom SPIEGEL gehörig auf die Nerven. Ich habe gelesen:

"Es ist nicht leicht, die ARD-Show 'Hansi Hinterseer -- Wintertraum in Schlamding' intellektuell zu unterbieten."* (SPIEGEL  Nr. 7 09.02.2013. S. 71)

Alternativ, wie wäre das: "Es ist, seit es den FOCUS gibt, nicht leicht, den SPIEGEL intellektuell zu unterbieten."

Ich meine, es ist doch die leichteste Übung der Welt, da den bürgersöhnlichen kleinen Jauchekübel auszukippen.

Bleibt die bürgersöhnlich-entrüstete oder auch bürgertöchterlich-erstaunte Frage, was ich denn als Alternative sehe.

Na, das Folgende: Die Menschen, die diese Musik und diese Art von Show mögen, sind eine nicht-bürgerliche fremde Kultur mit eigenen Gesetzlichkeiten. Etwa so, wie manchen europäischen Bürgerohren der Klang arabischer oder chinesischer Musik auch nicht so ganz auf- und eingeht, kann der bürgerliche Mensch diese Gesetzmäßigkeiten nicht kapieren. Man lasse die Menschen ggf. über Show und Musik abstimmen -- kann ja die GfK auch gleich noch machen --  und verwende die Fernsehgebühren anteilig für die fremden Kulturen. Es muss ja keiner zusehen und zuhören! Dann wird es auch mal einen Abend mit  türkischer und griechischer Musik geben. Punktum.

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| * Für die, solches lesen möchten, ist der Kontext momentan online: "Aufhören! | DIE "GOLDENE KAMERA" im ZDF geht gar nicht mehr. || Es war nicht leicht, die ARD-Show "Hansi Hinterseer - Wintertraum in Schladming" intellektuell zu unterbieten. Das ZDF schaffte die Übung gekonnt: Es zeigte einfach die Verleihung der "Goldenen Kamera", eines komplett phantasielosen Phantasiepreises, den der Axel Springer Verlag und seine TV-Zeitschrift "Hörzu" in einer Zeit erfunden haben, als Fernsehen noch aus drei Programmen bestand und überwiegend in Schwarzweiß sendete. Damals war das Show-Konzept vielleicht sogar lustig: Glamour-Surrogate, Horden von Wichtigtuern, die sich gegenseitig beklatschen und ein paar Hollywood-Gesichter, die gerade nichts Besseres zu tun haben, Geld brauchen oder ohnehin einen Film bewerben. Aber, liebes ZDF, diese Show ist das kümmerliche Echo einer Ära, deren Ende du wohl nicht mitgekriegt hast."

Freitag, 12. April 2013

Voodoo-Fluch gegen globomail.com

Ja, wieder ein paar kriminelle Schlauberger, die ihre Texte von Google übersetzen lassen! Was bleibt zu tun?  Wieder eine Voodoo-Puppe rausholen, um globomail.com zum Schweigen zu bringen.

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Betreff: Bestätigung Ihrer Identität
Datum: Fri, 29 Mar 2013 17:45:15 +0000
Von: Service.Kunde
An: undisclosed-recipients:;

Liebe User,
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Bestätigen Sie Ihr Passwort und Ihre E G!® MAIL , indem Sie uns die Informationen in Reaktion auf diese Nachricht angefordert indem Sie auf den Antwort-Option aus und senden uns die Informationen innerhalb von 48 Stunden gefordert.Nach Ablauf dieser Frist werden wir nicht in der Lage sein , um den Erhalt Ihrer E-Mail -Adresse zu garantieren.

