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Montag, 18. April 2011

Schützen Sie Ihre Persönlichkeit im Internet...

Eine PC-Zeitschrift gekauft. Wie so oft: Programme werden vorgestellt und getestet, die "anonymes Surfen" möglich machen. Und wieder die Überlegung, mit Gänsehaut: Wer sind eigentlich diejenigen, die auf Anonymität im Netz so großen Wert legen? 

Meine Typologie seit längerem: 

a) Die, die einfach scheu und gschamig sind und denen die Vorstellung, jemand wüsste, dass Sie gestern bei Wikipedia nach Karl dem Großen und Heinrich IV. gesucht haben, die Schamröte ins Gesicht treibt. "Dann denken wieder gleich alle, ich kenne mich in Geschichte nicht aus und ich weiß alles nur von der Wikipedia!" Ich habe mir schon vor Jahren als Erklärung zurechtgelegt: Es gibt Menschen, denen ist die Vorstellung, ihr Surfen im Internet könnte beobachtet werden, so unangenehm ist wie anderen die Vorstellung, dass ihnen jemand ständig per Webcam zuschaut, wenn sie duschen. Wäre im Grunde unschuldig, das beim Duschen-Zuschauen, ist aber unangenehm, das Gefühl. Kann man schon verstehen. Aber ist Surfen = Duschen?!

b) Die, die glauben, sie seien berühmt, und ständig wolle jemand was von ihnen, den Berühmtheiten. Wenn dann noch wer wüsste, was diese Berühmtheit, sie, für eine E-Mail-Adresse hat! Alle wollten dann sofort und ständig einladen, und für das Privatleben bliebe dann keine Zeit mehr. Denn ob man stark genug ist, die Einladung bei Dieter (Bohlen) und Franz (Beckenbauer) dann abzulehnen?! -- Dabei gilt doch: "Kein Schwein ruft dich an, keine Sau -- auch nicht Google -- interessiert sich für dich!" (Ok, Google will wissen, was du gerne kaufst. Aber Gott, ja, dann bekommst du halt die richtige Werbung. Immerhin besser, als wenn du, der Schäferhundzüchter, dauernd Werbung für Katzennahrung be- kommst.)

Nun denn, die Gruppen a) und b) sind im Grunde genommen unwichtig. Wenn die anonym surfen wollen, sollen sie es halt tun. -- Aber es geht ja noch weiter:

c) Leute, die illegal Filme und anderes Käufliche "gebührenfrei" runterladen wollen. Na gut, wollen wir mal nicht so sein. Aber so ganz koscher ist das natürlich schon mal nicht.

Ich denke aber auch an bestimmte Dinge, und wenn ich an die denke, dann kann ich die Begeisterung der Zeitschriften für ihre Verschlüsselungsprogramme überhaupt nicht mehr verstehen. Mit Hilfe der Programme verschlüsseln ihre Internet-Beziehungen und ihre Mails vielleicht ja auch:

d) Kriminelle und Betrüger, von der Mafia bis zu XY.
e) Groß-Spammer
f) Kinderpornografen
g) Menschenhändler und Zuhälterringe
h) Waffenhändler
i) Terroristen

Und ich -- ich kann halt nicht anders --, ich denke auch an d) -- i).