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Dienstag, 19. April 2011

Das Volk von Stuttgart (und um Stuttgart herum)

Es ist schon ein schönes Gefühl, eine so wichtige wie richtige Sache schon vor Tagen bedacht und formuliert zu haben. Auch wenn das heutige Streiflicht der SZ die Sache natürlich unendlich viel eleganter auf den Punkt bringt:

"Der Lenz liegt überm Land, und wie sich das Leben doch ändert. 'Ich träumte von bunten Blumen', heißt es im 'Frühlingstraum', 'so wie sie wohl blühen im Mai; ich träumte von grünen Wiesen, von lustigem Vogelgeschrei.' Doch da war es kalt und Winter, es schrien die Raben vom Dach. Jetzt aber fliehen die Vögel, denn Radler in wurstpellenartigen Bekleidungen brettern über die grünen Wiesen, der bunten Blumen nicht achtend. Und in Stuttgart ziehen mit frischen Kräften wieder Menschen durch die Stadt; doch so richtig lustig ist das Geschrei nicht, das aus den Lautsprechern krächzt und die Welt in 'wir' und 'die' teilt, dieses Lumpenpack von Politikern, diese Baumumsetzer, diese Bahnhofsschänder. Man kann den Zorn der Menschen sogar verstehen. Wochenlang haben sie gerufen 'Wir sind das Volk', jetzt wollen diese Sozialdemokraten, denn wer hat uns verraten!, in ihrer Perfidie das Volk tatsächlich entscheiden lassen über Stuttgart21. So war das natürlich nicht gemeint. Wir sind doch das Volk, nicht irgendwelche Leute, die vom Bahnhofsschützen gar keinen Schimmer haben und eine falsche, ganz unzulässige Meinung - und die Mehrheit sein werden."
"Streiflicht". Süddeutsche Zeitung, Nr. 91, Dienstag, 19. April 2011, Seite 1.

Die, zugegeben etwas rhetorische Frage, ob das denn Wikipedia-relevant sei (Antwort natürlich: Nein!), wird von einem User sehr schnell und in schönsten Verwaltungsdeutsch beantwortet:

Ich sehe keine enzyklopädische Relevanz. So lange die Glosse keine überragende Relevanz (vielfaches Zitat, elementare Bedeutung) entwickelt, ist sie für die Sachdarstellung im vorliegenden Artikel meines Erachtens bedeutungslos.