Deutsch: plurizentrische Sprache

Deutsch ist, wie wir wissen, eine plurizentrische Sprache:

"Das ist kein Kavaliersdelikt, über den ich hinwegsehe." (SZ Online)

QED

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Bei der Gelegenheit auch das gefunden:

9. März 2013 16:44 | Umfrage | Fast die Hälfte der Österreicher fand unter Hitler "nicht alles schlecht"

Natürlich sollte man die Umfrager wegen der Fragestellung prügeln! (Metaphorisch gesprochen, selbstverständlich!) Was soll das denn heißen, "alles"? 1935 wird der Heurige wahrscheinlich auch geschmeckt haben. Könnte man da nicht ein wenig weniger suggestiv fragen? Das sieht doch sehr danach aus, als ob man so formuliert, damit man anschließend die Österreicher vorführen kann.

... auf Wunsch des Senders untersagt

Kabel Deutschland. Vorspulen. Untersagt! Was für ein obrigkeistsstaatliches Wort schon mal! Das Wort ist schon mal zum Davonlaufen.


Sebastian Schröder
Kabel Deutschland
"Das Vorspulen dieser HD-Aufnahme ist auf Wunsch des Senders untersagt"
Ernsthaft, Kabel Deutschland?! Ich bezahle Euch, meine Wünsche sollten Euch wichtig sein ...

Markus Dern
Du musst dich bei der RTL Gruppe beschweren KD kann da nichts machen. Die entsprechenden Sender schreiben dies vor oder es heißt es gibt keine Aufnahme wie bei den Receiver die noch kein Update haben. Was ist dir also lieber. Übrigens, du zahlst für den Empfang des Programms und nicht fürs Aufnehmen. || Was aufgenommen werden darf bestimmen die Sender (siehe AGBs oder die Fußnoten im Internet wenn du den Receiver bestellst).

Sebastian Schröder
Ich bezahle einen Aufpreis für ein bestimmtes Feature (hier: zeitversetztes Fernsehen), das von KD beworben wird. Deine reine Empfang der Sender wäre günstiger. Wenn KD nun solche Verträge mit einer Sendergruppe schließt, wende ich mich an meinen Vertragspartner und nicht an den Vertragspartner meines Vertragspartners.

Hier dann noch mehr.

Meine Meinung, noch einmal: Die RTL-Group bestimmt, und KD muss akzeptieren? I wo! Natürlich ist KD ohne diese Sender nicht denkbar, aber wahrscheinlich auch die Sender nicht ohne KD. Also -- es ist eine Verhandlungssache. Und spätestens wenn, wie immer mit einer gewissen Verzögerung durch die Trägheit der Kunden, Bewegung in den "Markt" kommt, dann wollen wir mal sehen.

Realistisch muss man die Sache so betrachten, glaube ich: Die Zeit, die man für Medienkonsum zur Verfügung hat, ist endlich.
  • Zeitung lesen (Papier und Online)
  • Bücher lesen
  • Radio hören
  • Internet nutzen (Sonstiges)
  • DVDs / BlueRays ansehen
  • Fernsehen
Warum soll ich nicht das Fernsehen, was die Filme und ihre Werbeunterbrechungen angeht -- hier also auch noch mit Werbung-Anschau-Zwang -- nicht einfach in der Ecke stehen lassen und mir bei Lovefilm BlueRays leihen und den Rest streamen? KD abchaffen, eine Satellitenschüssel für die Informationssendungen der Öffentlich-Rechtlichen. Damit bin ich doch, in Verbund mit den anderen Dingen, gut ausgelastet!

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NACHTRAG: Re: Free-TV -> PayTV | Autor silentburn 11.04.2013 | ursfoum14 schrieb:
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RTL, Pro7. Macht doch endlich mal aus eurem Free-TV ein Zwangs-Pay-TV, wie ihr es schon mit HD+ gemacht habt. | Schon sind alle Probleme gelöst. Allerdings gehen beide Unternehmen dann auch Konkurs. | Die Gesellschaft zur Ermittlung der Einschaltquoten sollte nebenbei auch  mal ihre Alibikunden alle austauschen. Ich hab das Gefühl, dass manche echt Tag und Nacht diese Sender anhaben. Denn dieser Unsinn da bringt garantiert keine Einschaltquote.

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Vor allem der grösste Witz ist, dass ich hier in der Schweiz ProSieben HD Kabel 1 HD und eig. das gesamte HD+-Paket im TV-Angebot bei meinem Fernsehanbieter dabei habe.

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[ Den Nachtrag-Text moderat modifiziert. -- D. ]

Donnerstag, 11. April 2013

Technischer Fortschritt -- was ist das?

"Das Tempo des technischen Fortschritts steigert sich exponentiell."

Wieder mal: Um solche quantifizierenden Aussagen machen zu können, muss das, was quantifiziert wird, quantifizierbar definiert ein. Wie also misst man Fortschritt? Die Probleme ähneln extrem denen von Wissen, das angeblich auch so rasant anwächst. Dazu steht dann hier mehr.

SCIENCE FICTION WIRD REALITÄT: Das Zeitalter der exponentiellen Beschleunigung || Martin Weigert, 03.04.2013 || Wir sind an einem Punkt angekommen, an dem Science Fiction zur Realität wird. Das Tempo des technischen Fortschritts steigert sich exponentiell. | Über viele Dekaden hinweg war Science Fiction vor allem eines: Fiktion. Beschreibungen einer fernen, zukünftigen Welt, der man sich zwar gerne in Roman- oder Filmform hingab, die aber weit genug von der Realität entfernt schien, als dass man ernsthaft zur Reflexion über die Implikationen gezwungen war. Doch mittlerweile signalisieren immer mehr Ereignisse: In den nächsten Jahren wird aus der einstigen Fiktion Wirklichkeit. Noch nicht in Form klassischer Sci-Fi-Errungenschaften wie fliegender Autos, Jetpacks oder Teleportation. Aber dennoch weitreichend genug, um die bisherige Welt auf den Kopf zu stellen. (netzwertig.com)

Gefoltert, geköpft, verbrannt


10. April 2013 20:12 | Hexenjagd in Papua-Neuguinea | Gefoltert, geköpft, verbrannt | Der Fall ging um die Welt: Im Februar wird eine junge Mutter auf einem Scheiterhaufen in der Stadt Mount Hagen in der papua-neuguineischen Provinz Western Highlands verbrannt. || Erneut sind in Papua-Neuguinea zwei Frauen tagelang gefoltert und dann hingerichtet worden, weil sie jemanden verhext haben sollen. Menschenrechtler kritisieren, der Vorwurf Hexerei werde oft nur als Vorwand genutzt - um Gewalt gegen Frauen zu rechtfertigen. || Von Felicitas Kock || Zwei Frauen werden verschleppt, weil sie durch Hexerei einen Lehrer getötet haben sollen. Sie werden von einem wütenden Mob auf den Dorfplatz gezerrt, dort festgehalten und tagelang gefoltert. Ihr Martyrium endet mit dem Tod, den Frauen wird der Kopf abgeschlagen. Die Sicherheitskräfte des Dorfes in Papua-Neuguinea, heißt es, hätten der Enthauptung zugesehen, unfähig, etwas gegen die tobende Menschenmasse zu unternehmen. "Wir waren hilflos", sagen die Polizisten später lokalen Medien - wieder einmal.

Was sagt da unser westliches Denken? Und die Kulturrelativisten, sagen die, dass man da eigentlich nicht eingreifen könne, weil das halt die lokalen Sitten seien? Und wenn sie das nicht sagen, wo ziehen sie dann die Grenzen in anderen Fällen?

Mittwoch, 10. April 2013

Der FOCUS ist nervös

Das Thema ist des Nachdenkens wert, der FOCUS ist nervös:

"Die Bundesregierung lehnt Eurobonds ab, zuletzt war das Thema von der Agenda der EU verschwunden.Soros hatte zuletzt gewarnt, dass Deutschland einen Währungskrieg ausläsen könne." (FOCUS Finanzen)

Mal sehen, wie das so stehenbleibt.

Im Geschäft ansehen, online kaufen?

Nun, davon stand jüngst was in der Zeitung -- im Geschäft angesehen, online gekauft. Die Einzelhändler werden sich was einfallen lassen müssen. Aber ein Eintrittspreis für das Betreten des Geschäfts und die Beratung wird sich schlecht durchsetzen lassen.

Das Nikon 8x25 Sportstar EX ist ein Dachkant-Fernglas mit ca. 310g Gewicht, kleinem Packmaß und dank Gummiarmierung sehr angenehmer Haptik ... Hatte noch das Sport Lite 10x25 in der engeren Wahl und beide im Fachgeschäft ausprobiert. (Amazon Rezension)

Und dann -- online gekauft?

He drank a bottle of pesticide

Die UNO ist eine Einrichtung ohne Macht. Gut. Aber müsste sie nicht Macht bekommen, um beispielsweise in Indien Einiges zu ändern? (Jetzt kann man natürlich sagen: auch in Deutschland, England, Italien, ... Aber das ist natürlich nur der Freude am Grundsätzlichen geschuldet. Also lassen wir das. Es gibt Unterschiede.)

"Purinima’s sister’s wedding two years ago put her father in debt. Unable to withstand pressure from the local money lender after his crop failed, he drank a bottle of pesticide in January. Besides her mother, Purnima now has to support her sister and brother, so she decided to find work." (dnaindia.com)

Kopfhörer-Test

Zum Beginn des Arbeitstages offeriert die Werbung auf dem Avira-Notifier einen Kopfhörer-Test. Mal eben reingesehen und das gefunden. Klingt sehr nach Tester-Gesülze: "...überzeugt der AKG durch sein ungewöhnlich offenes und tonal sehr kultiviertes Klangbild..." Besser wäre es, von Beginn an 5 Experten unabhängig voneinander die Kriterien abarbeiten und beurteilen zu lassen. Wo stimmen die 5 in welchem Umfang (nicht) überein? Und dann bitte ungeschminkt und ehrlich veröffentlichen und sich nicht erst noch schnell "zusammendiskutieren"!

Unangefochtener Spitzenreiter unserer Top 5 ist der AKG K-551. Ausgestattet mit einem robusten, in sich drehbaren Halter, der die ohrumschlingenden Muscheln stets in angenehmer und komfortabler Trageposition hält, überzeugt der AKG durch sein ungewöhnlich offenes und tonal sehr kultiviertes Klangbild. An externen Kopfhörerverstärkern entzückt der AKG geradezu mit enormer Transparenz und Tiefe. Dank der niedrigen Impedanz und dem hohen Wirkungsgrad, können auch verstärkerseitig schmalbrüstigere Geräte wie Smartphone oder Tablet dennoch ein hohes Klangpotential aus den Kopfhörern abrufen. (audio.de)

Dienstag, 9. April 2013

Ein Beitrag zur laufenden Diskussion

Pferdefleisch allüberall!


Manchmal sagt ein Bild ja doch mehr als tausend Worte.

(Und des gibt noch viel mehr Bilder.)

Dror Moreh / Schin Bet

Nun gut, ich mag FOCUS Online nicht besonders. Die Seiten schreien mir zu sehr mit Werbung herum. Aber das, dieses Interview, ist gut und lesenswert. Ich habe den Film von Dror Moreh über den Schin Bet zweimal gesehen. Unglaublich beeindruckend. Diese Erklärungen in dem Interview -- noch einmal erhellend.

--

"FOCUS Online: Und wie man im Film hört, sollte man sogar mit Ahmadinedschad reden.

Moreh: Wenn wir miteinander reden, erschießen wir uns nicht. Was dem einen ein Terrorist, ist dem anderen ein Freiheitskämpfer. Man muss verstehen, dass dein Feind eine ganz andere Perspektive hat, und dafür muss man miteinander reden."

--

Und natürlich bleibt die Frage, ob die Chefs des VEVAK auch so selbstkritisch in Interviews auftreten würden. Wenn ja, dann könnte es ja losgehen mit den Gesprächen, erst mal auf Geheimdienstebene, unter Fachleuten sozusagen.

Montag, 8. April 2013

GERICHTSVERFAHREN | Islamverbände

Werden wir mal, wie es sich gehört, differenziert: Natürlich hat die Polizei und hat Pullach in der Causa Rechtsradikalen-Morde schmählich versagt. Und, ja, die Münchener Richter haben viel zu sehr das "Mia san mia - mit unsara Gerichtsordnung!" raushängen lassen. Natürlich hätten sie flexibler sein können, sein müssen. Und auf der anderen Seite:

a) Wenn einem türkischen Journalisten die Sache so viel wert war und ist -- hätte er sich nicht beizeiten drum kümmern können? Hätte er nicht schon mal nachfragen können, wie das in München mit der Journalisten-Zulassung zum Gerichtsverfahren so ist, um sich dann vor allen anderen anzumelden?

b) Hat sich nicht bis Ankara rumgesprochen, dass es in den westlichen Demokratien so etwas wie Unabhängigkeit der Justiz gibt und dass deutsche Richter auf stur schalten, wenn sie den Eindruck haben, daran wolle man rütteln?

c) Sollten die türkischen Politiker nicht insofern Fingerspitzengefühl beweisen, als sie nicht dem Eindruck Vorschub leisten, Deutschland würde inzwischen -- mit quasi institutionaliserten Sonderrechten -- aus der Türkei mitregiert?

Und dann auch noch das ... 

GERICHTSVERFAHREN | Islamverbände verlangen Platz im NSU-Prozess | Im Streit um die Platzvergabe im NSU-Prozess fordern auch Islamverbände Berücksichtigung. Ihre Präsenz sollte ebenso selbstverständlich sein wie die türkischer Medien. | Das Oberlandesgericht in München | Der Koordinierungsrat der Muslime in Deutschland (KRM) hat vor Beginn des Münchner NSU-Prozesses einen festen Sitzplatz im Verhandlungssaal verlangt. (ZEIT Online)

Es mag etwas zu schematisch formuliert sein, aber: Wann kommt der Dachverband der Einzelhändler und verlangt Plätze im Prozess, weil viele der Erschossenen Einzelhändler waren?

Lena: Nur nicht erwachsen werden!

Lena ab Minute 15. Ungefähr. Und Dann Gernot Hassknecht als Zugabe: "'Mission Titelverteidigung' -- der verschissene Grand Prix!" Ja, ja, das Internet vergisst nicht.

Robert Driessen

Nun kennen wir ihn doch!

"Die Polizei geht davon aus, dass er mindestens
1000 Skulpturen gefälscht hat. Driessen, das Weinglas
in der Hand, sagt, dass es wohl eher 1300 Skulpturen
gewesen seien, „aber ich habe ja nie Buch geführt".
Er ist jetzt 54 Jahre alt, mehr als 30 Jahre lang
hat er Kunst gefälscht, Bilder und Skulpturen, und
gut davon gelebt. Mindestens drei Millionen Euro ins-
gesamt dürfte er mit seinen Fälschungen verdient ha-
ben. Ein Gefangener im Südchinesischen Meer, nicht
wirklich schlimm, er bereue nichts, sagt Driessen.
Aber jetzt ist es an der Zeit, dass die Welt von ihm
und seinem Werk erfährt.
Wolfgang Beltracchi, ein Maler aus dem Rhein-
land, hat über einen ähnlich langen Zeitraum mindes-
tens hundert expressionistische Gemälde gefälscht
und schätzungsweise 30 Millionen Euro verdient. Er
ist so etwas wie der König der Kunstfälscher, ein
Hippie, ein Hasardeur, der die Kunstwelt narrte und
ein Medienstar ist, seit er vor drei Jahren aufflog.
Driessen könnte mit Recht behaupten, dass er
nach Beltracchi die Nummer zwei unter Europas
Kunstfälschern ist. Das Problem ist nur, dass ihn nie-
mand kennt. Andererseits: Beltracchi sitzt in Haft
und Driessen in Thailand."
(SPIEGEL Mo 08.04.2013, S. 133)

Was ist ein falscher, was ein echter Giacometti? Wie erkennt man die Echtheit? Was, wenn der Künstler, stünde er vor 10 seiner Werke, selbst nicht mehr erkennen könnte, was er einstens fabriziert hat und was der Fälscher



Das Prädikat Original ist wie eine Signatur auf einem Geldschein. Immer wieder aber kommt bei mir die Frage auf, ob denn der Staat die Aufgabe hat, den privaten Kunstmarkt zu schützen? Sollen die Sammler und Galeristen das doch auf eigene Kosten und in eigener Verantwortung tun. -- Suche nach einer Antwort auf die Fraage. Antwortversuch 1: Es ist wohl wie bei der Polizei, die zu Fußballspielen abkommandiert wird: Es ist halt die Tradition, dass der Steuerzahler das bezahlt.

'Sex ist nicht zum Vergnügen'

In der SPIEGEL-Hausmitteilung heute: Nordkorea, Vergewaltigungen und Kastenzugehörigkeit in Indien, der Kunstfälscher Robert Driessen, der bis jetzt nicht in meiner Fälscher-Sammlung drin ist. Ich würde, nach meinen Interessen, die drei Artikel von hinten nach vorne lesen. Während ich aber die S. 132, Driessen, suche, fällt mein Blick auf den älteren, durchaus ironisch blickenden Turbanträger auf S. 106. Weißes Hemd, weißer Stoppelbart, dunkle Haut und dunkle Augen. Ein Blick, den manche vielleicht fixierend, andere stechend nennen würden. Der hellgelbe Turban. Unter dem Bild: "Khap-Führer Dhanda: 'Sex ist nicht zum Vergnügen'". Im Artikel dann das, was Sex ist: "ein natürlicher Prozess, um die Generation fortzusetzen" (103).

Die katholische Kirche stimmt voll zu. Was es doch für Allianzen gibt!

Und sonst? Man sieht, dass Glaube zwar nicht direkt und unmittelbar Berge versetzen kann; aber der Glaube formt Weltbilder. Seien die auch noch so bizarr, diese Weltbilder, sie bestimmen den Alltag der Menschen, hier vor allem der Frauen.

"Was er [Dhanda] nicht sagt, dass manche seine Heimat Haryana den 'Vergewaltigungsstaat' nennen."

Freitag, 5. April 2013

Pejorative Lexik

Tja, eine schöne Untersuchung! Schon mal vom Titel her.

Oksana Havryliv: Pejorative Lexik. Untersuchungen zu ihrem semantischen und kommunikativ-pragmatischen Aspekt am Beispiel moderner deutschsprachiger, besonders österreichischer Literatur. 2003.

Muss ich noch lesen!

Juristische Dichter: Schiller und Handke

Eigentlich sollte es in der Überschrift heißen: "Juristische Dichterfürsten: Schiller und Handke". Aber das war zu lang...

Ja, ja die Begrifflichkeiten bei der Wikipedia! Ist Peter Handke ein Jurist?


Ich habe Schiller wieder entfernt, aus mehreren Gründen: zum einen hat er das Studium nicht abgeschlossen, sondern ist nach kurzer Zeit zu Medizin gewechselt. Anders als z.B. bei Jacob Grimm kann man bei Schiller nicht von einem ernsthaften Jurastudium reden. Außerdem hatte die Karlsschule nicht den Rang einer Universität. Insgesamt war es eher eine militätische Verwaltungsausbildung, als ein Jurastudium. [2] Auch der Artikel Dichterjurist nennt Schiller nicht. --Juris Consultus 16:32, 21. Dez. 2008 (CET)

Und wer entfernt Handke? Der hat auch nichts abgeschlossen. wolfgang von wald (nicht signierter Beitrag von 206.211.208.83 (Diskussion) 03:09, 5. Jan. 2011 (CET))

Ok, H. wurde ganz offenbar rausgenommen. Wird aber noch, Stand heute, auf der Kategorienseite Seite der Dichterjuristen geführt. Jemand, der an diesem Artikel mitarbeitet, sollte sagen / entscheiden, ob das Absicht ist. Ich bin übrigens, biographisch begründet, für H., auch hier. Ich habe von H. in dessen Anfängen immer als "Juristen" gehört. Der WP-Handke-Artikel / Studium legt diese Sichtweise ebenfalls nahe. --Delabarquera [soebeben]

Mittwoch, 3. April 2013

Badoo

Manchmal wird einem ja schon ganz anders, wenn man sich so im Internet bewegt. Einerheits, weil da offensichtlich alles, was man so schreibt, mitgelesen und weiterverkauft wird. Und andererseits, weil die Geschäftemacher gerne mit dem statistisch geringen, aber für sie eben doch entscheidenden Ausmaß von Blödheit rechnen und wahrscheinlich am Ende Recht behalten.* Hier also, eben aus den Mails gefischt und zu Studienzwecken mal hingeschaut:


Es wird wahrscheinlich allgemein bekannt sein, zur Sicherheit aber doch noch mal: Seiten, die das Geburtsdatum wissen wollen, stehen von vorneherein in dem dringenden Verdacht Nepper-Schlepper-Bauernfänger-Seiten zu sein. Abzocker, wie man das heute so nennt.

Na ja, und besonders schön ist für den, der die Sprache beobachtet, natürlich: "ein exklusiver Club". Mit ca. 180 Mio. Mitgliedern!

Weitere Informationen zu Badoo hier (Kosten) und hier (Hinweise zu "Vorsicht, bitte!") und hier (sachliche Übersicht bei Wikipedia).

---

|* Und noch einmal andererseits: Es wird mir wahrscheinlich nichts nützen, wenn ich hier zu Protokoll gebe:

NEIN, ICH SUCHE
KEINEN 
KONTAKT ZU FRAUEN IN MEINER UMGEBUNG
ODER SONSTWO. AUCH NICHT IM INTERNET!

Und auch nicht zu Männern,
Naturhaarbesen und Kleinvieh!

Werbung





Und damit der Text auch gefunden werden kann,
das Ganze in Klarschrift:

Werbende auf der Facebook-Site
suchen Männer 55+,
die diese Form der Anmache
nicht für saubescheuert halten!


Montag, 1. April 2013

Putin, Schröder und die Demokratie

Heute, bei arte, kurz reingeschaut: Wie in Russland Regierungskritiker verfolgt werden. Dann gerade das in Google News:

"Im Zuge der international kritisierten Razzien bei Nichtregierungsorganisationen (NGO) hat Friedensnobelpreisträger Michail Gorbatschow den Kreml scharf angegriffen. "Wladimir Putin und andere, die meinen, dass es ein Zurück zu alten Methoden gibt, Angst einzujagen und durch Angst zu regieren, müssen verstehen: Das wird nicht funktionieren", sagte der Ex-Sowjetpräsident. Wer eine Diktatur wolle, solle dorthin gehen, wo es schon eine Diktatur gebe. // Gorbatschow forderte zudem eine "neue Perestroika" (Umgestaltung). Nötig sei ein neues Regierungssystem. Das lehnte der Sprecher von Kremlchef Wladimir Putin, Dmitri Peskow, ab. "Wir hatten schon zu viele Umgestaltungen", sagte Peskow. // Ein Moskauer Gericht verlängerte unterdessen den umstrittenen Hausarrest für Sergej Udalzow, einen der Oppositionsführer, bis zum 6. August. Der Aktivist der Linken Front darf weder telefonieren noch Besuch empfangen. Die Justiz wirft Udalzow die Anstiftung blutiger Massenunruhen vor. Auch die Durchsuchungen bei NGO gingen weiter." (STERN Online)

Man müsste doch mal Gerhard Schröder fragen, wie er das so sieht ...

Die Tiefen des Deutschen ...

..., wie die Tiefen aller anderen natürlichen Sprachen, sind unergründlich. Warum ist dieser Satz eigenartig, und wo sitzen die Normen, die mich erkennen lassen, dass der Satz eigenartig ist?

"Ihre Eltern drängten sie zum Studium, dem sie später auch nachging."

Immerhin -- jemand hat das geschrieben und gedacht, dass das so geht.

Kindle und e-Books allgemein

Man muss den e-Book-Markt im Auge behalten und die Veränderungen registieren. Eine "technische Kulturrevolution" zeichnet sich bereits deutlich ab. -- Zwei Auszüge:

"Amazon gab heute (14.03.2013) die offiziellen Verkaufszahlen und Umsätze fürs Jahr 2012 bekannt und verkündete gleich mal im ersten Satz, dass nicht nur Leser, sondern auch Autoren vom e-Reading Trend profitieren. 38 Autoren haben durch Verkäufe im Kindle Shop auf Amazon.de mehr als 25.000 Euro verdient; acht davon sogar über 100.000 Euro. Seit Einführung von KDP auf Amazon.de haben bereits 15 KDP-Autoren jeweils mehr als 50.000 Exemplare verkauft. || Klingt beeindruckend, ist aber nur die Spitze des Eisbergs. Über den Teil unter Wasser schweigt Amazon, wohl aus gutem Grund. Denn betrachtet man die Tausenden Autoren, die mittlerweile über KDP in Deutschland veröffentlichen, sind 38 Top-Verdiener schon nicht mehr ganz so imposant."

"18.04.2012 E-Book-Bestsellerlisten || ... Es werden nur Titel aufgenommen, die nicht nur über einen einzigen Anbieter verkauft werden. Alle Kindle-Only-Titel fallen somit raus. Warum?
Diese Titel werden von uns auch registriert, sie werden aber in den Charts nicht berücksichtigt. Damit ein Titeln in den Charts publiziert wird, muss er von mindestens zwei unterschiedlichen Händlern geliefert werden. || Self-Publishing-Autoren fragen sich, ob ihre Titel überhaupt eine Chance haben, in das Ranking zu kommen. Greift auch hier ein Filter, nach dem Motto: Nur Verlage, bitte! Wir berücksichtigen alle Verkäufe und verarbeiten sie nach definierten Chart-Regeln. Hierbei hat natürlich auch ein Self-Publishing-Autor die gleiche Chance. Einen Filter 'nur Verlage' gibt es nicht."

Rechtschreibreform, immer weiter

Die Rechtschreibreform sollte vereinfachen, die Orthographie einfacher machen. Warum haben bestallte LinguistInnen nicht von vorneherein erkannt, dass sich eine gewachsene Sprache, eine 'natürliche Sprache', nicht wirklich einfach schreiben lässt? Bei solche einer schlichten Sache wie essen / Essen gehen sind wir schon bei der Regel 55! Und das war eine Vereinfachung?!

DUDEN Online 
Worttrennung: ge|hen || in sich gehen || vor sich gehen || In Verbindung mit Verben [Regel 55]: || baden gehen, essen gehen, schlafen gehen || jemanden [nach Hause, nach München, ins Ausland] gehen lassen